Attacke von Eisschnelllauf-Bundestrainer auf Claudia Pechstein "Sie hat noch nie im allgemeinen Interesse gehandelt"

Der Streit zwischen Eisschnelllauf-Bundestrainer Erik Bouwman und Olympionikin Claudia Pechstein geht in die nächste Runde. In einem offenen Brief kritisierte der Coach sie stark. Pechstein antwortete sarkastisch.
Claudia Pechstein: "Vielen Dank an den Bundestrainer"

Claudia Pechstein: "Vielen Dank an den Bundestrainer"

Foto: GEORGE FREY/EPA-EFE/REX

Bundestrainer Erik Bouwman hat einen Tag vor Beginn der Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften Claudia Pechstein scharf angegriffen. "Leider sorgt ihr Verhalten dafür, dass wir ihre Leistungen nicht mehr genießen können. Über ihre übertriebene Freundlichkeit könnten alle im deutschen Team kotzen. Sie trägt eine Maske mit einer boshaften doppelten Agenda", schrieb Bouwman in einem Brief, den die "Bild"-Zeitung veröffentlichte .

Dass ihr Freund Matthias Große eine ernsthafte Option auf das Amt des DESG-Präsidenten ist, sei "der größte Witz, den ich je im Spitzensport erlebt habe", schrieb Bouwman.

"Alle Menschen, die sich ein bisschen im Eisschnelllauf auskennen, wissen, dass Claudia Pechstein nur Eigeninteressen hat. Sie hat noch nie im allgemeinen Interesse gehandelt", so Bouwman weiter.

Große kontert mit Klinsmann-Verweis

Der Streit zwischen Bouwman und der 48-jährigen Pechstein geht schon seit dem vorigen Sommer, als der Niederländer erklärte, er habe "keinen Bock", die fünfmalige Olympiasiegerin aus Berlin zu trainieren.

Pechstein, die am Samstag bei der Mehrkampf-WM in Hamar antritt, sagte auf Anfrage: "Ich bin hier bei einer WM und konzentriere mich auf den Sport. Vielen Dank an den Bundestrainer, dass er mich mit seiner Wortmeldung unmittelbar vor dem Beginn der Wettkämpfe bestmöglich unterstützt."

Ihr Lebensgefährte Große konterte unter Anspielung auf die Vorgänge bei Hertha BSC: "Da hat Erik Bouwman aber blitzartig von Jürgen Klinsmann gelernt, wie man sich selbst disqualifiziert. Da habe ich es relativ einfach und muss nur Michael Preetz zitieren: Das ist perfide, das ist ungehörig."

Große, der sich um das vakante Präsidentenamt im Verband bemüht, sagte weiter: "Jemand, der die erfolgreichste Athletin des Verbands am Tag vor der WM öffentlich diskreditiert, ist nicht in der Lage, ein Team zu führen. Wenn sein Verhalten nicht unverzüglich sanktioniert wird, ist es mehr denn je Zeit dafür, im Verband für Ordnung zu sorgen."

bka/dpa
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