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11. Januar 2014, 19:50 Uhr

Neureuthers Triumph im Riesenslalom

"Brutal, unglaublich, gewaltig, Wahnsinn!"

Sein Erfolg in Adelboden ist eine Sensation: Felix Neureuther hat für den ersten deutschen Weltcup-Sieg im Riesenslalom seit 40 Jahren gesorgt. Nun gilt der 29-Jährige als deutscher Hoffnungsträger für die Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Hamburg - Felix Neureuther war auf der Suche nach der passenden Beschreibung für das, was er soeben geleistet hatte. "Das ist echt brutal, unglaublich, gewaltig, ein Wahnsinn!", sagte der 29-Jährige nach seinem spektakulären Sieg im Weltcup-Riesenslalom im Schweizer Adelboden. "Das ist auch historisch", sprudelte es aus ihm heraus.

Diese Einordnung des eigenen Erfolgs war keine Übertreibung im Siegesrausch. Neureuther hat deutsche Ski-Geschichte geschrieben. Als erst zweiter Deutscher errang er einen Sieg in der Disziplin Riesenslalom - genau 40 Jahre nach Max Riegers Triumph am Mont St. Anne in Kanada.

"Er ist ein würdiger Nachfolger"

"Es ist kaum zu glauben, dass es so lange gedauert hat, bis es jetzt wieder einer schafft", sagte jener Rieger nach Neureuthers Sieg. "Dass es der Felix ist, macht mich richtig glücklich. Er ist ein würdiger Nachfolger." Auch von anderer Seite gab es ein Kompliment: "Felix, du bist a Hund! Hut ab", schrieb Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger bei Facebook.

Der Triumph in Adelboden war der siebte in Neureuthers Karriere, seinen Vater, Christian, einst ebenfalls erfolgreicher Ski-Fahrer, hat er damit überholt. "Dass ich ihn überflügelt habe, ist schon wichtig, jetzt kann ich ihn daheim ein bisschen aufziehen", scherzte Neureuther, der nun gleichauf mit Armin Bittner auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste hinter Markus Wasmeier (neun Siege) rangiert. "Es ist schon schade, dass ich mit nur sieben Weltcupsiegen der Zweitbeste in Deutschland bin. Wir haben noch viel Arbeit vor uns", so Neureuther.

Zumindest im eingeschlagenen Weg sah sich Alpindirektor Wolfgang Maier durch den Sieg aber bestätigt. "Wir haben sicherlich die technischen Disziplinen in den vergangenen zwei Jahren erheblich nach vorne gebracht."

"Das hätte ich nie zu träumen gewagt"

Erfolge im Riesenslalom schienen vor kurzem noch vollkommen unrealistisch. Die Stars der Disziplin heißen Marcel Hirscher (Österreich) und Ted Ligety (USA). Dass ausgerechnet ein deutscher Athlet die Favoriten abhängen würde, damit hatte niemand gerechnet - Neureuther eingeschlossen: "Wenn ich denke, wo ich vor zwei Jahren noch war im Riesenslalom, das hätte ich nie zu träumen gewagt. Das ist richtig geil."

Nun ist Träumen erlaubt, nicht nur wegen des Sieges in Adelboden. Bereits vergangene Woche gelang Neureuther ein Triumph beim Slalom-Weltcup in Bormio, in der aktuellen Form gehört er auch bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi (7. bis 23. Februar) zum Kreis der Medaillenanwärter. Sein Vorgänger Max Rieger würde es ihm gönnen: "Ich hoffe, dass das bis Olympia anhält."

mon/dpa/sid

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