Olympia in Sotschi Putin garantiert Schwulen und Lesben Schutz

Einschränkungen für Homosexuelle bei Olympia in Sotschi? Die wird es laut Wladimir Putin nicht geben. Alle Teilnehmer sollen sich wohlfühlen, so der russische Präsident, "unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, der Rasse oder der sexuellen Ausrichtung".
Olympia in Sotschi: Putin garantiert Schwulen und Lesben Schutz

Olympia in Sotschi: Putin garantiert Schwulen und Lesben Schutz

Foto: Mikhail Klimentyev/ AP/dpa

Sotschi - Russlands Präsident Wladimir Putin hat Schwulen und Lesben im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi eine Wohlfühl-Garantie gegeben. "Wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass sich Athleten, Fans und Gäste bei den Olympischen Spielen wohlfühlen, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, der Rasse oder der sexuellen Ausrichtung", sagte Putin am Dienstag in Sotschi, wo er gemeinsam mit IOC-Präsident Thomas Bach den neuen Hauptbahnhof einweihte.

Putin hatte mit der Unterzeichnung eines Anti-Homosexuellen-Gesetzes Ende Juni international für Empörung gesorgt, sogar Boykott-Forderungen gegen die Spiele waren laut geworden. Danach hatte der Staatspräsident erklärt, das Gesetz sei nicht zur Ausgrenzung von "Menschen mit nichttraditioneller Orientierung" verabschiedet worden. "Es geht dabei nur um den Schutz Minderjähriger vor öffentlicher Propaganda durch nichttraditionell orientierte Menschen", so Putin.

Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Ende Juli mitgeteilt, es habe "von höchster Regierungsstelle in Russland Zusicherungen erhalten, dass das Gesetz diejenigen, die an den Spielen teilnehmen, nicht betreffen wird". Wenige Tage später widersprach allerdings der russische Sportminister Witalij Mutko und sagte: "Niemand verbietet Athleten mit nichttraditioneller sexueller Orientierung, nach Sotschi zu kommen, aber wenn sie diese auf der Straße propagieren, werden sie dafür zur Verantwortung gezogen."

Ausländer, die gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz verstoßen, können mit umgerechnet rund 120 Euro bestraft werden und unter Umständen für 15 Tage unter Arrest gestellt oder des Landes verwiesen werden.

Das IOC hatte stets auf der Einhaltung der Olympischen Charta bestanden, eine Einmischung aber ausgeschlossen. Das IOC sei "kein übergeordnetes Parlament", das anlässlich Olympischer Spiele "Gesetze über ein Land verhängen" könne, so Präsident Bach.

mib/sid
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