Olympia in Sotschi Sotnikowa gewinnt als erste Russin Gold im Eiskunstlauf

Historischer Erfolg für Adelina Sotnikowa: Als erste russische Eiskunstläuferin hat sie Olympia-Gold für ihr Land geholt. Zweite wurde Vancouver-Siegerin Kim Yu Na aus Südkorea. Eine andere Russin konnte die Erwartungen nicht erfüllen.

Eiskunstläuferin Sotnikowa: Gold in der Einzelentscheidung
AP/dpa

Eiskunstläuferin Sotnikowa: Gold in der Einzelentscheidung


Hamburg - Die Russin Adelina Sotnikowa hat überraschend die Goldmedaille im Eiskunstlauf gewonnen. Nach ihrem zweiten Platz im Kurzprogramm konnte sie sich in der Kür verbessern und verwies die als Top-Favoritin gestartete Südkoreanerin Kim Yu Na auf den Silber-Rang. Bronze ging an Carolina Kostner aus Italien. Es ist die erste Goldmedaille für eine russische Eiskunstläuferin bei den Olympischen Spielen.

"Ich habe heute etwas ganz Neues an mir entdeckt. Ich bin sonst so nervös, heute wurde ich ganz ruhig und habe die Liebe zum Eiskunstlauf gespürt," sagte Sotnikowa nach ihrem Triumph.

Bereits nach dem Kurzprogramm zeichnete sich eine Vorentscheidung ab, denn zwischen der bis dahin drittplatzierten Kostner und der US-Amerikanerin Gracie Gold auf Rang vier klaffte ein Loch von 5,49 Punkten. Somit schienen die Medaillen zu diesem Zeitpunkt bereits vergeben.

Die als Geheimfavoritin gehandelte erst 15-jährige Russin Julia Lipnizkaja musste schon nach dem Kurzprogramm alle Hoffnungen auf eine Medaille begraben. Sie konnte die großen Erwartungen mit Platz fünf nicht erfüllen. Für eine Überraschung sorgte zunächst die Deutsche Nathalie Weinzierl. Nach einem guten zehnten Platz im Kurzprogramm unterliefen ihr in der Kür jedoch mehrere Fehler. Sie fiel auf einen enttäuschenden 18. Rang zurück.

Nach der Kür, in der Kim als letzte auf das Eis ging, gaben die Preisrichter Sotnikowa 224,59 Punkte und verwiesen Kim mit 219,11 Punkten überraschend auf Rang zwei. Die Südtirolerin Kostner erhielt 216,73 Punkte und landete mit einem souveränen Vorsprung auf dem dritten Platz. Die deutsche Meisterin Weinzierl kam auf 147,36 Punkte.

asi/dpa

insgesamt 38 Beiträge
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sonnenscheffel 20.02.2014
1. War Schiebung
Bronze wäre gerecht gewesen. Jeder Fachmann kann diese Goldmedaille nicht verstehen.
Common Sense! 20.02.2014
2. Absolutes Skandalurteil
Diese Entscheidung ist ein Witz, aber leider kein komischer. Mao Asada und Carolina Kostner laufen jeweils die beste Kür ihrer Karriere, bekommen dafür verdientermaßen jeweils hohe 142 Punkte. Dann aber bekommt Sotnikowa, obwohl nicht einmal ganz fehlerfrei, unerklärliche 149 Punkte. Ihre Bestleistung bis dahin lag bei 126 Punkten, das sind gleich mehrere Welten! Dann folgt Kim Yuna mit einer komplett fehlerfreien grandiosen Kür. 2010 hatte sie für eine ähnliche Leistung 150 Punkte erhalten, bei den durchweg hohen Bewertungen in Sotchi wären also nun 155 Punkte oder mehr logisch gewesen. Stattdessen sind es nur 144 Punkte, einfach nur skandalös. Verwunderlich auch, dass die Punktrichter sich bei Kim Yuna schneller als bei den vorherigen Läuferinnen festgelegt hatten. Kaum hatte Kim Platz genommen, war auch schon die Bewertung da. Das ist ein Rückschritt in schlimmste Zeiten des alten Bewertungssystems, die man eigentlich überwunden glaubte. Ein trauriger Tag für das Eiskunstlaufen.
DonG 20.02.2014
3. Peinlich
@Common Sense: Sehe ich genauso. Und die Tatsache, dass ich kein Eiskunstlauffachmann bin, macht es eher noch schlimmer. Nachdem die Kür fehlerfrei und zudem extrem ausdrucksstark war, kann auch der Laie nicht verstehen warum die Russin für ihre nicht einmal fehlerfreies hektisches Gezappel diese hohe Punktzahl bekam. Nicht ohne Grund ist Kati Witt im Studio abgegangen wie's sprichwörtliche Zäpfchen. Würde mir auch mal wünschen die TV-Moderatoren würden so klar Stellung beziehen wie sie es tat. Oder der SpOn...
mangolein 20.02.2014
4. optional
Yu Na Kim hat nicht den dreifachen Rittberger gezeigt, sonst hätte sie sicher gewonnen. Meiner Meinung nach war Mao Asada klar die Beste in der Kür, dahinter hätte ich Yu Na Kim und Karolina Kostner platziert.
namibelephant 20.02.2014
5. früherer Spiegel-Artikel
kam da nicht neulich etwas von einem frz. Magazin, dass die Goldmedaillen schon vorher zwischen den Amerikanern und den Russen aufgeteilt waren?
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