Alpine Ski-WM Flugzeug reißt Seilbahnkamera ab

Die alpine Ski-WM in St. Moritz ist nur knapp einer Katastrophe entgangen. Ein Flugzeug der Schweizer Armee riss das Seil einer Kamera ab, die in den Zielbereich flog. Verletzt wurde niemand.

Die Fliegerstaffel der Schweizer Armee
Getty Images

Die Fliegerstaffel der Schweizer Armee


Eine Fliegerstaffel der Schweizer Armee hat bei der alpinen Ski-WM in St. Moritz eine Seilbahnkamera zerstört und damit für eine Verschiebung des zweiten Durchgangs im Riesenslalom der Herren gesorgt. Die über dem Zielbereich gespannten Seile der Kamera wurden von einem Flugzeug der sogenannten PC-7-Staffel berührt und abgerissen. Auf einem Video ist zu sehen, wie die Kamera in den Zielbereich stürzt. Berichte über verletzte Personen gab es bisher nicht.

Das abgerissene Kameraseil traf zudem den Sessellift, der die Skifahrer zum Start bringt. "Das Kabel ist auf das Liftkabel raufgeflogen, deswegen funktionierte der Lift nicht", sagte Renndirektor Markus Waldner. "Das ist eine brutale Geschichte, wir hatten Glück, dass nicht mehr passiert ist."

Zahlreiche Athleten waren auf dem Weg zur Streckenbesichtigung für den zweiten Durchgang. Die Athleten konnten mit einer Verzögerung von 15 Minuten weiterfahren, trotzdem wurde die Startzeit von 13 Uhr auf 13.30 Uhr verschoben. Der Österreicher Marcel Hirscher entschied das Rennen für sich.

Die Fliegerstaffel zeigt rund um die WM in St. Moritz ihre Kunststücke in der Luft. Für die Show zwischen den beiden Durchgängen waren insgesamt sieben Flugzeuge in der Luft.

Der Flieger hat laut Roman Rüegg von der Graubündner Kantonspolizei den Flugplatz im nahe gelegenen Samedan "selbstständig" erreicht, "aus Sicherheitsgründen stellte die Sesselbahn Salastrains den Betrieb ein, die Polizei sowie die Militärbehörden haben die Untersuchungen aufgenommen." Weitere Angaben wollte er zunächst nicht machen.

Der Vorfall weckte Erinnerungen an ähnliche Zwischenfälle bei anderen Sportveranstaltungen. Am 22. Dezember 2015 krachte beim Weltcup-Slalom in Madonna di Campiglio eine abgestürzte Kameradrohne kurz hinter Marcel Hirscher auf die Piste. Im vergangenen August fiel am Rande der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro eine Seilbahnkamera aus rund 20 Metern Höhe zu Boden und verletzte mehrere Menschen. Bei Reparaturarbeiten waren beide Trägerseile gerissen.

krä/dpa/sid



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