Ski alpin Schwerer Sturz von Gisin überschattet Abfahrt in Gröden

Schock bei der Weltcupabfahrt in Gröden: Der Schweizer Marc Gisin ist nach einem Sturz offenbar bewusstlos liegen geblieben. Der Zustand des Skirennfahrers soll mittlerweile stabil sein.

Marc Gisin
AFP

Marc Gisin


Der Schweizer Skirennfahrer Marc Gisin ist bei der Weltcupabfahrt von Gröden schwer gestürzt. Der 30-Jährige kam nach etwa einer Fahrminute zu Fall, schlug mit dem Kopf auf und blieb offenbar bewusstlos liegen, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Gisin wurde von Sanitätern versorgt, ein Rettungshubschrauber landete sofort neben dem Verunglückten auf der Saslong-Piste. Der Sportler hatte bei hoher Geschwindigkeit die Ski verkantet und konnte einen Sturz dann nicht mehr vermeiden. Er wurde auf dem Streckenabschnitt der Kamelbuckel in die Luft geschleudert und prallte hart auf.

"Marc ist aufgewacht und sein Zustand stabil"

Vor Gisin waren 17 Fahrer ins Ziel gekommen, anschließend wurde das Rennen für etwa 30 Minuten unterbrochen. Mittlerweile ist Gisin im Krankenhaus. "Marc ist aufgewacht und sein Zustand stabil", sagte seine Schwester Michelle, die Kombinations-Olympiasiegerin von Pyeongchang, der Schweizer Boulevardzeitung "Blick". Weitere Informationen zum Zustand des Rennfahrers gab es zunächst nicht.

Seit diesem Winter schreibt Gisin für die "Neue Zürcher Zeitung" eine Kolumne, die sich mit den Themen seines Sports beschäftigt. Erst am Freitag ist dort der Beitrag "Wie ein Sturz mit den Skis im Kopf funktioniert" erschienen. Dort nennt er den Sturz in der Abfahrt ein "Berufsrisiko" und beschreibt ihn als "unkontrollierten" Moment, den der "Körper vor dem Kopf" erfassen würde. Gisin war bereits beim Super-G in Kitzbühel vor vier Jahren schwer gestürzt, ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma war damals die Folge.

Den Sieg bei der Abfahrt in Gröden sicherte sich Aleksander Aamodt Kilde. Mit einer starken Leistung verwies der Norweger Max Franz aus Österreich (+0,86 Sekunden) und den Schweizer Weltmeister Beat Feuz (+0,92) auf die Plätze und feierte seinen dritten Sieg im Weltcup.

jan

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insgesamt 8 Beiträge
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matteo51 15.12.2018
1. No drama talk
Schlimm anzuschauen, ich habe das im TV mitverfolgt. Was ich gut finde ist, dass sofort von der Piste weggeschaltet wurde (ohne großen Kommentar), nach oben an den Start, wo dann andere Fahrer gezeigt wurden, die sich auf ihren Start vorbereiten. Kein Katastrophengequatsche, keine super Slomo. Dennoch: Ski Alpin Abfahrt - eine Sportart, die immer extremer wird:(
chense90 15.12.2018
2. Wünsche Marc Gisin alles Gute!
Leider wird so etwas immer wieder passieren ... als extremer als früher schätze ich es aber eigentlich nicht ein ... siehe Maier und Meier ... es ist nur so, dass trotz oder gerade wegen immer besserer präparation die Geschwindigkeiten steigen und Fehler noch weniger verziehen werden ... hinzu kommt dass carvingski einfach zum verkanten und verschneiden neigen ... die heutige absicherung mit präparation und ski der 80er würde rennen hervorbringen die noch spektakulärer wirken aber deutlich ungefährlicher sind
Barças Superstar 15.12.2018
3. Risikosport
Erst mal gut Besserung! Beim Ski-Rennsport ist das Verletzungsrisiko extrem, das wissen die Aktiven. Aber es geht hier um Punkte und nicht um immer schnellere Zeiten. Da auch die Pistenverhältnisse eine Rolle spielen, sind die Jahresvergleiche müßig und allenfalls eine Zusatzinformation. Mit der Bestzeit aus dem Jahr x kann man im nächsten Jahr nur 22-ter werden. Die Airbags sollten dennoch Pflicht werden.
worlorn 15.12.2018
4.
Zitat von matteo51Schlimm anzuschauen, ich habe das im TV mitverfolgt. Was ich gut finde ist, dass sofort von der Piste weggeschaltet wurde (ohne großen Kommentar), nach oben an den Start, wo dann andere Fahrer gezeigt wurden, die sich auf ihren Start vorbereiten. Kein Katastrophengequatsche, keine super Slomo. Dennoch: Ski Alpin Abfahrt - eine Sportart, die immer extremer wird:(
Nein, früher wurde auch sehr schnell gefahren und die Pisten schmäler, bedeutend weniger gut gesichert (z.T. nur mit Strohballen, man konnte in die Zuschauer oder den Wald stürzen) und nicht so gut präpariert, schlagiger. Die Fahrer waren auch nicht so trainiert. Es gab Todesopfer, was heute im WC praktisch nicht mehr vorkommt. Trotzdem kann man noch mehr für die Sicherheit tun und die FIS sollte das auch, z.B. den Airbag fest vorschreiben (wie hier schon gesagt) oder dickere und rauhere Rennanzüge. Der Airbag hätte den heutigen Sturz höchstwahrscheinlich abgemildert, so wie den vor etwa zwei Jahren von Matthias Meyer, auch in Gröden.
chense90 15.12.2018
5. Worlorn ...
Airbag vorschreiben (wie auch damals den Helm) ist Schwachsinn ... das soll jeder Sportler selbst entscheiden ob er das braucht oder nicht ... schlagigere Pisten, größere Radien ... weg mit den Carvingski ... das würde dem Rennsport (und dem Skisport im allgemeinen) gut tun
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