Nach Boykottandrohung US-Frauen nehmen doch an Eishockey-WM teil

Der drohende Boykott ist in letzter Minute abgewendet. Das US-Frauenteam geht doch bei der Eishockey-WM im eigenen Land an den Start. Zuvor hatten sie dagegen protestiert, dass sie vom Verband vernachlässigt werden.

Hilary Knight vom US-Eishockeyteam (rechts)
AP

Hilary Knight vom US-Eishockeyteam (rechts)


Die Eishockey-Spielerinnen der USA haben sich mit ihrem Verband geeinigt und verzichten auf einen Boykott bei der Heim-WM in Plymouth/Michigan (31. März bis 7. April). Dies gab USA Hockey zwei Tage vor dem Turnierbeginn bekannt.

"Heute sind alle zusammengekommen und haben Kompromisse gemacht, um für eine Verbesserung zu sorgen", sagte Jim Smith, Präsident von USA Hockey. Man werde jetzt nach vorne schauen und den Tag als einen der besten in der Geschichte des Verbands in Erinnerung behalten.

"Unser Sport ist heute der große Sieger", sagte Teamkapitänin Meghan Duggan: "Wir haben für das gekämpft, was nach unserer Ansicht das Richtige ist. Die Verbandsführung hat zugehört, beide Seiten haben sich geeinigt." Wie genau die Abmachung aussieht, wurde nicht bekannt gegeben.

Laut "USA Today" bekommt jede Spielerin künftig 70.000 Dollar im Jahr, im Falle eines Olympiasieges sollen es mehr als 100.000 (93.000 Euro) in diesem Zeitraum sein. Auch bei Flügen und Unterbringung soll es Upgrades geben.

Die Nationalspielerinnen des Weltmeisters hatten vor zwei Wochen damit gedroht, nicht zur Titelverteidigung anzutreten, sofern keine "signifikanten Fortschritte" in den schon über ein Jahr laufenden Verhandlungen über faire Bezahlung und Unterstützung erzielt würden. Zuletzt hatten den Verband 14 Mitglieder des US-Senats in der Angelegenheit angeschrieben und sich hinter die Frauen gestellt.

Die Top-Spielerinnen des Olympiasiegers von 1998 wollten mit ihrer Drohung erreichen, dass der mit dem Verband bereits ausgehandelte Vertrag, der ihnen höhere finanzielle Zuwendungen und andere Vorteile garantiert, doch noch in Kraft tritt. Der Vertrag war durch das 15-köpfige Exekutivkomitee wieder eingezogen worden, was für heftige Kritik im nordamerikanischen Eishockey sorgte. Auch die NHL-Spielergewerkschaft solidarisierte sich mit den Frauen.

aha/sid

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insgesamt 2 Beiträge
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zaunreiter35 30.03.2017
1. Faire Bezahlung...
Equal pay...woher kenn ich das bloss? Ach genau...die Funktionäre von us.soccer sind ja auch so drauf. Das würde ich mal gerne erleben, sollten Carli Lloyd, Becky Sauerbrunn und Alex Morgan die WM in zwei Jahren boykottieren wollen. Dann könnte Sunil Gulati seinen Hut nehmen. Und das man Kanada die WM-Krone im Eishockey einfach so überlässt? Wo gibt es denn sowas? Ich denke mal, das wird auch die Herren Funktionäre zum Einlenken bewogen haben.
swandue 30.03.2017
2. Unverständlich
Sie protestieren dagegen, vom Verband vernachlässigt zu werden, der sich hinter sie gestellt hat? Welches 15-köpfige Exekutivkomitee hat da mitzureden?
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