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Olympische Schlussfeier: Rogge schließt ab, Young rockt

Foto: MIKE BLAKE/ REUTERS

Vancouver 2010 Abschiedsfete mit Comedy und Kunstschnee

Die Olympischen Winterspiele von Vancouver sind beendet: Gastgeber Kanada feierte zum Abschluss sich und die Sportler mit einer großen Show und den Auftritten vieler Stars. Besondere Momente durften dabei Biathletin Magdalena Neuner und Skilangläufer Axel Teichmann erleben.

Hamburg - Goodbye Vancouver - dobro poschalowatj Sotschi! Mit dem Erlöschen der olympischen Flamme um 19 Uhr Ortszeit sind am Sonntagabend die 21. Winterspiele zu Ende gegangen. Mit der traditionellen Formel "Ich erkläre die Olympischen Winterspiele von Vancouver für beendet" hatte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), wenige Minuten zuvor den Schluss der Spiele verkündet. Zugleich rief er die Jugend der Welt auf, sich in vier Jahren im russischen Sotschi zu versammeln.

Vor 60.600 Zuschauern im ausverkauften BC Place Stadium riefen die kanadischen Gastgeber zum Abschluss der Spiele den Sportlern aus aller Welt ein fröhliches "Goodbye" zu. Vancouvers Bürgermeister Gregor Robertson übergab die olympische Fahne an Sotschis Stadtoberhaupt Anatoli Pachomow, der die Sportwelt vom 7. bis 23. Februar 2014 in Russland empfangen wird. Danach erlosch zu den Klängen des Songs "Long may you run" von Neil Young bei künstlichem Schneefall die olympische Flamme an Kanadas Westküste.

"Es waren ausgezeichnete und sehr freundliche Spiele. Vielen Dank, Kanada", lobte Rogge die Gastgeber und sprach von "16 unvergesslichen Tagen". Der Belgier erinnerte aber auch noch einmal an den am Eröffnungstag tödlich verunglückten georgischen Rodler Nodar Kumaritaschwili: "Wir haben gemeinsam getrauert, dass ein olympischer Traum zu früh zu Ende ging. Wir werden uns immer an ihn erinnern."

Neuner trägt die deutsche Fahne

Viele der 2621 Olympiateilnehmer aus 82 Ländern liefen vor einem Milliarden-Publikum an den Fernsehern noch einmal in die Arena ein und schwenkten zum Abschied ihre Landesfahnen. Biathletin Magdalena Neuner trug die schwarz-rot-goldene Flagge. Die 23-Jährige hatte bei ihrer ersten Olympiateilnahme zwei Gold- und eine Silbermedaille gewonnen und war damit die erfolgreichste Teilnehmerin im 153-köpfigen deutschen Team, das insgesamt 30 Medaillen (zehnmal Gold, dreizehnmal Silber, siebenmal Bronze) holte. "Das ist die Krönung meiner traumhaften Olympischen Spiele", sagte Neuner.

Stürmisch umjubelt wurden die kanadischen Sportler. Die Fahne der mit 14 Goldmedaillen erfolgreichsten Nation der Spiele trug Eiskunstlaufstar Joannie Rochette ins Stadion. Zwei Tage vor ihrem Auftritt im Kurzprogramm war die Mutter der 24-Jährigen gestorben. Ihr Schicksal bewegte eine ganze Nation, Rochette gewann die Bronzemedaille. Trotz der Erdbebenkatastrophe in der Heimat nahm auch Chiles Delegation an der Schlussfeier teil.

Eine besondere Ehre wurde Axel Teichmann und den übrigen Medaillengewinnern des 50-Kilometer-Langlaufs während der Schlussfeier zuteil. Der 30-Jährige, der die 30. Medaille für die deutsche Mannschaft errungen hatte, nahm seine silberne Plakette im Stadion aus den Händen von IOC-Marketingchef Gerhard Heiberg entgegen. Erst zum zweiten Mal bei Winterspielen wurden Medaillen während der Schlusszeremonie vergeben.

Sotschis "Brücke in die Zukunft"

Anschließend präsentierte der Schwarzmeer-Ort Sotschi sein olympisches Motto "Brücke in die Zukunft" mit Live-Schaltungen nach Russland einem Weltpublikum. In der vom russischen Top-Model Natalja Wodjanowa moderierten Vorstellung tanzte das Bolschoi-Ballett, in einer Zuschaltung aus Sotschi zauberten die Olympiasieger von Turin 2006 im Eistanz, Tatjana Nawka und Roman Kostomarow, Figuren aufs Eis.

Die Gastgeber inszenierten zum Abschluss unter dem Motto "Made in Canada" eine große Show, die in ihrer Stimmung die Eröffnungsfeier übertraf. Mit den Worten "Ich bin stolz, Kanadier zu sein" leitete Schauspieler William Shatner alias Captain Kirk ("Raumschiff Enterprise") den musikalischen Teil ein, in dem der aus Vancouver stammende Jazzsänger Michael Bublé im Kostüm eines kanadischen Bundespolizisten auftrat. Das durch die Spiele gewonnene Selbstbewusstsein der Olympia-Gastgeber hatte zuvor der Chef des Organisationskomitees Vanoc, John Furlong, ausgedrückt. "Jetzt kennt ihr uns, eh!", rief er der Welt zu. Musikalische Höhepunkte der Feier waren die Auftritte der Rockgruppe Nickelback sowie der Sängerinnen Avril Lavigne und Alanis Morissette.

Zu Beginn der finalen Show hatten sich die Gastgeber selbst auf die Schippe genommen. Ein Handwerker in Clownsbemalung stieg aus dem Hallenboden empor, drückte einen Stecker in eine imaginäre Steckdose - und plötzlich fuhr die vierte Stehle für das olympische Feuer empor. Bei der Eröffnungsfeier am 12. Februar hatte deren Mechanismus versagt.

wit/dpa/sid