Staffel-Enttäuschung Biathlon-Herren bleiben ohne Medaille

Eine historische Pleite für die deutschen Biathlon-Männer: Erstmals seit 1968 kehren sie ohne Edelmetall von Olympischen Spielen zurück. Auch in der Staffel wollte es nicht klappen. Besser lief es für Biathlon-Superstar Ole Einar Björndalen und seine Norweger.


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Biathlon-Staffel: Schießfehler im Schnee
Hamburg - Die deutschen Biathlon-Fehlschützen reisen nach der Staffel-Enttäuschung von Whistler erstmals seit 42 Jahren ohne Olympia-Medaille nach Hause. Beim olympischen Abschiedsrennen des Bundestrainers Frank Ullrich waren Michael Greis und Co. mit Platz fünf im Schneesturm auch im fünften Rennen ohne Chance aufs Podest. Gold gewann vier Jahre nach dem deutschen Triumph von Turin Norwegen mit Schlussläufer Ole Einar Björndalen, der sich seinen sechsten Olympiasieg holte.

"Es tut mir leid. Ich habe beim Schießen am ganzen Körper gezittert. Ich hatte gar keine Chance zu treffen, weil ich so eine Nähmaschine hatte", sagte Andreas Birnbacher. Er vergab an Position zwei die gute Ausgangsposition, als er am Schießstand völlig die Kontrolle verlor und gleich zwei Strafrunden drehen musste. Nach seiner Fehlleistung hatte DOSB-Präsident Thomas Bach genug gesehen und ging vorzeitig.

Am Ende kamen der starke Startläufer Simon Schempp, Birnbacher, Arnd Peiffer und Greis mit 1:37,9 Minuten Rückstand auf Sieger Norwegen ins Ziel. Silber gewann Österreich vor Russland. Letztmals ohne Olympia-Medaille waren die deutschen Biathlon-Männer 1968 in Grenoble geblieben - damals standen jedoch nur zwei Rennen und nicht fünf wie diesmal auf dem Programm. Seitdem hatten deutsche Staffeln immer Medaillen bei Winterspielen gewonnen, davon bei den vergangenen fünf viermal Gold.

Birnbacher versagten die Nerven

Der in den Einzelrennen nicht zum Einsatz gekommene Schempp feierte in der Staffel sein Olympia-Debüt. Er war für den erkälteten Christoph Stephan ins Team gekommen, seine am Vortag mit den Langläuferinnen zu Staffel-Silber gestürmte Freundin Miriam Gössner drückte ihm an der Strecke die Daumen. Schempp machte seine Sache im feuchten Schneefall gut. Der 21-Jährige musste beim Stehendschießen zwar einmal nachladen, aber er wechselte nach einer starken Leistung als Dritter mit nur 2,9 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Russland. "Das habe ich ganz gut gemacht, dabei konnte ich den Tag vor dem Rennen vor Aufregung nicht mehr stillsitzen", sagte Schempp.

Birnbacher übernahm, ging beim ersten Schießen nach einer fehlerfreien Vorstellung in Führung und leistete im Tiefschnee taktisch unklug die ganze Führungarbeit bis zum zweiten Schießen. Das sollte sich bitter rächen, denn es fiel die Vorentscheidung gegen die deutsche Staffel. Birnbacher schoss teilweise weit an den Scheiben vorbei, musste Strafrunden drehen und büßte über eine Minute ein.

Birnbacher übergab bei Halbzeit des Rennens mit 1:21,7 Minuten Rückstand auf Norwegen als Zehnter und verschwand frustriert im Wachscontainer: "Ich musste den Schneepflug spielen und hatte einfach keine Kraft." Arnd Peiffer leistete sich an Position drei nur beim zweiten Schießen drei Nachlader und übergab mit 1:47,3 Minuten Rückstand an Schlussläufer Michael Greis. Der hatte keine Chance mehr - es gab auch beim letzten Anlauf keine Medaille für die deutschen Fehlschützen.

