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13. Februar 2010, 12:00 Uhr

Tödlicher Olympia-Unfall

Keine Mängel an der Rodelbahn festgestellt

Der Unfalltod des Rennrodlers Nodar Kumaritaschwili bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver ist nicht auf Mängel am Eiskanal zurückzuführen. Das behauptet der Rodel-Weltverband, der auf einen Fahrfehler des Georgiers verweist. Dennoch wurde die Strecke modifiziert.

Hamburg - Nach ersten Untersuchungen des Rodel-Weltverbandes FIL wies die olympische Rodelbahn von Whistler beim tödlichen Unfall des Georgiers Nodar Kumaritaschwili keinerlei Mängel auf. Die Verantwortlichen reagierten dennoch und nahmen Modifizierungen an der Bahn vor. In einer von der FIL und dem Organisationskomitee Vanoc veröffentlichten Mitteilung heißt es, man habe beschlossen, den Eiskanal nach einer Erhöhung der Wände in Kurve 16 sowie einigen Änderungen im Eisprofil, wieder freizugeben.

Der Gerichtsmedizin und Polizei sei es laut FIL nach ersten Untersuchungen gelungen, den Unfallhergang genauer zu rekonstruieren. Demnach sei Kumaritaschwili nach einer routinemäßig verlaufenen Abfahrt zu spät aus der 15. Kurve gekommen und dadurch zu spät in die Schlusskurve 16 eingefahren. Trotz aller Versuche, den Schlitten wieder in die richtige Bahn zu bringen, habe der 21-Jährige die Kontrolle verloren. Er wurde mit Kopf und Rücken gegen einen Stahlträger geschleudert und erlag seinen Verletzungen.

Dennoch gab es nach dem Tod Kumaritaschwilis viel Kritik an der Bahn, die als schnellste der Welt und als gefährlich gilt. Als erste Veranstaltung nach dem Unfall findet im umstrittenen Eiskanal am Samstagmorgen (Ortszeit) ein Training der Herren statt, im Anschluss folgt das Damentraining. Um 17 und 19 Uhr Ortszeit sind die ersten beiden Durchgänge des Männerwettbewerbs angesetzt.

ham/sid

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