Olympische Winterspiele McIvor gewinnt Skicross-Gold, Aus für Curling-Frauen

Ashleigh McIvor aus Kanada hat sich den Sieg im Skicross gesichert. Die Sportart ist erstmals im olympischen Programm. Nach seinem Erfolg im Zweierbob fuhr André Lange auch im Viererbob-Training Bestzeiten. Für die deutschen Curling-Frauen ist nach der Vorrunde Schluss.

Skicrosserin McIvor (r.): Gold bei der Olympia-Premiere
REUTERS

Skicrosserin McIvor (r.): Gold bei der Olympia-Premiere


Hamburg - Die Lokalmatadorin Ashleigh McIvor aus Vancouver ist die erste Olympiasiegerin im Skicross. Die Weltmeisterin setzte sich im Finale der besten Vier vor der Norwegerin Hedda Berntsen und der Französin Marion Josserand durch. Die 26-Jährige gewann damit die sechste Goldmedaille für Kanada bei den 21. Winterspielen in Vancouver. Die deutschen Starterinnen konnten dagegen in Medaillenkampf am Cypress Mountain nicht eingreifen. Anna Wörner, Heidi Zacher und Julia Manhard überstanden zwar die Qualifikation, scheiterten dann aber im Achtelfinale. Wörner fuhr mit Rang 17 noch die beste Platzierung ein, Zacher wurde 20. Julia Manhard belegte den 25. Platz. Schon bei den Männern waren Martin Fiala und Simon Stickl im Achtelfinale ausgeschieden.

McIvor dagegen sorgte für Jubel bei den 4384 Zuschauern. Die 25-Jährige fuhr mit einem Siegesschrei ins Ziel und ließ sich feiern. Zuvor hatte es auf dem spektakulären Kurs wie in der Männerkonkurrenz heftige Stürze und harte Duelle gegeben. Am schlimmsten erwischte es Julia Liwinskaja im Achtelfinale. Die Russin musste nach einem Sturz zehn Minuten lang behandelt werden und wurde auf einem Rettungsschlitten in den Zielbereich gefahren. Katharina Gutensohn aus Österreich scheiterte im Achtelfinale. Die 43-Jährige war zuvor als alpine Rennläuferin dreimal für den Deutschen Skiverband (DSV) bei Olympia an den Start gegangen (1992, 1994, 1998). "Es war ein Desaster", sagte die frühere WM-Zweite in der Abfahrt.

Zwei Tage nach seinem Olympiasieg im Zweierbob hat André Lange seine Goldambitionen auch mit dem großen Schlitten untermauert. Der 36-Jährige fuhr in den ersten beiden Vierer-Trainingsläufen im Whistler Sliding Centre jeweils Bestzeit. Der viermalige Olympiasieger lag dabei im ersten Lauf 0,04 Sekunden vor Weltmeister Steven Holcomb aus den USA. Im zweiten Durchgang hatte Holcomb dann 0,05 Sekunden Rückstand auf Lange und seine Crew. Der Olympiazweite Thomas Florschütz fuhr auf die Plätze fünf und elf, Karl Angerer wurde Zwölfter und Sechster. Die beiden Trainingsläufe im umstrittenen Hochgeschwindigkeitskurs verliefen ohne Zwischenfälle. "Nach der Bahnbegehung war ich mir nicht sicher, ob ich fahren werde. Aber man hat danach viel an der Bahn gearbeitet. Es ist kein Vergleich zum Zweier", sagte Angerer. Die Bahnarbeiter hatten viel Eis aus der Bahn genommen und somit einige gefährliche Stellen entschärft. "Sie haben gute Arbeit gemacht", sagte Florschütz.

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Vancouver 2010: Alle deutschen Medaillengewinner

Die Medaillenvergabe im Curling findet ohne deutsche Beteiligung statt. Nach Andy Kapp scheiterte am Dienstag auch die siebenmalige Europameisterin Andrea Schöpp mit ihrem Team in der Vorrunde. Die 44-Jährige unterlag in ihrem achten Turnierspiel dem Olympiazweiten Schweiz um Skip Mirjam Ott 2:4. Mit einer Bilanz von 3:5 Siegen kann Schöpp selbst mit einem Erfolg zum Abschluss am Dienstagabend Ortszeit gegen Olympiasieger Schweden im Zehnerfeld nicht mehr unter die besten Vier kommen. Kapp war am Montag nach einem abschließenden 2:8 gegen den Weltmeister Großbritannien mit einer Bilanz von 4:5 Siegen ebenfalls vorzeitig gescheitert. Andrea Schöpp hatte das Halbfinale schon vor den letzten drei Spielen abgehakt. "Da müsste schon ein kleines Wunder passieren", hatte die Demonstrationsolympiasiegerin von 1992 erklärt.

Vier Olympia-Touristen haben den Gastgeber Kanada um Asyl gebeten. Das bestätigte Johanne Nadeau, Sprecherin der kanadischen Einwanderungsbehörde. "Sie haben angegeben, als Besucher zu kommen. Nun beharren sie darauf, politische Flüchtlinge zu sein", sagte Nadeau der Tageszeitung "Vancouver Sun". Es handele sich weder um Athleten noch um Offizielle, Volunteers oder Pressevertreter. Die Asylsuchenden stammen laut offizieller Angaben aus Nationen, in denen für den Kanada-Aufenthalt kein Visum beantragt werden musste. Aus Gründen des Datenschutzes werden die Nationalitäten der Personen nicht veröffentlicht.

