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31. Januar 2008, 16:24 Uhr

Positive B-Probe

Biathletin Varis droht lebenslange Doping-Sperre

Sie hat nichts gelernt: Die finnische Biathletin Kaisa Varis ist des Epo-Doings überführt worden - zum zweiten Mal. Damit dürfte sich der Profisport für die 32-jährige Wiederholungstäterin endgültig erledigt haben.

Hamburg - Das Ergebnis der positiven B-Probe gab der Biathlon-Weltverband Ibu am Rande der Junioren-WM in Ruhpolding auf einer Pressekonferenz bekannt. Die A-Probe war bereits zuvor positiv getestet worden. Die Urinkontrolle wurde am 6. Januar in Oberhof vorgenommenen.

Finnische Biathletin Kaisa Varis: Gefrorenes Lächeln
DPA

Finnische Biathletin Kaisa Varis: Gefrorenes Lächeln

Varis, die bereits zwischen 2003 und 2005 als Langläuferin für zwei Jahre wegen Epo-Missbrauchs gesperrt war, muss nun mit einer lebenslangen Sperre durch die Ibu rechnen. Der finnische Verband hatte sie bereits nicht mehr für die in zehn Tagen beginnende Biathlon-WM gemeldet.

Nach ihrem Sprint-Sieg am 11. Januar in Ruhpolding hatte Varis erneute Doping-Verstrickungen zurückgewiesen und um Vergebung für ihre früheren Doping-Fehltritte gebeten. "Ich will nichts verleugnen, aber ich kann die Zeit nicht zurückdrehen und will nur über 2008 reden", sagte Varis.

2001 war Kaisa Varis in den Langlaufskandal bei der nordischen Ski-WM in Lahti verwickelt gewesen. Dort hatte sie Bronze im 15 Kilometer-Einzelrennen gewonnen. Der Sieg mit der finnischen Staffel wurde wieder aberkannt, da ihre Teamkollegin Virpi Kuitunen gedopt war. Bei der WM 2003 in Val di Fiemme wurden bei Varis auffällige Blutwerte festgestellt. Für das Einzel-Rennen wurde sie daher mit einer Schutzsperre belegt. Am Staffel-Rennen nahm sie teil und errang Silber. Doch auch diese Medaille wurde nach dem positiven Test aberkannt.

Für die Ibu war der Wechsel der dopingbelasteten Finnin zu den Skijägern bereits länger ein ungelöstes Problem. "So einen Fall hatten wir noch nie. Deshalb haben wir dafür auch noch keine Regel", hatte bereits der norwegische Ibu-Präsident Anders Besseberg gesagt. Inzwischen denkt man über Vorkehrungen nach, damit künftig keine dopingbelasteten Athleten aus anderen Fachverbänden in den Biathlon-Sport wechseln können.

Die Ibu gab außerdem bekannt, dass der bei den Olympischen Winterspielen 2006 des Blutdopings überführte Österreicher Wolfgang Rottmann bis zum 17. Juli 2009 gesperrt wird. Der Salzburger hatte vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bereits eine lebenslange Sperre erhalten.

fpf/sid/dpa

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