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05. Januar 2012, 20:34 Uhr

Unfall in Altenberg

Drei Bobfahrer nach schwerem Sturz in Klinik eingeliefert

Folgenschwere Kollision beim Training zum Weltcup in Altenberg: Der kanadische Viererbob ist bei hoher Geschwindigkeit gestürzt, nachdem er einen Holzabweiser der Bahn touchiert hatte. Drei der vier Crew-Mitglieder wurden mit Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser geflogen.

Hamburg - Ein schwerer Unfall hat die Vorbereitungen auf den Bob-Weltcup in Altenberg überschattet: Im Training verunglückte der kanadische Viererbob von Pilot Chris Spring kurz vor dem Ziel so schwer, dass drei der Sportler mit zwei Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser geflogen werden mussten.

Spring musste in einer Notoperation in der Dresdner Uniklinik ein Stück Holz aus dem unteren Rücken entfernt werden, sein Zustand war am späten Donnerstagabend unbekannt. "Der gesamte vordere Teil des Schlittens brach ab und bohrte sich durch den hinteren Teil, wo sich die Athleten befanden. In meiner 32-jährigen Karriere habe ich noch nie gesehen, dass ein Bob dermaßen zerstört wurde", sagte der kanadische Chefcoach Tom de la Hunty.

Anschieber Bill Thomas wurde in ein anderes Krankenhaus in Dresden eingeliefert. Er befindet sich laut de la Hunty "auf dem Weg der Besserung". Das dritte Teammitglied, Graeme Rinholm, kam nach Pirna. Über die genauen Verletzungen Rinholms wusste de la Hunty nichts, sagte aber, dass er davon ausgehe, dass dessen Verletzungen wohl nicht so ernst seien. Der vierte Fahrer, Tim Randall, wurde nicht verletzt. "Er steht aber unter Schock, wie wir alle", so de la Hunty.

Die Strecke in Altenberg gilt als eine der gefährlichsten der Welt

Der kanadische Schlitten war mit einer Geschwindigkeit von etwa 130 Kilometern pro Stunde unterwegs, als er in Kurve 16 die oberen Holzabweiser berührte. "Er (Spring, Anm.d.Red.) muss einen Fehler gemacht haben", sagte de la Hunty. Anschließend stürzte der Bob und stoppte rund 10 Meter von der Stelle entfernt, an der Spring die Kontrolle verloren hatte, so de la Hunty. Die Strecke in Altenberg gilt als eine der gefährlichsten der Welt.

Weil die vordere Kufenaufhängung die Bahn demoliert hatte, musste daraufhin das Training abgebrochen werden. Davon waren auch die deutschen Bobs von Thomas Florschütz, Manuel Machata und Maximilian Arndt betroffen. Die Weltcuprennen im Bob und Skeleton und die parallel ausgetragene Europameisterschaft sollen aber ab Freitagmorgen planmäßig gestartet werden. Die Trainingseinheiten werden dann am Freitag ab 17 Uhr fortgesetzt.

Zuletzt hatte es 2010 eine große Debatte über die Sicherheit im Bobsport gegeben. Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver war der Georgier Nodar Kumaritaschwili in einem Trainingslauf wenige Stunden vor der Eröffnungszeremonie in einen Betonpfeiler gestürzt und den Folgen seiner Verletzungen erlegen.

jar/dpa/dapd/AP

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