Olympische Winterspiele 2022 Ude kündigt Bürgerentscheid für erneute Bewerbung an

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude will die Bürger über eine erneute Olympiabewerbung entscheiden lassen. Das Problem: Der Termin liegt nur vier Tage vor dem offiziellen Bewerbungsende um die Spiele. Der Gründer der Initiative "München Pro22" sprach daraufhin von einer Hinhaltetaktik.
Münchens Oberbürgermeister Ude: "Dann wissen wir alle grundlegenden Dinge"

Münchens Oberbürgermeister Ude: "Dann wissen wir alle grundlegenden Dinge"

Foto: dapd

Hamburg - Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hat für den 10. November 2013 einen Bürgerentscheid über eine Olympiabewerbung für die Winterspiele 2022 angekündigt. "Dann wissen wir alle grundlegenden Dinge, wir können die Unterstützung des deutschen Sports hoffentlich vorzeigen, die Unterstützung der notwendigen Sponsoren, auch die Sicherstellung der Infrastrukturprojekte und dann mit guten Argumenten in den Bürgerentscheid hineingehen", sagte der 64-Jährige dem Bayerischen Rundfunk.

Bis zu diesem Zeitpunkt könne man die Unterstützung des deutschen Sports, notwendige Sponsoren und Infrastrukturprojekte vorzeigen, sagte Ude. Wenn der Bürgerentscheid positiv laufe, "werden wir das Bewerbungsschreiben pünktlich abgeben".

Bis zum 14. November, nur vier Tage nach dem angekündigten Termin, müssen alle Kandidatenstädte ihre Bewerbungsunterlagen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht haben. Die Initiative "München Pro22" will deshalb schon im Frühjahr ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen, um schon im Vorfeld grundsätzliche Dinge zu klären.

"Dieser Zeitpunkt ist zu spät", sagte Initiator und CSU-Stadtrat Mario Schmidbauer bei einer Pressekonferenz im Münchner Rathauskeller in Anbetracht von Udes Erklärung. "Das ist eine Hinhaltetaktik. Da will man den Bürger ruhigstellen." Ein einziger Verfahrensfehler würde reichen - und die Frist wäre abgelaufen. "Wenn da nur eine Beschwerde reinkommt, ist es vorbei", sagte Schmidbauer. Am Mittwoch begannen die Initiatoren damit, Unterschriften für die Bürgerbefragung zu sammeln.

Ministerpräsident Horst Seehofer stellte unterdessen klar, dass er "eindeutig" für einen Bürgerentscheid sei. "Olympische Spiele können nicht gelingen, wenn sie nicht die Bevölkerung trägt." Zum Termin nahm Seehofer keine Stellung.

Ein weiteres Problem: DOSB-Präsident Thomas Bach könnte am 10. September 2013 auf der IOC-Vollversammlung in Buenos Aires zum IOC-Präsidenten gewählt werden. Sollte dies geschehen, müsste im Herbst 2013 auch noch ein neuer DOSB-Präsident gesucht werden.

jar/dpa
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