Tödlicher Olympia-Unfall Keine Mängel an der Rodelbahn festgestellt

Der Unfalltod des Rennrodlers Nodar Kumaritaschwili bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver ist nicht auf Mängel am Eiskanal zurückzuführen. Das behauptet der Rodel-Weltverband, der auf einen Fahrfehler des Georgiers verweist. Dennoch wurde die Strecke modifiziert.


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Tod bei Olympia: Nodar Kumaritaschwilis letzte Fahrt
Hamburg - Nach ersten Untersuchungen des Rodel-Weltverbandes FIL wies die olympische Rodelbahn von Whistler beim tödlichen Unfall des Georgiers Nodar Kumaritaschwili keinerlei Mängel auf. Die Verantwortlichen reagierten dennoch und nahmen Modifizierungen an der Bahn vor. In einer von der FIL und dem Organisationskomitee Vanoc veröffentlichten Mitteilung heißt es, man habe beschlossen, den Eiskanal nach einer Erhöhung der Wände in Kurve 16 sowie einigen Änderungen im Eisprofil, wieder freizugeben.

Der Gerichtsmedizin und Polizei sei es laut FIL nach ersten Untersuchungen gelungen, den Unfallhergang genauer zu rekonstruieren. Demnach sei Kumaritaschwili nach einer routinemäßig verlaufenen Abfahrt zu spät aus der 15. Kurve gekommen und dadurch zu spät in die Schlusskurve 16 eingefahren. Trotz aller Versuche, den Schlitten wieder in die richtige Bahn zu bringen, habe der 21-Jährige die Kontrolle verloren. Er wurde mit Kopf und Rücken gegen einen Stahlträger geschleudert und erlag seinen Verletzungen.

Dennoch gab es nach dem Tod Kumaritaschwilis viel Kritik an der Bahn, die als schnellste der Welt und als gefährlich gilt. Als erste Veranstaltung nach dem Unfall findet im umstrittenen Eiskanal am Samstagmorgen (Ortszeit) ein Training der Herren statt, im Anschluss folgt das Damentraining. Um 17 und 19 Uhr Ortszeit sind die ersten beiden Durchgänge des Männerwettbewerbs angesetzt.

ham/sid

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Darjaan 12.02.2010
1. titel
Was für eine Stümperei der Verantwortlichen. Der Sport ist nicht zu schnell oder zu gefährlich, es fehlten ganz einfach banale, billige aber geignete Sicherheitsvorkehrungen. Wo ist das Problem, dass man an solchen Strecken die Seitenwände solange etwas höher gezogen hält, wie die Geschwindikkeiten noch relativ hoch sind? Was für eine dumme Eselei. Dieser Tod ist sowas von verhinderbar gewesen. Die Verantwortlichen gehören in den Knast. Man muss aber auch die Fahrer rügen. Jeder kennt die Schwachpunkte an den Strecken. Warum boykottiert man diese Strecken nicht einfach?
HeinrichLöwe 12.02.2010
2. Stahlträger
Unverkleidete Stahlträger neben der Strecke?! Mir fehlen die Worte!
Steff-for 12.02.2010
3. Splatterjournalismus
Meinem Vorposter zustimmend muss ich zudem den Splatterjournalismus anprangern. Klasse, genau die letzte Millisekunde zu veröffentlichen, in der der junge Mensch noch gesund war - im nächsten Moment dem Tod geweiht. Schon mal daran gedacht, dass er auch Angehörige und eine Freundin hat? Wie wird solch ein Foto auf diese wirken?? Strecke sperren, bis die Sicherheitsmängel vollkommen beseitigt sind! Es lebe der Sport....
murun 12.02.2010
4. Reißerisch...
Zitat von sysopDie Spiele von Vancouver beginnen mit einer Tragödie. Kurz vor der Eröffnungsfeier ist der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili beim Training aus der Bahn geflogen und an seinen Verletzungen gestorben. Athleten und Funktionäre kritisieren die schnelle Strecke. Ist der Sport zu extrem geworden?
Die Bahn wurde schon beim ersten offiziellen Durchlauf, sprich Weltcup 2008/2009 heftig kritisiert. Nur hat da Möller gewonnen und Loch Bestzeiten aufgestellt. In dem Fall fragt man nicht. Bei SpOn erst, wenn jemand stirbt...
random42 12.02.2010
5. unglaublicher schock
ein schlimmer Tag für Olympia.. auf youtube ist dieses video vom unfall veröffentlicht worden: http://www.youtube.com/watch?v=5p6LYYrhjxo
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