Gedopte Biathletin Sachenbacher-Stehle verspricht "lückenlose Aufklärung"

Evi Sachenbacher-Stehle möchte bei der Aufarbeitung ihres Dopingfalls mit den Behörden und Verbänden zusammenarbeiten. Das gab der Anwalt der 33-jährigen Biathletin bekannt. Sachenbacher-Stehle war in Sotschi positiv auf ein Stimulans getestet worden.

Biathletin Sachenbacher-Stehle: "Evi versteckt sich nicht"
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Biathletin Sachenbacher-Stehle: "Evi versteckt sich nicht"


Hamburg - Evi Sachenbacher-Stehle kämpft nach der positiven Dopingprobe bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi um ihren Ruf. Die Biathletin möchte nach Angaben ihres Anwalts aktiv bei der Aufarbeitung des Falls mitwirken.

"Evi versteckt sich nicht und ist nicht abgetaucht. Sie will mit den Verbänden und der Öffentlichkeit zusammenarbeiten, um die Geschichte lückenlos aufzuklären", sagte ihr Rechtsanwalt Marc Heinkelein und kündigte für Montag eine schriftliche Erklärung an.

Die Biathletin war am Freitag wegen eines positiven Dopingbefundes vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) von den Winterspielen in Sotschi ausgeschlossen worden. In Sachenbacher-Stehles A- und B-Probe war das im Wettkampf verbotene Stimulans Methylhexanamin nachgewiesen worden.

"Wir reden hier nicht von der Kategorie knallhartes Doping, sondern über Nahrungsergänzungsmittel", sagte Heinkelein. Nun gehe es darum, die Ursache für den positiven Befund zu finden. "Der Vorwurf von bewusstem oder gar vorsätzlichem Doping wird ganz klar zurückgewiesen", sagte der Rechtsanwalt. Sachenbacher-Stehle selbst wolle sich zurzeit noch nicht öffentlich zu dem Thema äußern.

Die 33 Jahre alte Langlauf-Olympiasiegerin von 2002 und 2010 hatte bei ihrer Anhörung vor dem IOC eingeräumt, dass sie ein Nahrungsergänzungsmittel im Vertrauen auf Aussagen eines persönlichen Beraters vor der Einnahme nicht von offiziellen Stellen kontrollieren ließ. Bei Durchsuchungen von Sachenbacher-Stehles Wohnung und des Olympia-Stützpunktes Ruhpolding hatte das Landeskriminalamt Bayern verschiedene Nahrungsergänzungsmittel gefunden und ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verbreitung verbotener Substanzen eingeleitet.

Heinkelein betonte die Nebenrolle seiner Mandantin in den strafrechtlichen Untersuchungen. "Sie stand bei den Razzien nicht im Fokus, sie ist seit Beginn des Ermittlungsverfahrens lediglich als Zeugin involviert", sagte der Jurist. Ergebnisse der Analysen der aufgefundenen Mittel sollen im Laufe der Woche vorliegen. Schon am Montag will sich Heinkelein mit Spitzenfunktionären des Deutschen Skiverbands (DSV) in München treffen.

Mittlerweile hat auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eine Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

psk/sid



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frank_w._abagnale 23.02.2014
1. 2006 und heute.
Warum stellt sich ESS nicht noch einmal vor eine Kamera und heult? Ach ja. Das hat sie schon 2006 gemacht. Und so dumm, dass sie sich zweimal veräppeln lässt, ist die deutsche Öffentlichkeit zum Glück nicht. ESS sollte am besten schweigen und ihre Skier in die Ecke stellen.
HerbertVonbun 23.02.2014
2. Ach neeeeee!
Hört doch endlich mit dem Illusionsgeheule von offenen und ehrlichen Spielen auf! Das wird Jahr für Jahr mühseliger und verlogener! Denkt Euch was anderes aus! Die Völker wollen ja "Brot und Spiele!" Wirklich fade! Habe noch nie so oft weitergeschalten!
nemesis_01 23.02.2014
3. Das ist mit eins der Dopingprobleme.
Die erwischten haben null Unrechtsbewusstsein. Da heisst es nicht ein einziges Mal jawoll, ich habe betrogen, ich entschuldige mich, Strafe, Ende. Nein, da werden absurde und abstruse Ausreden und Erklärungen abgegeben, die eig. nur noch der erwischte selber glaubt. Vielleicht sollte man die Leute einfach nicht mehr zu Wort kommen lassen. Testen, veröffentlichen, verjagen, sperren, Ende. Damit diese Selbstdarstellung aufhört. Da Lob ich mir im übrigen den erwischten Österreicher. Der hat sofort gesagt was Sache war. Er hat beschissen und weg war er. So gehört das.
pirx64 23.02.2014
4. nur peinlich
Zitat von sysopREUTERSEvi Sachenbacher-Stehle möchte bei der Aufarbeitung ihres Dopingfalls mit den Behörden und Verbänden zusammenarbeiten. Das gab der Anwalt der 33-jährigen Biathletin bekannt. Sachenbacher-Stehle war in Sotschi positiv auf ein Stimulans getestet worden. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/sachenbacher-stehle-will-lueckenlose-aufklaerung-a-955172.html
WIe peinlich, da haben wir vor den Spielen schon unsere Siegeschancen geraubt gesehen durch Doping der Russen und dann selbst ...
pirx64 23.02.2014
5. Daumen hoch
Zitat von nemesis_01Die erwischten haben null Unrechtsbewusstsein. Da heisst es nicht ein einziges Mal jawoll, ich habe betrogen, ich entschuldige mich, Strafe, Ende. Nein, da werden absurde und abstruse Ausreden und Erklärungen abgegeben, die eig. nur noch der erwischte selber glaubt. Vielleicht sollte man die Leute einfach nicht mehr zu Wort kommen lassen. Testen, veröffentlichen, verjagen, sperren, Ende. Damit diese Selbstdarstellung aufhört. Da Lob ich mir im übrigen den erwischten Österreicher. Der hat sofort gesagt was Sache war. Er hat beschissen und weg war er. So gehört das.
agree
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