Skispringen Jungstar Diethart triumphiert bei der Vierschanzentournee

Das halbe Dutzend ist voll: Thomas Diethart hat die Vierschanzentournee gewonnen und damit den sechsten österreichischen Erfolg in Folge gesichert. Beim Abschlussspringen in Bischofshofen siegte der 21-Jährige souverän. Die deutschen Athleten waren am Ende enttäuscht.

Skispringer Diethart: Sechster österreichischer Tournee-Sieger in Folge
REUTERS

Skispringer Diethart: Sechster österreichischer Tournee-Sieger in Folge


Hamburg - Thomas Diethart hat die 62. Vierschanzentournee gewonnen. Der 21-jährige Österreicher gewann nach dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen auch den Abschlusswettbewerb in Bischofshofen und verwies in der Gesamtwertung seinen Landsmann Thomas Morgenstern auf Platz zwei. Der Sieger von 2011 wurde in Bischofshofen Dritter hinter dem Slowenen Peter Prevc. Rang drei im Gesamtklassement sicherte sich der Schweizer Simon Ammann, der beim vierten und letzten Wettbewerb Vierter wurde.

"Es ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Es ist echt Wahnsinn, ich bin überglücklich", sagte Jungstar Diethart, der vor der Tournee erst vier Weltcups absolviert hatte. Dank seines Triumphs gewann zum sechsten Mal in Folge ein Österreicher den traditionellen deutsch-österreichischen Wettbewerb. 2009 siegte Wolfgang Loitzl, anschließend gewannen Andreas Kofler und Morgenstern. In den beiden vergangenen Jahren feierte Gregor Schlierenzauer den Gesamtsieg. Der bislang letzte Vierschanzentournee-Gewinner, der nicht aus Österreich kam, war 2008 der Finne Janne Ahonen, der bei seinem Comeback 23. der Gesamtwertung wurde.

Die Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) feierten in Bischofshofen einen halbwegs versöhnlichen Tournee-Abschluss. Mit Andreas Wellinger (Platz neun) und Severin Freund (Platz zehn) kamen zwei Springer in die Top Ten. Marinus Kraus wurde 15., Michael Neumayer 17. und Richard Freitag kam auf Platz 29.

Nur ein deutscher Springer unter den Top Ten

In der Gesamtwertung wurde Wellinger als Zehnter bester Deutscher. Neumayer wurde Elfter, Freund 16. und Kraus belegte Platz 17. "Die Tournee haben wir uns aus deutscher Sicht natürlich anders vorgestellt", sagte Wellinger nach dem Springen in Bischofshofen.

Die DSV-Springer waren als Mit-Favoriten an den Start gegangen. Freund ist Vierter im Gesamt-Weltcup, Wellinger Fünfter. Das deutsche Team hatte einen Tagessieg, mindestens aber einen Podestplatz angepeilt - aus beiden Vorhaben wurde nichts. Die beste Platzierung war Platz fünf von Wellinger in Garmisch-Partenkirchen. "Das ist äußerst unbefriedigend", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Im Anschluss an das Springen in Bischofshofen vergab Schuster die ersten vier Startplätze für Olympia. Wie erwartet werden Freund, Freitag, Wellinger und Kraus Deutschland in Sotschi vertreten. Um den fünften Startplatz müssen Andreas Wank und Routinier Neumayer kämpfen. Die Nominierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erfolgt am 23. Januar. Keine Chance mehr hat Karl Geiger, der auch seinen Platz im A-Team für die nächsten Weltcups verliert. "Er ist noch nicht so weit", sagte Schuster.

ham/dpa/sid

insgesamt 7 Beiträge
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allster 06.01.2014
1. Gratulation
an Diethart .Ich hätte es auch Amman gegönnt , wenn ich ehrlich bin. Das Abschneiden unserer Springer ist enttäuschend . Ich persönlich kann mich an kein schlechteres erinnern . Da gibt es viel aufzuarbeiten und hoffentlich die richtigen Schlüsse zu ziehen .
simplythebeast 06.01.2014
2. Unfassbar,
dass ich mal 'nem Österreicher die Daumen drücken würde, aber der Diethart scheint nicht nur ein sehr guter Skispringer, sondern auch ein netter Typ zu sein. Nicht so überdreht gut drauf oder arrogant, dem gönne ich eine schöne Karriere. Mann, wenn das so weitergeht... Der ist mal grad halb so alt wie der Kasai... Herzlichen Glückwunsch!
meisterpopper 06.01.2014
3. The trend is your friend
Seit Jahren fliegen die deutschen Adler hinterher - wie lange darf Schuster noch weitermachen und v.a. die Schokoladenlitfaßsäule auf den Schanzen 'rumgurken ?? Aber der Rest ist ja auch nicht besser. Irgendetwas stimmt da nicht. Zumindest in der Mannschaft gab's früher immer eine Medaille, in Sotschi ist wahrscheinlich schon der vorletzte Platz ein Erfolg. Wenn das nun unser Anspruch ist - weiter so !
myshkin67 06.01.2014
4. Ist es evt. symptomatisch
was da nun seit geraumer Zeit jedes Jahr exakt zum Auftakt der Tournee passiert? Und damit meine ich nicht die Leistung der Athleten, sondern die Haltung der Schlandisten: nachtreten, reinhauen, besserwissen, unseranspruch-geunke, grössenwahn auf nichtvorhandener basis usw.. das ganze programm ener sich selber alles schönredenden, aber auf andere, die den traum oder das wahnkonstrukt platzen lassen, draufhauende gesellschaft? Ganz Profis äffen viele der Athleten routiniert die mittelmässige Leistung relativierende Sinnsprüchlein hinein ins öffentlichrechtliche Mikrofönchen. Was bleibt ihnen anderes übrig. Das ist das Gequatsche, was die Mehrheit hören will, wenn auch nicht sehen will. Denn sehen will sie nur den Deutschen-on-the-Top-Athleten-to-go..fürs nächste kumpelhafte Pausengespräch am gesicherten Arbeitsplatz.Da kann man dann vom schwarzrotgoldenen UNS und WIR schwadronieren. Pech gehabt, aber es gibt ja noch andere Gebiete auf denen Deutschsein noch mit Hans Rosenthal Move gefeiert werden darf. Export zum Beispiel. Eventuell mal ne 4-Exportländer-Tournee durchziehen?
allster 06.01.2014
5. @myshkin 67
Die Tournee ist beendet . Die Kommentare hier befassen sich folglich nicht mit dem Auftakt . Und richtig : viele hier haben ein gewisses Anspruchsdenken. Warum auch nicht ? Das ist in den meisten Ländern so. Erst recht in dem Land, welches seit Jahren den Tourneesieger stellt . Ich zumindest lasse mir das nicht vermiesen . Servus .
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