Ski alpin Eberharter droht Karriere-Ende


Val d'Isere/Sestriere - Dem Triumph auf der Abfahrt folgte der Albtraum im Tiefschnee. Ein harmlos aussehender Sturz beim Riesenslalom am Sonntag im französischen Val d'Isere hat Österreichs Skistar Stephan Eberharter jäh gestoppt. Der 33 Jahre alte Gesamt-Weltcupsieger rutschte im ersten Durchgang nach 60 Sekunden Fahrzeit aus, fiel in den Neuschnee am Rande der Piste und erlitt dabei eine schwere Bänderverletzung im rechten Knie.

Der östereichische Mannschaftsarzt Herbert Resch stellte bei einer ersten Untersuchung im Mannschaftshotel eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes fest. Unmittelbar danach flog der Patient nach Hause, um sich in der Universitäts-Klinik in Innsbruck einer Kernspintomographie zu unterziehen.

Tags zuvor hatte Eberharter noch Ski-Geschichte geschrieben und nach Lake Louise und Beaver Creek vor seinen Landsleuten Klaus Kröll und Andreas Schifferer auch die dritte Abfahrt der Saison gewonnen. Als erster Abfahrer überhaupt siegte er zwei Jahre in Folge in Val d'Isere, als erstem Abfahrer seit Franz Klammer 1977 gelang ihm das Kunststück, die ersten drei Saisonrennen zu gewinnen.

Während Eberharter nach seinem 21. Weltcupsieg womöglich vor dem Ende seiner Karriere steht, durfte sich der Schweizer Michael von Grünigen über den 22. Weltcupsieg seiner Karriere freuen. In der Gesamtzeit von 2:26,46 Minuten gewann der 33 Jahre alte Weltmeister den Riesenslalom knapp vor dem Amerikaner Bode Miller (2:26,57) und dem Österreicher Christoph Gruber (2:26,89), der vom 29. Platz aufs Podium stürmte. Andreas Ertl (Lenggries) fuhr überraschend auf den 25. Rang und bescherte dem DSV in seiner Problemdisziplin das beste Resultat seit fast drei Jahren.

Martina Ertl macht im Gesamtweltcup Boden gut


Solide dagegen war einmal mehr die Vorstellung von Andreas Ertls Schwester Martina. Die 29-Jährige war angesichts ihres achten Rangs beim erstmals ausgetragenen "K.o.-Slalom" im italienischen Sestriere hoch zufrieden. "Das hat totalen Spaß gemacht, das war echt lustig", sagte die Lenggrieserin, die bei Premiere des neuen Modus als einzige Deutsche das Finale der besten neun Läuferinnen erreicht hatte.

Nach einer Qualifikation und zwei K.o.-Durchgängen setzte sich im Endlauf die Schwedin Anja Paerson durch. Die Slalom-Weltmeisterin erreichte eine Laufzeit von 38,03 Sekunden und lag damit knapp vor der Finnin Tania Poutiainen (38,05) und der Österreicherin Nicole Hosp (38,19). Im Gesamtweltcup verbesserte sich Martina Ertl auf den vierten Platz (306 Punkte). Souverän in Führung liegt die diesmal viertplatzierte Janica Kostelic (535) vor der Französin Carole Montillet (401) und Karen Putzer aus Italien (306)



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