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Eishockey-Legende: Die Karriere von Xaver Unsinn

Foto: Klaus_Heirler/ picture-alliance/ dpa

Trauer um Eishockey-Legende Xaver Unsinn ist tot

Er trainierte mehrfach die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft, 1976 holte das Team unter seiner Leitung sensationell Bronze bei den Olympischen Winterspielen. Jetzt ist "Mr. Eishockei" Xaver Unsinn im Alter von 82 Jahren gestorben.

Hamburg - Das deutsche Eishockey trauert um Xaver Unsinn. Der ehemalige Bundestrainer starb am Mittwoch in Füssen nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren.

Unsinn betreute die Nationalmannschaft in drei Phasen (1964, 1975 bis 1977, 1981 bis 1990) bei insgesamt 221 Länderspielen und gewann mit der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) beim größten Erfolg 1976 in Innsbruck sensationell Olympiabronze.

Der Mann mit dem berühmten Pepita-Hut gewann als Spieler und Trainer elf deutsche Meisterschaften, "Mr. Eishockei" nahm an sechs Olympischen Spielen und zwölf Weltmeisterschaften teil. Später erhielt Unsinn das Bundesverdienstkreuz und wurde in die "Hall of Fame" des Weltverbandes in Toronto aufgenommen.

"Ich habe gestern mit seiner Frau Ilona telefoniert. Sie hat es mir erzählt", sagte Deutschlands Eishockeyspieler des Jahrhunderts Erich Kühnhackl am Donnerstag. "Auf ihn war immer Verlass, er war ehrlich und korrekt. Er hat Eishockey gelebt und gefühlt", führte Kühnhackl aus und lobte vor allem dessen menschliche Stärken: "Er hatte immer für jeden ein offenes Ohr."

"Ein Mensch, der kein Glück hat, kann kein Trainer werden"

Auch zu den Spielern der Bronze-Mannschaft von 1976 hielt er Kontakt. Alois Schloder, damals Kapitän des Teams, stattete Unsinn in dessen Domizil in Hopfen am See in der Nähe von Füssen ebenso Besuche ab wie Franz Reindl, heute Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes, und Kühnhackl. "Wir haben uns an seinen Geburtstagen bei ihm getroffen", so Kühnhackl.

Xaver Unsinn wird stets besonders mit dem unerwarteten Triumph von Innsbruck verbunden bleiben. Der um lediglich 0,041 bessere Torquotient verhalf der deutschen Mannschaft damals zu Platz drei - "Glück gehört auch dazu", hatte Unsinn später gesagt. Für ihn stand ohnehin fest: "Ein Mensch, der kein Glück hat, kann kein Trainer werden."

Doch auch Unsinn erlebte schwere Zeiten. 1990 beendete eine rätselhafte Krankheit abrupt seine Karriere. Noch während der WM in Bern wurde er durch Erich Kühnhackl ersetzt und vom DEB nach Hause geschickt. Ein unpassender Abschied für einen, der als Spieler und Trainer große Erfolge errang. Später wurde Unsinn, 1953 als Spieler Vize-Weltmeister, vom Verband offiziell verabschiedet.

Mit dem deutschen Eishockey hatte er trotz des unrühmlichen Abgangs seinen Frieden gemacht. Auch die Entwicklung in der Deutschen Eishockey Liga sah er positiv. "Es spielen jetzt mehr Deutsche in der DEL", sagte er vor einigen Jahren und ergänzte: "Einige haben auch den Sprung in die NHL geschafft und dort für Furore gesorgt." Technisch und läuferisch habe das deutsche Eishockey sich enorm weiterentwickelt, "einen großen Sprung nach vorne gemacht".

luk/sid/dadp
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