Unfall bei Olympia Rodler-Tod war "unvorhersehbares Unglück"

Warum der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili bei den Olympischen Spielen sterben musste, wird wohl ungeklärt bleiben. Auch der offizielle Untersuchungsbericht bringt wenig neue Erkenntnisse. Der Weltverband gibt der gefährlichen Bahn jedenfalls nicht die Schuld.

Kumaritaschwili-Unglück: Todesursache bleibt ungeklärt
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Kumaritaschwili-Unglück: Todesursache bleibt ungeklärt


Hamburg - Die Ursache für den Unfalltod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili bei den Winterspielen in Vancouver bleibt möglicherweise für immer offen. "Was Nodar passiert ist, war ein unvorhersehbarer Unglücksfall", sagte Generalsekretär Svein Romstad vom Rodel-Weltverband (Fil) kurz vor der Vorlage seines Untersuchungsberichts zu dem Todessturz. "Natürlich sucht man immer einen Schuldigen, auf den man zeigen und dann sagen kann: Er war das. Aber ich denke, dass es eine Verkettung unglücklicher Umstände war." Der 21-Jährige war Mitte Februar wenige Stunden vor Eröffnung der Winterspiele auf der olympischen Hochgeschwindigkeitsbahn von Whistler gestürzt und tödlich verletzt worden.

Zwei Monate nach dem Unfall Kumaritaschwilis soll der Bericht am Wochenende bei einer Fil-Sitzung in St. Leonhard nahe Salzburg beraten werden. Für Montag ist die Übergabe des Dokuments ans Internationale Olympische Komitee (IOC) geplant. Vor einer Veröffentlichung des Berichts solle aber zunächst die Familie des Unfallopfers über die Ergebnisse der Untersuchung informiert werden, sagte Fil-Sprecher Wolfgang Harder. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen der kanadischen Behörden zu dem Todesfall sollen in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden.

Beim Abschlusstraining war der Georgier nach einem Fahrfehler gestürzt und aus der Bahn katapultiert worden. Als Reaktion auf den Todessturz waren für die Olympia-Rennen im Zielauslauf Holzwände eingezogen worden, die bei weiteren Stürzen ein Hinausschleudern verhindern sollten.

Fendt: "Bahn ist nicht zu schnell"

"Wenn Nodar in der Bahn geblieben wäre, wäre er wohl okay gewesen - mit einigen Prellungen und Beulen", betonte Fil-Generalsekretär Romstad. Insgesamt hatte der Georgier 26 Trainingsfahrten auf der Hochgeschwindigkeitsbahn absolviert - dabei stürzte er viermal, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht.

Nach den Untersuchungen räumte Romstad ein: "Offensichtlich war die Bahn schneller, als sie sein sollte." Allerdings habe sich die Geschwindigkeit immer noch im Toleranzbereich bewegt. Bereits kurz nach dem Unfall hatte auch Fil-Präsident Josef Fendt betont: "Die Bahn ist schnell, aber nicht zu schnell und damit unsicher."

Der Vater des jungen Rodlers hatte nach dem schrecklichen Unfall schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Olympia-Bahn erhoben. "Der Kurs ist schlecht, und sie hätten nie eine Bahn bauen dürfen, die so schnell ist. Das war ein großer Fehler." Auch Georgiens Präsident Michail Saakaschwili hatte Kritik an der Sicherheit der Eisrinne geübt. "Kein sportlicher Fehler darf zum Tod führen."

aha/dpa



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marvinw 08.04.2010
1. Ja, ja, immer dasgleiche
---Zitat--- Bereits kurz nach dem Unfall hatte auch Fil-Präsident Josef Fendt betont: "Die Bahn ist schnell, aber nicht zu schnell und damit unsicher." ---Zitatende--- Also wenn ein Mensch stirbt, ist die Bahn nicht unsicher genug? Wau. Gebt lieber zu dass der Umbau der Bahn euch zu teuer ist und ein Menschenleben eines Georgiers eher nicht viel Wert ist. Da müssen schon mehrere sterben bevor man bereit ist Geld dafür auszugeben. Toll.
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