Olympische Winterspiele Bob-Pilot Lange zur Halbzeit nur Dritter

Ernüchterung bei der deutschen Goldhoffnung: Nach zwei von vier Läufen belegt der Vierer-Bob mit André Lange nur den dritten Platz. Dabei konnte die Crew auf der umstrittenen Bahn in Whistler gerade noch einen Sturz vermeiden - andere Starter hatten weniger Glück.

Bob-Pilot Lange und Crew: Nach zwei Läufen nur auf Platz drei
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Bob-Pilot Lange und Crew: Nach zwei Läufen nur auf Platz drei


Hamburg - Der 36-jährige Lange entging in der berüchtigten "Fifty-Fifty"-Kurve nur knapp einem Sturz und muss nach zwei von vier Läufen um seinen fünften Olympiasieg bangen. Auf Weltmeister Steven Holcomb, der mit seinem "Night-Train" mit Startnummer eins zweimal Bahnrekord (50,86 Sekunden) fuhr, hat Lange mit seiner Crew Alexander Rödiger, Kevin Kuske und Martin Putze zur Halbzeit des Wettbewerbs bereits 44 Hundertstelsekunden Rückstand. Das bedeutet vorerst den dritten Platz.

"Gold ist weg. Aus eigener Kraft ist das nicht mehr aufzuholen", sagte Sportdirektor Thomas Schwab nach Langes Fahrten. "Er konnte die Linie nicht fahren. Er hat einfach keinen Halt." Vor Lange liegt noch der Kanadier Lyndon Rush auf Rang zwei. Karl Angerer belegt den siebten Platz und klagte: "Die Bahn ist sehr, sehr gefährlich. Das ist brutal, was den Piloten hier abverlangt wird."

Auch der ehemalige Doppel-Olympiasieger und Bundestrainer des Frauen-Bobteams Wolfgang Hoppe kritisierte die Bedingungen: "Es wird zur Farce. Man müsste das Rennen abbrechen. Dann gibt es halt keinen Olympiasieger im Viererbob."

Noch recht aussichtsreich im Rennen als Fünfter liegt Thomas Florschütz hinter dem Schweizer Ivo Rüegg. "Ich hatte im ersten Lauf einen Fehler in Kurve elf. Morgen greifen wir nochmal an", sagte der 32-Jährige vor den Finalläufen am Samstag (ab 22 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Lange, der sich bereits im Zweier-Wettbewerb Gold sichern konnte, begann stark und unterbot mit seiner Crew gleich den zuvor von Holcomb (4,75 Sekunden) aufgestellten Startrekord um zwei Hundertstelsekunden. Dieser wurde von der Lange-Crew im zweiten Lauf noch auf 4,70 Sekunden verbessert.

Lange rettet den zweiten Lauf, die Konkurrenz stürzt

Im zweiten Durchgang entging der deutsche Bob an der Ausfahrt von Kurve 13 nur knapp einem Sturz. "Der erste Lauf ist immer der schlimmste, im zweiten hatten wir das Glück auf unserer Seite. Es ist noch nicht vorbei, wir greifen morgen nochmal an", sagte Lange-Anschieber Kuske.

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Nachdem der lettische Mitfavorit Janins Minins nach einem Trainingssturz schon 24 Stunden vor dem Rennen absagte, erwischte es im ersten Durchgang den russischen Medaillenanwärter Alexander Subkow, der in all seinen Läufen zuvor mit einer sauberen Linie überzeugt und immerhin Bronze im Zweierbob gewonnen hatte. Auch der im Training starke Österreicher Wolfgang Stampfer kam nicht durch die berüchtigte Kurve "Fifty-Fifty".

Zudem stürzten der Slowake Milan Jagnesak, der Brite John Jackson, der Japaner Hiroshi Suzuki sowie der junge Amerikaner John Napier, der auf der anspruchsvollen Bahn in Lake Placid in diesem Winter immerhin seinen ersten Weltcup gewann. Alle Athleten blieben aber unverletzt.

jok/dpa/sid

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