Ski Alpin Gerg bejubelt ihre "schönste Niederlage"

Vor genau einem Jahr erlitt Hilde Gerg bei der Abfahrt in Lake Louise einen Kreuzbandriss. Nun hat die 28-Jährige am gleichen Ort einen glanzvollen Start in die Weltcup-Saison gefeiert und den deutschen Skidamen für die anstehenden Aufgaben weiteres Selbstvertrauen gegeben.


Hilde Gerg auf der Strecke von Lake Louise: "Das Knie hält"
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Hilde Gerg auf der Strecke von Lake Louise: "Das Knie hält"

Beaver Creek - "Das ist eine der schönsten Niederlagen meiner Karriere. Ausnahmsweise freut mich ein zweiter Platz", erklärte Gerg strahlend vor Glück und lobte sich nach dem sensationellen Comeback ausnahmsweise selbst: "Das war eine super Leistung. Ich wusste, dass das Knie hält, aber dass es gleich so gut läuft, hätte ich nie erwartet."

Fast auf den Tag ein Jahr zuvor, am 7. Dezember 2002, hatte sich Gerg in Lake Louise ohne Sturz einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen, den sie allerdings erst nach dem Ende der Saison operieren ließ. Vor diesem Winter stapelte sie zunächst tief, doch nach Rang sechs im ersten Training auf dem olympischen Strecke in Lake Louise kehrte das Selbstvertrauen zurück: "Ich fühle mich in der Lage, hier unter die Top Fünf zu fahren." Einen Tag später hatte sie das angestrebte Ziel sogar noch übertroffen. "Ich bin total zufrieden", sagte Gerg: "Das war eine optimale Fahrt, auch wenn ich mich an zwei Stellen noch nicht hundertprozentig zu attackieren getraut habe."

Mit 16 Hundertstelsekunden Rückstand musste sich Hilde Gerg am Ende nur Olympiasiegerin Carole Montillet aus Frankreich (1:34,03) geschlagen geben, die sich erst mit einem furiosen Schlussspurt auf dem flachen Zielhang ihren fünften Weltcupsieg sicherte. Ganze 3,94 Meter fehlten Gerg im Ziel der 2650 Meter langen Piste zum durchaus möglichen 17. Weltcupsieg. Platz drei belegte Kirsten Clark (USA/1:34,33). "Dass die Hilde gleich bei der ersten Abfahrt auf dem Podest landet, freut uns alle enorm", betonte Cheftrainer Wolfgang Maier, dieser Erfolg sei "gut für ihr Selbstvertrauen" und "ein schöner Lohn für die vielen Sondereinheiten im Kraftraum".

Maria Riesch (Partenkirchen/1:34,62) und Isabelle Huber (Ruhpolding/1:35,11) rundeten mit den Plätzen acht und 14 das gute deutsche Mannschaftsergebnis ab. Allerdings vergab die 19-jährige Riesch, die nach ihrer Trainingsbestzeit schon als Geheimfavoritin gehandelt worden war, nach einer glänzenden Zwischenzeit durch einen Leichtsinnsfehler nach rund 40 Sekunden Fahrzeit wertvolle Zehntel. Dennoch freute sich die Junioren-Weltmeisterin über die Einstellung ihres besten Weltcup-Resultats: "Mit jedem Top-Ten-Resultat muss ich noch zufrieden sein." Cheftrainer Maier war ebenfalls angetan: "Sie hat ihr Potenzial erneut bewiesen."



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