Leistungssteigerung durch Inhalation Russischer Offizieller hält Xenon-Einsatz für möglich

Die Inhalation von Xenon gilt bislang nicht als Doping, leistungssteigernde Effekte werden der Methode allerdings nachgesagt. Russische Athleten sollen sie schon seit zehn Jahren anwenden. Auch der Chef der medizinisch-biologischen Agentur Russlands schließt das nicht aus.

Doping-Kontrollen in Sotschi: Kein Nachweis von Xenon möglich
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Doping-Kontrollen in Sotschi: Kein Nachweis von Xenon möglich


Hamburg - Wladimir Uiba, Chef der staatlichen medizinisch-biologischen Agentur Russlands (FMBA), hat in einer ersten Reaktion auf verschiedene Medienberichte den Gebrauch des Edelgases Xenon bei russischen Athleten angedeutet. "Xenon ist nicht illegal", sagte Uiba mehreren russischen Nachrichtenagenturen: "Es ist möglich, dass unsere Sportler Xenon-Inhalatoren benutzt haben. Daran ist nichts falsch."

Recherchen des WDR und des "Economist" hatten nahegelegt, dass in Russland seit Jahren mit einer bislang nicht nachweisbaren Methode zur Leistungssteigerung gearbeitet wird. Demnach sollen Athleten des Olympia-Ausrichters schon seit den Sommerspielen 2004 in Athen versuchen, mit dem Edelgas Xenon ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Der Staat soll dazu sogar Studien in Auftrag gegeben habe.

Das Edelgas bewirkt laut international anerkannten Studien die Ausschüttung des körpereigenen Hormons Erythropoetin (Epo) durch die vorherige Produktion eines speziellen Proteins. Epo regt die Herstellung der roten Blutkörperchen an, die für den Sauerstofftransport zuständig sind. Der "Economist", der Anfang Februar von der Xenon-Methode berichtet hatte, wies auf die Vergleichbarkeit mit einer Trainingsmethode in Höhenkammern hin.

"Wir halten uns an das Prinzip, keine Dinge einzusetzen, die von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada verboten sind", sagte Uiba. Bislang gilt die Benutzung von Xenon nicht als Doping, Experten sind sich uneinig, wie die Methode zu bewerten ist.

"Wir benutzen etwas, was nicht illegal und nicht schädlich ist sowie keine Nebenwirkungen hat", sagte Uiba. Wada-Präsident Craig Reedie versprach schnellstmögliches Handeln. "Unsere Kommission, die die Verbotsliste überwacht, wird sich der Sache schnell annehmen. Bereits bei ihrer nächsten Sitzung nach Olympia wird das Thema Gas-Inhalation behandelt", sagte der Schotte.

psk/sid

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
hansulrich47 26.02.2014
1. Schwer zu glauben!
Wie soll ein Edelgas, das mit nichts reagiert, einen chemischen/biologischen/physiologischen Effekt bewirken? Beim Einatmen dürfte es ausser der Verminderung des Sauerstoffanteils in der Atemluft nichts bewirken. Dann kann man ebensogut im Unterdruckzelt schlafen .....
franzbiberkopf 26.02.2014
2.
Hypoxie bewirkt Epo-Ausstoß in der Niere ... der Sinn des Höhentrainings.
bushmills 26.02.2014
3. Training ist auch eine Form von Doping
Es hat schließlich eine leistungsfördernde Wirkung.
maric001 26.02.2014
4. Nicht dumm
Die Simulation von Höhentraining durch Verdünnung der Atemluft ist an und für sich eine ziemlich clevere Idee. Krafttraining mit Inhalator dürfte einfacher zu realisieren sein, als ein neues Trainingscenter in einer Hochebene zu bauen. Zusätzlich lässt sich der Xenonanteil schrittweise erhöhen.
nixkapital 27.02.2014
5. ?
Zitat von bushmillsEs hat schließlich eine leistungsfördernde Wirkung.
...und Leben ist eine Form des Sterbens...
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