Skifliegen am Kulm Hannawald springt neuen Schanzenrekord

Sven Hannawald ist derzeit in Topform. Der beste deutsche Springer, der jüngst im polnischen Zakopane einen Doppelsieg erreichte, sorgte auch beim Skiflug-Weltcup am Kulm für Furore. Der DSV-Athlet sprang auf der größten Schanze Österreichs so weit wie vor ihm noch kein anderer.


Sven Hannawald: "Es war einfach megagenial"
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Sven Hannawald: "Es war einfach megagenial"

Bad Mitterndorf - Mit einem spektakulären Rekordflug auf 214 Meter hat Sven Hannawald am Freitag das Weltcup-Skifliegen am Kulm bei Bad Mitterndorf eröffnet. Der zweimalige Skiflug-Weltmeister aus Hinterzarten übertraf in seinem einzigen Trainingssprung die bisherige Rekordmarke des Japaners Takanobu Okabe um neun Meter.

Insgesamt sieben Springer des Deutschen Skiverbandes (DSV) dürfen nach überstandener Qualifikation zum ersten von zwei Flugtagen am Kulm (Samstag und Sonntag, jeweils um 13.45 Uhr live bei RTL) antreten. Darunter auch der viermalige Weltmeister Martin Schmitt (Furtwangen), der mit einem Sprung von 197,5 Metern überzeugte.

"Es war einfach megagenial, das Größte für mich überhaupt in letzter Zeit. Die Schanze war perfekt präpariert. Ich komme hier absolut zurecht", sagte Hannawald über seinen Superflug auf der weltgrößten Naturflugschanze, wo er vor drei Jahren bereits einmal gewonnen hatte, "für den Wettkampf war das natürlich stimulierend, aber ich mache mir da gar keinen Kopf. Es läuft bei mir zurzeit einfach super."

Jury musste Anlauf verkürzen

Nach dem Rekordversuch packte Hannawald seine Sprunglatten zusammen und ließ den zweiten Trainingssprung ebenso sausen wie die Qualifikation, an der er als einer der derzeit im Gesamtweltcup unter den besten 15 liegenden Springer nicht teilnehmen musste.

Die Jury verkürzte nach dem Rekordflug umgehend den Anlauf. Hannawald hatte bei der Landung keine Probleme, obwohl er den Aufsprung bereits in der kritischen Zone des Schanzenauslaufs vollzog. Beim letzten Weltcup an gleicher Stelle vor drei Jahren war Österreichs ehemaliger Skiflugweltmeister Andreas Goldberger beim Versuch gestürzt, 209,5 Meter zu stehen und hatte sich dabei die Schulter verletzt.

Schmitt war zufrieden

"Zuletzt im Training in Lillehammer war ich gar nicht so zufrieden, aber auf diesen Sprüngen kann ich aufbauen", sagte Schmitt. Zwei Tage nach seinem 25. Geburtstag steigerte sich der Schwarzwälder von 170,5 auf 183 Meter im Training und schließlich auf 197,5 Meter in der Qualifikation. Dort sprangen nur die beiden Österreicher Florian Liegl (206,5) und Andreas Widhölzl (200) weiter.

Neben Hannawald und Schmitt überzeugte aus dem DSV-Team vor allem Flugspezialist Christof Duffner, der 198 sowie 193 Meter stand. Michael Uhrmann (185), Kai Bracht (178), Georg Späth (174) sowie Jörg Ritzerfeld (161,5) flogen ebenfalls unter die für den Wettkampf zugelassenen besten 50.

Zwei Tage vor Hannawald hatte auf der über 50 Jahre alten Schanze am Kulm bereits Daniela Iraschko zum Rekordflug abgehoben. Die Österreicherin stand als erste Skispringerin einen Flug von 200 Metern. Das allerdings mit weit längerem Anlauf, als er später Hannawald und Co. zugestanden wurde.

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