Ralph Krueger hat bei seinem letzten Turnier als Eishockey-Nationaltrainer der Schweiz nach einem Penalty-Krimi mit seinem Team das Viertelfinale erreicht. Der ehemalige deutsche Nationalspieler setzte sich mit den Eidgenossen 3:2 (1:1, 1:1, 0:0, 0:0, 1:0) gegen Weißrussland durch. In der Runde der letzten Acht trifft der WM-Neunte am Mittwoch auf den Vorrundenersten USA. Zum Abschluss seiner 13-jährigen Amtszeit verbuchte der Deutsch-Kanadier damit noch einen Erfolg, nachdem er bei der Heim-WM 2009 das Viertelfinale verpasst hatte. Krueger kann sogar noch sein bestes Olympia-Ergebnis übertreffen: 2006 in Turin hatte er die Schweizer auf Platz sechs geführt.

luk/sid/dpa



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Seite 1
MadMad 11.02.2010
1. Doping
nach den Doping Gerüchten (?) der letzten Tage lässt sich laum etwas sagen. Gute Chancen haben die Deutschen, wenn sie nicht erwischt werden ... MadMad von www.diemeinungen.de
Umberto, 11.02.2010
2.
Zitat von MadMadnach den Doping Gerüchten (?) der letzten Tage lässt sich laum etwas sagen. Gute Chancen haben die Deutschen, wenn sie nicht erwischt werden ... MadMad von www.diemeinungen.de
Die Geschichte mit dem Doping wird hier auch diskutiert. (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=11998) Aber Sie haben natürlich Recht, wenn die Deutschen sich beim Dopen nicht erwischen lassen, wird der Medaillenspiegel wohl einen erfreulichen Anblick bieten.
puter70 11.02.2010
3. Doping wahrscheinlich.
Olympische Höchstleistungen/Siege sind ohne unerlaubte Mittel kaum mehr möglich, deshalb steht jeder Medaillengewinner unter Dopingverdacht. Da es auch um viel Geld und die anschließende Vermarktung der Erfolge geht, haben die Athleten auch kein schlechtes Gewissen, sondern hoffen nur, dass sie nicht erwischt werden.- Übrigens sind die Zeiten vorbei, dass sich nationale Größe über die Anzahl der gewonnenen Medaillen definiert. Deshalb ist es verständlich, dass vielen Mitmenschen das Vancouver-Spektakel mit den zu erwartenden Doping-Siegern ziemlich gleichgültig ist.
krafts 12.02.2010
4.
Zitat von puter70Olympische Höchstleistungen/Siege sind ohne unerlaubte Mittel kaum mehr möglich, deshalb steht jeder Medaillengewinner unter Dopingverdacht. Da es auch um viel Geld und die anschließende Vermarktung der Erfolge geht, haben die Athleten auch kein schlechtes Gewissen, sondern hoffen nur, dass sie nicht erwischt werden.- Übrigens sind die Zeiten vorbei, dass sich nationale Größe über die Anzahl der gewonnenen Medaillen definiert. Deshalb ist es verständlich, dass vielen Mitmenschen das Vancouver-Spektakel mit den zu erwartenden Doping-Siegern ziemlich gleichgültig ist.
Doping wurde schon in gefühlten 1000 Threads diskutiert. Ich will auch nicht drumreden. Klar ist Doping ein Problem und wird es auch immer bleiben. Aber dass man in einem Forum gar nicht mehr die Leistungen der Sportler diskutieren kann, nervt mich. Bis jetzt kein einziger Beitrag hier, in dem nicht das Wort Doping fehlt so nach dem Motto : sind ja eh alle gedopt. Diskutieren Sie doch in den dafür eigens geschaffenen Threads. Nun zum Thema: Sicher wird es für die deutschen Sportler einige Medaillen geben. Dass es so viele werden, wie in Turin glaube ich nicht. Aber meiner Meinung nach wird der Medaillenspiegel eh überbewertet und spiegelt auch nicht exakt die Leistung des ganzen Teams wieder.
MadMad 12.02.2010
5.
Zitat von kraftsDoping wurde schon in gefühlten 1000 Threads diskutiert. Ich will auch nicht drumreden. Klar ist Doping ein Problem und wird es auch immer bleiben. Aber dass man in einem Forum gar nicht mehr die Leistungen der Sportler diskutieren kann, nervt mich. Bis jetzt kein einziger Beitrag hier, in dem nicht das Wort Doping fehlt so nach dem Motto : sind ja eh alle gedopt. Diskutieren Sie doch in den dafür eigens geschaffenen Threads. Nun zum Thema: Sicher wird es für die deutschen Sportler einige Medaillen geben. Dass es so viele werden, wie in Turin glaube ich nicht. Aber meiner Meinung nach wird der Medaillenspiegel eh überbewertet und spiegelt auch nicht exakt die Leistung des ganzen Teams wieder.
Ich glaube auch nicht, dass die Deutschen so stark werden wie in Turin. Allein schon die Biathleten laufen hinter der Form von Turin hinterher und das sind doch bald 50% der Miete. Mal sehen, was die Rodler bringen. Ist eigentlich Cross-Ski oder wie das heisst jetzt offiziel im Programm ? MadMad von www.diemeinungen.de
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