Comeback nach fast 1000 Tagen Pause Abfahrtsläufer Dreßen rast in die Top Ten

995 Tage nach seinem bislang letzten Aufritt im Ski-Weltcup meldete sich Abfahrer Thomas Dreßen eindrucksvoll zurück. Im kanadischen Lake Louise kam er auf Platz acht, war damit bester Deutscher und knackte die WM-Norm.
Thomas Dreßen in Lake Louise: Der Körper hält

Thomas Dreßen in Lake Louise: Der Körper hält

Foto: Christophe Pallot/Agence Zoom / Getty Images

Deutschlands bester Abfahrer Thomas Dreßen hat sich bei seinem Comeback im kanadischen Lake Louise eindrucksvoll zurückgemeldet und seine Vorreiterrolle im deutschen Speed-Team untermauert. Über zweieinhalb Jahre nach seinem letzten Weltcup fuhr der 29 Jahre alte Skirennfahrer beim Sieg des Norwegers Aleksander Aamodt Kilde auf Platz acht und knackte auf Anhieb die nationale WM-Norm.

»Ich bin mega happy mit der Fahrt«, sagte Dreßen: »Beim Start habe ich die Nervosität gespürt. Es hat sich angefühlt, wie nach Hause zu kommen. Dann habe ich gedacht: Jetzt muss ich abliefern. Das habe ich ganz gut gemacht.« Daniel Hemetsberger aus Österreich belegte Rang zwei (+0,06 Sekunden) vor dem Schweizer Marco Odermatt (+0,10).

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Stark präsentierte sich auch Romed Baumann (Kiefersfelden). Der WM-Zweite von 2021 im Super-G fuhr auf Rang zehn, Dominik Schwaiger (Königssee) erreichte Rang zwölf. Wie Dreßen, der die Startnummer vier ergattert hatte, waren sie sehr früh an der Reihe.

Das Rennen auf der »Olympic Downhill«-Strecke von Lake Louise, auf der Dreßen 2019 beim ersten Start nach seinem Kreuzbandriss gewonnen hatte, war die erste Weltcup-Abfahrt der Saison. Zuvor waren die beiden geplanten Wettbewerbe am Matterhorn wegen zu wenig Schnee abgesagt worden. Für Dreßen endete damit eine lange Leidenszeit, das Rennen am Samstag war sein erster Start im Weltcup nach 995 Tagen.

Vor allen eine schwere Knieverletzung und Schmerzen in der Hüfte warfen ihn lange zurück, viele bezweifelten, dass der Kitzbühel-Sieger von 2018 jemals wieder an sein altes Leistungsniveau anknüpfen könne. Auch Dreßen selbst haderte mit der Situation, wie er dem SPIEGEL erzählte.  Vor allem die vergangene Saison sei hart gewesen. »Meine Teamkollegen starteten gerade in die Weltcupsaison, und ich wusste nicht einmal, ob ich überhaupt wieder Skifahren kann.« Auch die Olympischen Spiele in Peking verpasste er.

Nun war der fünfmalige Weltcupsieger bei seinem ersten Auftritt prompt wieder in der Weltspitze vertreten.

Dabei stand der Weltcup in Kanada zunächst unter keinem guten Stern, am Freitag war das Rennen kurzfristig »wegen der aktuellen Wettersituation und der Prognose für den weiteren Tag« verschoben worden. Die schlechte Sicht machte einen Start unmöglich. Für die Männer war es überhaupt erst das zweite Saisonrennen nach dem Weltcup-Auftakt in Sölden (Riesenslalom).

Am Sonntag steht in Lake Louise noch ein Super-G auf dem Programm.

kjo/cev/dpa/sid
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