Slalom Österreicher schaffen Dreifacherfolg

Zum Abschluss der alpinen Wettbewerbe bei diesen Winterspielen erlebte der österreichische Skisport noch einmal einen großen Tag. Im Slalom der Männer gingen alle drei Medaillen an Sportler aus der Alpenrepublik. Benjamin Raich schaffte dabei sein zweites Gold.


Sestriere - Raich gewann nach dem Riesenslalom am Sestriere Colle auch den Slalom und führte Österreich zu einem historischen Triumph: Erstmals standen bei einem Olympia-Slalom drei Läufer einer Nation auf dem Siegerpodest.

Österreicher Raich: Zweites Gold in Turin
EPA/DPA

Österreicher Raich: Zweites Gold in Turin

Hinter Raich platzierten sich überraschend Reinfried Herbst (0,83 Sekunden zurück) und Rainer Schönfelder (1,01). "Es ist einfach unglaublich", sagte Doppel-Olympiasieger Raich über sich und das historische Rennen auf der Piste "Gianni Agnelli".

Für die deutschen Torläufer endete der gar nicht so kühne Traum von einer Medaille bereits nach einer halben Minute. Alois Vogl, wenige Sekunden zuvor mit der zweitbesten Zwischenzeit aller 96 Läufer gestoppt, rutschte an einem tückischen Tor weg und schied aus. Schuld war ein Missverständnis. "Es war mir gar nicht bewusst, dass ich da oben schon so schnell war", erklärte Vogl, der bei seinem ersten und letzten Olympia-Start deshalb eher unnötigerweise noch mehr aufs Tempo drückte: `Ich wollte unten Gas geben, weil es hier um etwas geht. Es zählt hier nur eine Medaille, dafür wollte ich richtig schnell fahren."

Auch Felix Neureuther vergab bereits im ersten Lauf seine kleine Chance, mit einer guten Fahrt in die Nähe der Medaillen zu kommen. Dem Partenkirchener war der Fehler unterlaufen, vor seinem Start die Konkurrenz im Fernseher zu verfolgen. "Es war schwierig, weil ich gesehen habe, dass alle brutale Schwierigkeiten hatten, das hat mich ein bisschen verunsichert", berichtete der 22-Jährige.

Die Fahrer, die Neureuther so eingeschüchtert hatte, waren allesamt höchst prominent. Gleich mit Startnummer 1 erwischte es zum Entsetzen der tausenden italienischen Tribünen- und Zaungäste den Mitfavoriten Giorgio Rocca, dessen Zwischenzeit von keinem der nachfolgenden Läufer mehr erreicht wurde. "Lieber so ausgeschieden, als Vierter oder Fünfter werden", erklärte der 30-Jährige.

sge/sid

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