Paralympics Schwedischer Curler des Dopings überführt

Eine vergessene Ausnahmegenehmigung hat offenbar den ersten Dopingfall bei den Winter-Paralympics in Vancouver verursacht: Dem schwedischen Curler Glenn Ikonen wurde die Einnahme eines Blutdruckhemmers nachgewiesen, der auf der Dopingliste steht.

Curler Ikonen (vorne): Unglaublich schockiert und traurig
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Curler Ikonen (vorne): Unglaublich schockiert und traurig


Hamburg - Die Winter-Paralympics in Vancouver haben ihren ersten Dopingfall: In einer Urinprobe des schwedischen Curlers Glenn Ikonen wurde ein auf der Dopingliste stehendes Mittel nachgewiesen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Offenbar handelt es sich um ein blutdruckhemmendes Mittel. Derzeit wird über das Strafmaß gegen den 54-jährigen Curler entschieden, zunächst tritt aber automatisch eine Zweijahres-Sperre in Kraft. Ikonen soll das Mittel seit Jahren eingenommen haben. Nach Informationen des Sportinformationsdienstes hätte er aus gesundheitlichen Gründen eine Ausnahmegenehmigung zur Einnahme des Mittels bekommen können, hat diese aber vergessen zu beantragen.

"Ich bin unglaublich traurig und schockiert", sagte Ikonen: "Ich habe nicht versucht, irgendwen zu betrügen." Er benutze das Mittel seit Jahren, sein Arzt in Schweden habe es ihm verschrieben. "Ich habe meinem Arzt vertraut. Ich hätte nie etwas getan, was illegal ist", so Ikonen. Seine Mannschaft hat keine Konsequenzen zu befürchten, da laut IPC-Regelung erst bei zwei positiv getesteten Spielern eine Bestrafung des Teams erfolgen kann. Im Entscheidungsspiel gegen Italien, in dem die Schweden durch ein 6:5 das Halbfinale erreichten, wurde Ikonen schon nicht mehr eingesetzt.

Schaffelhuber trägt die deutsche Fahne

Die 17-jährige Monoski-Fahrerin Anna Schaffelhuber wird bei der Abschlussfeier der Winterspiele die deutsche Fahne tragen. Schaffelhuber hatte bei ihrer Paralympics-Premiere überzeugt. "Das ist einfach nur geil. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet, sogar noch weniger als mit meiner Medaille", sagte Schaffelhuber. Am Freitag hatte sie im Super-G in der sitzenden Klasse eine Medaille gewonnen, obwohl sie in dieser Disziplin zuvor noch kein Weltcup-Rennen bestritten hatte.

Deutschlands Chef de Mission begründete die Wahl von Schaffelhuber damit, "dass wir als Zeichen für die Zukunft eine junge und erfolgreiche Athletin nehmen wollten". Vor ihrem Bronzelauf im Super-G war Schaffelhuber Vierte im Slalom und Siebte im Riesenslalom geworden. Auf die Abfahrt hatte sie noch verzichtet, weil sie Bedenken wegen der hohen Geschwindigkeit hatte.

jar/sid



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