Skispringen Uhrmann schwebt knapp am ersten Weltcup-Sieg vorbei

Im norwegischen Trondheim führte Michael Uhrmann aus Rastbüchl nach dem ersten Durchgang knapp vor dem Österreicher Martin Höllwarth. Doch am Ende siegte ausgerechnet der Lokalmatador.


Michael Uhrmann sprang auf einen hervorragenden zweiten Platz
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Michael Uhrmann sprang auf einen hervorragenden zweiten Platz

Trondheim - Er stand ganz dicht vor seinem ersten Weltcup-Sieg. Michael Uhrmann führte beim vierten Springen der Saison nach dem ersten Durchgang vor dem Österreicher Martin Höllwarth und dem Newcomer und Lokalmatador Sigurd Pettersen. Der Norweger nutzte jedoch seinen Heimvorteil und landete bei seinem zweiten Versuch bei 130,5 Meter. Weder Höllwarth noch Uhrmann konnten jetzt noch ausreichend kontern. Der 24-jährige Polizeimeister aus Bayern schaffte im zweiten Durchgang lediglich 127,5 Meter und musste somit Pettersen vorbeiziehen lassen. Für den jungen Norweger war es der erste Weltcup-Erfolg seiner Karriere.


In Abwesenheit der Überflieger Sven Hannawald und Martin Schmitt verstand es Uhrmann erneut, sich als neues Aushängeschild des DSV zu präsentieren. Bereits am Samstag belegte der zweifache Olympiasieger einen erfreulichen dritten Platz. Nach seinen fünftem und sechstem Platz bei den Auftaktspringen in Kuusamo war wieder eine Leistungssteigerung zu erkennen. "Ich bin glücklich über meine beste Weltcup-Platzierung. Der zweite Platz ist hervorragend", zeigte sich der Rastbüchler hinterher nur wenig enttäuscht über den verpassten Sieg. "Ich bin so knapp dran. Jetzt will ich auch einen Weltcup gewinnen. Irgendwann reicht es für ganz vorn."


Zum Leitwolf aufgestiegen


Der Team-Weltmeister galt lange als größtes Talent nach Jens Weißflog, schaffte jedoch nie den ganzen großen Sprung nach vorn. Nach einer Zurückversetzung in den E-Kader kämpfte sich Uhrmann Schritt für Schritt zurück und ist mittlerweile zum Leitwolf aufgestiegen. "Trotz meiner 24 Jahre bin ich der Älteste. Ich hoffe, die anderen können sich ein wenig an mir hochziehen", sagte ein stolzer Michael Uhrmann. Natürlich war auch Cheftrainer Reinhard Heß voll des Lobes: "Ich hätte es ihm gegönnt. Ich denke, er wollte zu viel. Der Sieg wäre möglich gewesen, aber er soll sich auch über Platz zwei freuen."

Im Gesamt-Weltcup machte Michael Uhrmann einen Sprung auf den dritten Platz. Ganz vorn rangiert nach seinem Sieg der Norweger Sigurd Pettersen mit 270 Punkten vor dem Österreicher Andreas Widhölzl (245). Hinter Uhrmann (225) folgen der Sieger vom Samstag, Martin Höllwarth (224), und der Finne Janne Ahonen (219).



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