Rodel-Weltcup Loch stürzt, Hackls Österreicher feiern Vierfachsieg in Innsbruck

Deutschlands Rennrodler um den mehrfachen Olympiasieger Felix Loch traten zum Weltcup-Auftakt erstmals nicht mit, sondern gegen Ex-Coach Georg Hackl an – und kassierten eine deutliche Niederlage.
Auf ihm ruhen die deutschen Rodelhoffnungen: Felix Loch

Auf ihm ruhen die deutschen Rodelhoffnungen: Felix Loch

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Florian Schroetter / AP

Verlassen vom Glück und von seinem Mentor Georg Hackl hockte Felix Loch angeschlagen in der Eisrinne von Innsbruck: Der dreimalige Olympiasieger konnte der Dominanz der österreichischen Rennrodler beim Weltcup-Auftakt nichts entgegensetzen. Gleich im ersten Rennen der neuen Saison musste Loch im Olympia-Eiskanal einen Rückschlag hinnehmen. Nach durchwachsenem erstem Lauf stürzte er im zweiten bei der Anfahrt zur Kurve 14.

Gastgeber Österreich feierte unter den Augen des neuen Trainers Hackl einen Vierfachsieg: Nico Gleirscher gewann vor Wolfgang Kindl, Jonas Müller und David Gleirscher.

Hackl, langjähriger Trainer und Materialentwickler der Deutschen, hatte im Sommer die Seiten gewechselt. Überbewerten wollte er den Auftakterfolg aber nicht: »Das war jetzt einfach ein Heim-Weltcup zum Auftakt, der gut und glücklich gelaufen ist«, sagte Hackl in der ARD. »Das ist aber auch für mich sehr überraschend. Ich wusste, dass wir in jeder Disziplin Topleute haben, aber dass es in dieser Leistungsdichte klappt, habe ich nicht erwartet.«

Die deutschen Rodler sind erfolgsverwöhnt – eigentlich

Denn ob bei Männern, Frauen oder in beiden Doppelsitzer-Kategorien: Der Sieg ging immer an Österreich. Ein Dämpfer fürs deutsche Team nach dem Medaillenspektakel in Peking. Besonders deutlich wurde es dann am Sonntag. Loch hatte schon nach dem ersten Lauf als Sechster aussichtslos zurückgelegen. Bester Deutscher: der 19-jährige Weltcup-Debütant Timon Grancagnolo als Siebter.

Gefehlt hat Olympiasieger Johannes Ludwig. Er hatte seine Karriere nach dem Triumph in Peking beendet. Die deutschen Hoffnungen ruhen daher vor allem auf Loch. Der 33 Jahre alte Rekordweltmeister blieb im vergangenen Winter allerdings ohne Weltcupsieg und fuhr bei Olympia als Vierter am Podest vorbei.

Deutschlands Rekord-Winterolympionikin Natalie Geisenberger (sechsmal Gold) fehlte ebenfalls, sie erwartet ihr zweites Kind.

Österreich will weiter angreifen

Loch wirkte nach seinem Sturz angeschlagen, verließ aber selbstständig die Eisrinne. »Natürlich leidet man da mit«, sagte Hackl, »Felix ist ein guter Freund«. Vor allem für Loch war Hackl als Trainer ein Mentor. Nun soll der Österreich helfen, an der »Rodel-Großmacht Deutschland vorbeizuziehen und die Nummer eins zu werden«, sagte Markus Prock, Präsident des österreichischen Verbandes.

Innsbruck war allerdings ein Heimspiel, hier sehen die Österreicher traditionell gut aus, wenn auch selten derart stark. Zudem wird das Material langfristig entwickelt, Hackls Einfluss dürfte zum Start des Winters noch recht oberflächlich sein.

Es ist in dennoch ein Warnsignal für die deutschen Athletinnen und Athleten. Bei den kommenden Übersee-Weltcups im kanadischen Whistler und auf der US-Bahn in Park City hat keines der beiden Teams einen grundsätzlichen Vorteil, hier dürfte es ein deutlicheres Leistungsbild geben. Auf Heimbahnen fahren die Deutschen erst spät in diesem Winter: Die WM steigt Ende Januar in Oberhof, danach stehen noch ein Weltcup in Altenberg und zwei in Winterberg an.

ngo/dpa/sid
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