aha/sid



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spiegeldich 27.02.2010
1. Was war es?
Zitat von sysopEine historische Pleite für die deutschen Biathlon-Männer: Erstmals seit 1968 kehren sie ohne Edelmetall von Olympischen Spielen zurück. Auch in der Staffel wollte es nicht klappen. Besser lief es für Biathlon-Superstar Ole Einar Björndalen und seine Norweger. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,680655,00.html
Wachs an der Skiern oder Wachs in der Mannschaft? spon, bitte neue Erkenntnisse zum genauen Ablauf und der Waschs-maßnahme der deutschen Mannschaft
Reissack 27.02.2010
2. na und.........?
Wer ist denn enttäuscht? Ich nicht. Biathlon ist durch die Leistungsdichte noch spannender geworden. Daran ändern doch diese 14 Tage nichts. Ich hoffe nur, dass sich nicht RTL die Senderechte krallt und dann diese Sportart genauso killt, wie das Skispringen. Wenn es dann ausgelutscht ist, dürfen wieder die ÖR ran.
Lottofreak 27.02.2010
3. Ach was historisch
Zitat von sysopEine historische Pleite für die deutschen Biathlon-Männer: Erstmals seit 1968 kehren sie ohne Edelmetall von Olympischen Spielen zurück. Auch in der Staffel wollte es nicht klappen. Besser lief es für Biathlon-Superstar Ole Einar Björndalen und seine Norweger. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,680655,00.html
Menschen sind nun mal keine Maschinen und eine sportl.Pleite kein weltweiter Bankencrash - die österr.Biathleten waren auch lange erfolglos und haben gestern Silber geholt - das schlimmste an diesen Spielen ist der nationalist.Ton der Moderatoren des ZDF und der ARD - das geht echt unter die Gürtellinie - tja die haben ja eh noch kaum Medaillien gewonnen ....(O-Ton über Österr.Skialpin) beim Skispringen wird ein Schweizer vom deutschem Moderator frenetisch mit überschlagender Stimme bejubelt als wäre es ein deutscher Sieg - sowas ist total ätzend und absolut unfair und erinnert mich an den Kreischton von WW und aja leider auch an alte Zeiten von 1930 - so ein Bashing ist einfach untragbar und die Heiligsprechung und Himmelei für deutsche Sieger/innen geht einfach ins triviale daß es den Spaß und Freude daran zerstört- das hat ja sogar Goldsportler wie die Neuer abgeschreckt noch mal zu fahren - weil es ist einfach ekelhaft und zerstört die Freude- ich konnte mich als Österr. mit M.Riesch mitfreuen weil sie einfach super gefahren ist - bei den Moderatoren ist das wohl nur national gesichtet- so Leute sollte man nicht mehr kommentieren lassen weil es ist eine Schande fürs Ohr und tut nur weh (Wasmeier davon komplett ausgenommen:-)der wird sich dieses stumpfe Geplapper auch nicht mehr antun -
hcmichael 27.02.2010
4. Lahme Ausrede!
Herr Birnbacher, keiner hat sie gezwungen, auf der zweiten Runde den Schneepflug zu spielen. Sie sollten eigentlich erfahren genug sein, um durch einen kleinen absichtlichen Strauchler die Führungsarbeit abzugeben! Aber wahrscheinlich waren sie nach dem ersten fehlerfreien Schießen in einer "euphorischen Hurra-Stimmung", dass sie die hervorragende Leistung des Ersatz-Startläufers noch "toppen" wollten. Deshalb sind ihre Äußerungen nach dem Debakel nichts als eine lahme Entschuldigung, von dem unkameradschaftlichen Verhalten gegenüber ihren Teamkollegen, die durchaus eine Chance auf eine bessere Endplatzierung hatten, will ich erst gar nicht reden! Deshalb Andreas, verkrieche dich im nächsten Mauseloch, halte deinen naiven Schnabel und lass dich erst nach einigen der folgenden Rennen wieder blicken, damit dich der Rest des Teams nicht nachträglich bei der ersten Gelegenheit "vermöbelt"!!
lupus43 27.02.2010
5. Nicht enttaeuscht sein -selber mal probieren
Zitat von sysopEine historische Pleite für die deutschen Biathlon-Männer: Erstmals seit 1968 kehren sie ohne Edelmetall von Olympischen Spielen zurück. Auch in der Staffel wollte es nicht klappen. Besser lief es für Biathlon-Superstar Ole Einar Björndalen und seine Norweger. http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,680655,00.html
Ja dieses Mal hat es bei der deutschen Mannschaft eben mal nicht so geklappt, sie sind aber doch noch mit die Groessten in diesem Sport. Als Norweger muss ich schon sagen, wir waren auch sehr enttaeuscht uber unseren Ole Einar Bjørndalen und der hatte ja so einiges gut zu machen und es hat halt dann doch geklappt. Aber das was noch besser war, der Neue, Tarjei Bø, hat seine Aufgabe sehr gut gemacht und wird wohl auch den Deutschen in Zukunft so einiges Kopfzerbrechen machen, na ja wir werden sehen. "Staffel ist eben Staffel" sagt unser Kommentator vom NRK und da kann eben viel schief gehen oder auch gut, man weiss ja nie. Aber gerade das macht es ja, dass Biathlon so unheimlich spannend ist und deswegen so populaer.Das ist die Sportart wo man wirklich im Vorheraus 100% sagen kann wer gewinnen wird. Alle die diese Sportler verurteilt wegen einem Miss die sollten doch mal selbst probieren, da werden sie sehen wie unheimlich schwer das ist. HEIA NORGE!
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