Skispringen DSV-Quartett holt Silber

Das Mannschaftsspringen bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf war ein echter Krimi. Vor einem begeisterten Publikum und bei dichtem Schneetreiben behielten Martin Schmitt, Michael Neumayer, Michael Uhrmann und Georg Späth die Nerven und mussten sich nur den Österreichern geschlagen geben. Dritter wurde überraschend Slowenien.


Top in Form: Georg Späth führte das deutsche Quartett zur Silbermedaille
AP

Top in Form: Georg Späth führte das deutsche Quartett zur Silbermedaille

Oberstdorf - Das deutsche Quartett erreichte 964,0 Punkte und holte damit die erste deutsche WM-Medaille seit vier Jahren. Gold holte Österreich mit 970,5 Punkten. Bronze ging an Slowenien mit 929,5 Zählern, das sich knapp vor Finnland (928,0) behaupten konnte.

"Supergenial, dass wir Silber haben. Mich hat das Ganze total an die Olympischen Spiele von Nagano erinnert, als wir am Ende auch glücklicher Zweiter waren", freute sich der überragende Schmitt nach dem Gewinn der Silbermedaille. Schmitt war mit 91,5 und 95,5 Metern der beste Springer in seiner Gruppe. Vor dem letzten Durchgang musste die Anlaufspur im dichten Schneetreiben erst gesäubert werden, ehe das spannende Finale beginnen konnte.

Hierbei sicherte der nervenstarke Oberstdorfer Georg Späth mit 99 Metern seinem Team die Silbermedaille. Martin Höllwarth sprang im Anschluss 97,5 Meter und holte dadurch die Goldmedaille für das österreichische Team. Dem deutschen Quartett fehlten am Ende nur 3,25 Meter, um sich den Weltmeister-Titel zu sichern. Die bisher letzte Medaille gewann eine deutsche Mannschaft am 25. Februar 2001 im finnischen Lahti beim Teamwettbewerb von der Normalschanze.

Chefcoach Rohwein voll des Lobes über Martin Schmitt

Ich bin absolut glücklich. Das war bei diesen Bedingungen ein wahnsinniger Nervenkitzel", erklärte Schlussspringer Späth. "Ich bin so stolz", jubelte Chefcoach Rohwein nach dem Wettbewerb, "wir haben immer an uns geglaubt und Hervorragendes geleistet. Jetzt können wir uns ein, zwei Radler zum Feiern erlauben. Aber wir sind noch nicht fertig - auf der Großschanze haben wir noch Großes vor."

Martin Schmitt: Zurückgekämpft ins Team
AP

Martin Schmitt: Zurückgekämpft ins Team

Nachdem Späth beim Einzelspringen am Vortag knapp an einer Medaille vorbeigeflogen war, war der Kapitän heute umso glücklicher. "Natürlich ist es ärgerlich, dass ich wieder so knapp am Podest vorbeigeflogen bin. Im Team habe ich mir endlich die Medaille geholt", erklärte der dreimalige WM-Vierte Späth, nachdem 1,5 Punkte oder 75 Zentimeter zu Bronze gefehlt hatten.

"Für mich ist Martin schon jetzt der große Sieger der WM", sagte Rohwein. Nach den vielen Negativ-Ergebnissen der letzten Jahre hatte sich der ehemalige Team-Kapitän wieder zurückgekämpft, um pünktlich zur WM in Top-Form zu sein. "So schwer ist es mir noch nie gefallen, mich heranzukämpfen. Aber ich habe nie aufgegen und bin belohnt worden", erklärte Schmitt.



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