Paralympics in Vancouver Zweites Gold für Bentele

Erfolgreicher Tag in Vancouver: Verena Bentele gewann die Goldmedaille über 15 Kilometer im freien Stil, es ist bereits ihre zweite bei den Paralympics 2010. Gerd Schönfelder und Andrea Rothfuß fuhren zu Slalom-Silber.
Gold-Gewinnerin Bentele (mit Begleitläufer Thomas Friedrich): Erste über 15 Kilometer

Gold-Gewinnerin Bentele (mit Begleitläufer Thomas Friedrich): Erste über 15 Kilometer

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Hamburg - Deutschlands Team hat bei den Paralympics in Vancouver die Spitze der Nationenwertung im Blick. Verena Bentele gewann ihr zweites Gold, Silber im Slalom ging an Gerd Schönfelder und Andrea Rothfuß. Die 28-jährige Bentele, blind seit ihrer Geburt, gewann in der Loipe über 15 Kilometer im freien Stil.

Auf Franz's Run fuhren Schönfelder und Rothfuß auf Platz zwei. Für Unruhe neben dem Jubel im deutschen Lager sorgte Biathlet Thomas Oelsner mit einem Sabotage-Vorwurf. Zum Ausklang des dritten Wettkampftags enttäuschten die Rollstuhl-Curler, WM-Dritte von 2009, bei der 3:9-Pleite gegen die Schweiz und ihrer zweiten Niederlage im vierten Spiel.

Die Freude war groß bei Bentele nach ihrem neunten Triumph bei Paralympics: "Das werden schon ein bisschen Bentele-Spiele hier", sagte sie im Wissen, dass sie zwei Tage nach dem Biathlon-Gold im Jagdrennen wieder Großes geleistet hatte. Mehr als drei Minuten lagen zwischen ihr und der Russin Ljubow Wasiljewa. Bentele: "Ich wollte unbedingt gewinnen." Und es glückte, das dritte deutsche Gold der Spiele in Kanada war perfekt. Deutschland ist im Medaillenspiegel nun Zweiter hinter dem mit sechs Goldmedaillen dekorierten Team aus Russland.

Die Chance zur dritten Goldmedaille hat Bentele am Donnerstag: Dann geht sie über fünf Kilometer im klassischen Stil in die Loipe.

Bei Schönfelder und Rothfuß wurde es zweimal Rang zwei. Der armamputierte Schönfelder musste sich lediglich dem Neuseeländer Adam Hall geschlagen geben. Die 21-jährige Rothfuß, die an der Hand beeinträchtigt ist, fuhr hinter der Kanadierin Lauren Woolstencroft zu Silber.

Rothfuß war "sehr glücklich. Mir ist der erste Stein vom Herzen gefallen. Was ich mir vorgenommen hatte, ist jetzt schon erreicht". Und Schönfelder war einen Tag nach dem Slalom-Gold des im Monoski sitzenden Kollegen Martin Braxenthaler begeistert: "Das ist ein Juhu-Silber. Ich habe Silber gewonnen, wenn man vom vierten Platz kommt."

Fast wäre der 39-Jährige noch ganz oben auf dem Podest angekommen: Hall stürzte in Durchgang zwei, setzte seine Fahrt aber gerade noch rechtzeitig fort, um eine halbe Sekunde Vorsprung auf Schönfelder zu retten. "Ich dachte schon, das könnte mir jetzt reichen." Doch es blieb bei Silber.

Die deutschen Langläufer gingen dagegen leer aus. Im 20-Kilometer-Wettbewerb der Sehbehinderten belegten Willi Brem und Frank Höfle die Plätze vier und fünf. Kanadas Top-Behindertensportler Brian McKeever war in 51:14,7 Minuten nicht zu schlagen.

In der Kategorie der Stehend-Läufer wurde Oelsner Zehnter - und sorgte anschließend für interne Turbulenzen. Zwei Tage nach seinem 14. Platz im Biathlon-Jagdrennen sprach er im ARD-Hörfunk von "Sabotage". Angeblich soll sein Gewehr von Unbekannten so manipuliert worden sein, dass der fünffache Paralympics-Gewinner beim Schießen entscheidend an Zeit verlor. Man glaube ihm, beweisen jedoch könne man nichts, hieß es vonseiten der Mannschaftsleitung.

Der Deutsche Behindertensportverband hat die Zusammenarbeit mit seiner Alpin-Skitrainerin Maike Hujara bis zu den Winter-Paralympics 2014 in Sotschi verlängert. Das gab Karl Quade, Chef de Mission der deutschen Mannschaft bei den Spielen in Vancouver bekannt. Die 25-jährige Maike Hujara arbeitet seit 2008 für die Dachorganisation des deutschen Behindertensports.

luk/dpa
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