Olympiasieger wird Weltmeister Schweden schafft Eishockey-Doppelsieg

Weltmeister und Olympiasieger in einem Jahr – das ist noch keiner einzigen Eishockey-Mannschaft gelungen. Bis gestern: Mit einem deutlichen Sieg über Tschechien holte das Team aus Schweden den WM-Titel und ging damit in die Geschichte ein.


Riga - Drei Monate nach dem Triumph von Turin gewannnen die "Tre Kronor" im Finale dank der Treffer von Jesper Mattsson (15.), Fredrik Emwall (16.), NHL-Profi Niklas Krönwall von den Detroit Red Wings (25.) und Rekordnationalspieler Jörgen Jönsson (38.) 4:0 (2:0, 2:0, 0:0). Für die Schweden war es bereits das achte WM-Gold. Zuletzt hatten die Skandinavier in der Schweiz 1998 den Titel geholt.

Schwedens Torhüter Holmqvist: Küsschen für den WM-Pokal 
REUTERS

Schwedens Torhüter Holmqvist: Küsschen für den WM-Pokal 

Acht Olympiasieger von Turin, die im Endspiel am 26. Februar den Erzrivalen Finnland 3:2 geschlagen hatten, standen in Lettland im Weltmeisterteam. Im Halbfinale hatte die Mannschaft von Trainer Bengt-Ake Gustafsson Rekordchampion Kanada mit 5:4 ausgeschaltet.

Vorjahressieger Tschechien verpasste damit seinen zwölften WM-Titel. Das Team von Coach Alois Hadamczik hatte durch einen 3:1-Sieg am Samstag gegen Finnland eine Neuauflage des Olympia-Finales verhindert. 2005 hatten die Tschechen durch ein 3:0 gegen Kanada den vierten WM-Titel in sieben Jahren gewonnen.

Ein Doppelschlag innerhalb von 38 Sekunden brachte schon im ersten Drittel des Endspiels der 70. WM eine Vorentscheidung. Zunächst wurde Mattssons Schuss so unglücklich abgelenkt, dass der Puck sich über Tschechen-Torwart Milan Hnilicka ins Netz senkte. Dann fälschte Emwall einen Schuss von Mattsson ab. Nach dem 3:0 durch Krönwall war die einseitige Partie eigentlich schon gelaufen. Routinier Jönsson, der seine elfte WM bestritt, räumte mit dem vierten Tor noch vor der zweiten Drittelpause die letzten Zweifel am schwedischen Sieg aus.

Mit Bronze tröstete sich der Olympia-Zweite Finnland. Der Weltmeister von 1995 setzte sich im "kleinen Finale" von Riga  5:0 (1:0, 2:0, 2:0) gegen Kanada durch. Während die Finnen ihre achte WM-Medaille feierten, mussten die Profis aus dem Eishockey-Mutterland erstmals seit 2002 wieder ohne Edelmetall abreisen. Tomi Kallio (5.), Olli Jokinen (26.), Riku Hahl (37.), Antti Miettinen (43.) und Jussi Jokinen (54.) erzielten die Tore für den Silbermedaillengewinner von Turin, der mit elf Olympioniken antrat.



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.