Slalom in Kitzbühel Dave Ryding gewinnt als erster Brite ein alpines Skirennen

Er tanzte durch den Schnee von Kitzbühel, sein Trainer konnte es nicht fassen: Erstmals in der 55-jährigen Geschichte des Skiweltcups hat mit Dave Ryding ein Brite ein Rennen gewonnen.
Dave Ryding

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LISI NIESNER / REUTERS

Seit Jahren ist Dave Ryding der beste britische Skifahrer. Nun hat es für den 35 Jahre alten Technikspezialisten zum ersten Sieg seiner Karriere gereicht – und das am »heiligen Berg« der Ski-Nation Österreich. Ryding gewann den Slalom am Ganslernhang in Kitzbühel vor den beiden Norwegern Lucas Braathen und Henrik Kristoffersen. Linus Straßer kam als bester deutscher Starter auf Platz 14.

Im Schneetreiben herrschten schwierige Bedingungen, womit einige Favoriten zu kämpfen hatten. Ryding behielt den Überblick und fuhr nach Platz sechs im ersten Durchgang noch zum Sieg. Es war der erste britische Weltcupsieg, seit der Wettbewerb 1967 ins Leben gerufen wurde.

»Es war eine lange und wahnsinnige Reise«, sagte der aus der nordenglischen Stadt Chorley stammende Ryding, der vor fünf Jahren in Kitzbühel hinter Hirscher schon einmal Zweiter war. Bislang gab es in der Historie erst acht britische Podestplatzierungen, vier gehen auf das Konto von Ryding.

Mit seinem Husarenritt rührte er auch seinen früheren Konkurrenten Felix Neureuther zu Tränen. »Ich habe ein bisschen Pipi in den Augen«, sagte der ARD-Experte, »das ist gewaltig und emotional.«

Rydings Trainer Jai Geyer warf sich weinend in den Schnee und schluchzte: »Er hat's geschafft! Ich kann es nicht glauben!« 100.000 Euro Prämie und die goldene Gams gab es für den historischen Triumph, doch Ryding hatte ein Problem: Wo nur sollte er feiern? »Die Kneipen machen ja früh zu«, sagte er angesichts der Corona-Sperrstunde um 22 Uhr.

krä/sid
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