Skiabfahrt in Garmisch-Partenkirchen "So viele Stürze und Verletzungen. Das ist verrückt"

"Es ist heute am Limit": Schwere Stürze haben den Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen überschattet.

Rettungshubschrauber mit Valentin Giraud Moine
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Rettungshubschrauber mit Valentin Giraud Moine


Bei der alpinen Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen hat es einige schwere Stürze gegeben. Der Franzose Valentin Giraud Moine kam auf der eisigen und schwierigen Kandahar-Strecke ebenso zu Fall wie Erik Guay aus Kanada und der US-Amerikaner Steven Nyman.

Das Rennen musste immer wieder unterbrochen werden. Bei Giraud Moine, der zuletzt auf der Streif in Kitzbühel Platz zwei belegt hatte, bestand der Verdacht auf Schien- und Wadenbeinbruch.

"Es ist heute am Limit. Ich denke, die Fis (der internationale Ski-Verband, d. Red.) muss bis morgen etwas tun", sagte der Norweger Kjetil Jansrud, der mit einem Rückstand von 0,38 Sekunden Zweiter hinter Travis Ganong aus den USA wurde. Dritter wurde Peter Fill aus Italien (+0,52 Sekunden). Andreas Sander war mit 1,52 Sekunden Rückstand auf Platz 14 der beste deutsche Vertreter. Josef Ferstl kam als 20. ins Ziel (+2,44).

"Ich kann nicht mehr hinsehen"

Giraud Moine verletzte sich in Sichtweite der Zuschauer. Nach seinem starken zweiten Platz auf der Streif in Kitzbühel war er auch in Garmisch auf Top-10-Kurs, ehe er in der Kompression die Kontrolle verlor, es ihm die Beine auseinanderzog und er sich wohl schon vor dem Einschlag im Fangnetz schwer verletzte. Eine halbe Stunde lang war das Rennen unterbrochen.

Schon zuvor war Nyman nach dem Kramersprung abgeflogen. Er wurde vom Rettungshubschrauber von der Strecke geholt. Erik Guay dagegen konnte nach seinem spektakulären Sturz über den Seilbahnstadelsprung selbstständig ins Ziel fahren. Der Kanadier war 2011 auf der Strecke Weltmeister geworden.

Selbst US-Skistar Lindsey Vonn war nach dem Abfahrtstraining der Frauen in Cortina d'Ampezzo schockiert von den TV-Bildern aus Garmisch. "Ich kann nicht mehr hinsehen. So viele Stürze und Verletzungen. Das ist verrückt", schrieb Vonn bei Twitter.

Das Rennen war der Ersatz für die ausgefallene Lauberhorn-Abfahrt in Wengen/Schweiz. Am Samstag folgt in Garmisch noch eine Abfahrt, am Sonntag findet ein Riesenslalom mit dem Deutschen Felix Neureuther statt.

bka/sid



insgesamt 23 Beiträge
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dibbi 27.01.2017
1.
Die Veranstalter von Abfahrtswettbewerben scheinen über Leichen gehen zu wollen. Sie spielen mit dem Leben und der GEsundheit der Sportler. Für wen werden diese Kurse gesetzt, wenn nicht einmal die besten der Welt heil da runter kommen. Sicherlich ist es augeil mit mehr als 100 Sachen den Berg runter zu fahren, aber die Phsik setzt die Grenzen, nicht die Profilneurotiker der FIS. Diese Hohlbratzen bauen ja schon Sprünge beim Riesentorlauf ein, oder um es mit den Worten Rainhard Fendrichs zu sagen: "Weltcup-Abfahrtsläufe machen eam a bisserl müd Weu er is abgebrüht Wenn eam dabei irgendwas erregt Dann nur, wenn's einen ordentlich zerlegt Ein Sturz bei 120 km/h Entlockt ihm ein erfreutes "Hoppala" Und liegt ein Körper regungslos im Schnee Schmeckt erst so richtig der Kaffee"
matteo51 27.01.2017
2.
dem kann ich nur zustimmen. als wäre die anzahl und schwere der stürze ein inoffizielles kriterium für die "güte" der strecke. verspricht aufregung, sensation, thrill und....im für die touristenmanager "besten fall" mehr skiurlauber. klasse - mit sport hat's nix zu tun.
GustavNeufeld 27.01.2017
3.
Ich möchte mal wissen, welcher Wahnsinnige diesen Kurs gesetzt hat. Alleine der Sprung war schon komplett falsch dimensioniert und es ist ein Wunder, dass sich Guay nicht ebenfalls schwer verletzt hat. In Garmisch sind scheinbar Dilettanten zu Gange, die die Fahrer mutwillig gefährden.
Seppiforever... 27.01.2017
4. Aba Aba ...
...was woins die Herrschaften da oben bittschön ?? "Es lebe der Sport- er is Gesund und mocht uns Hort, ein Sturz bei Hundertdreissig kmH -entlockt Ihm ein erstauntes Hoppala..." Noch Fragen ??
cuisinier81 27.01.2017
5. ...
Sucher eine Mischung aus vielen Faktoren... Wieviele haben es denn heil runter geschafft??? Wenn es so unmöglich ist und just Dilletanten und Profilneurotiker den Kurs gesetzt haben, warum stellen sich die Sportler nicht quer und verweigern die Abfahrt??? Also liegt die Schuld wohl eher bei Allen! Und, sicherlich ist es für die Fahrer eben selbst auch ein Kick, den sie ja auch wollen!!!
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