Skispringen Hannawald fliegt wieder

Nach dem katastrophalen Saisonauftakt hatte Sven Hannawald beim Skisprung-Weltcup in Titisee-Neustadt wieder Grund zum Jubeln. Der Gewinner der Vierschanzentournee kam im Finaldurchgang am Sonntag seiner Bestform schon wieder nahe.


Aufsteigende Form: Sven Hannawald gibt Autogramme
DDP

Aufsteigende Form: Sven Hannawald gibt Autogramme

Titisee-Neustadt - Mit dem vierten Platz beim Weltcup-Heimspiel in Titisee-Neustadt feierte Hannawald am Sonntag sein erstes Erfolgserlebnis in dieser Saison und jubelte: "Ich bin so froh, dass ich heute mal gut durch den Wettkampf gekommen bin und ein tolles Ergebnis erreicht habe."

Für den 28-Jährigen könnte dies das Ende der Leidenszeit bedeuten, die mit der Knieoperation im Frühjahr begonnen und mit dem Absturz in Kuusamo ihren Höhepunkt erreicht hatte. "Der Knoten ist teilweise geplatzt. Es geht aufwärts, und ich hoffe, er löst sich bald ganz", erklärte Hannawald.

Für Martin Höllwarth, den Doppelsieger von Titisee-Neustadt, ist dies ganz normal. "Es wäre vermessen, wenn er trotz des Trainingsrückstandes schon wieder vorne weg springen würde. Das wäre für die anderen Springer frustrierend", sagte der Österreicher über Hannawald. Mit 125 und 137,5 Metern war Höllwarth auch am Sonntag eine Klasse für sich, nachdem er schon am Samstag nicht zu schlagen war.

Als Hannawald im ersten Durchgang den Absprung verpasste und lediglich bei 120 Metern landete, hatte er sein Comeback bereits als missglückt abgehakt. "Ich habe gedacht, oh je, geht das schon wieder los. Aber die Spitzenspringer hatten dieses Mal schlechte Bedingungen", berichtete der 28-Jährige, der wie die 20.000 Zuschauer durch ein Wellenbad der Gefühle ging. Nach dem Finalsprung auf 132 Meter reckte er jubelnd die Fäuste gen Himmel und ließ sich in den Schnee fallen. "Jetzt weiß ich, was ich vermisst habe und wofür es sich lohnt, hart zu arbeiten", sagte der Mannschafts-Olympiasieger.

Am Samstag hatte er nach Rang 17 die Hochfirstschanze wütend verlassen. "Momentan macht es keinen Spaß. Aber ich arbeite dafür, dass es irgendwann wieder Freude macht", schimpfte der Sieger der Vierschanzentournee. Bereits 24 Stunden später trat dieser Fall ein. Dennoch ist der Weg ganz nach oben noch weit. In den kommenden Tagen wird Hannawald daher intensiv an der Material-Feinabstimmung arbeiten.

Erneut starke Leistung von Uhrmann


Zwar gibt der Auftritt von Hannawald und das erneut gute Abschneiden von Michael Uhrmann (Rastbüchl) mit den Plätzen 5 und 13 Anlass zum Optimismus. Doch einen Siegspringer hat DSV derzeit nicht in seinen Reihen. "Ich hatte gehofft, die Top-Springer kämen schneller zurück. Es hat länger gedauert, das müssen wir hinnehmen. Da kann man nicht hadern, sondern muss eng zusammenstehen. Ich hoffe, dass wir demnächst auch wieder zur Spitze gehören", sagte Bundestrainer Reinhard Heß. "Heute konnten wir zumindest wieder mal lächeln. Wir werden daran arbeiten, dass die Plätze auf dem Podest in Zukunft anders verteilt werden", kündigte er den Österreichern den Kampf an. Hinter Höllwarth hatten Andreas Goldberger und Andreas Kofler am Sonntag einen Dreifacherfolg perfekt gemacht.



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