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27. Februar 2010, 04:50 Uhr

Vancouver 2010

Olympiasieg für Kanadas Shorttrack-Staffel

Zwei Olympiasiege in 60 Minuten: Der Kanadier Charles Hamelin holte im Shorttrack erst Gold über 500 Meter, dann mit der Staffel. Im 1000-Meter-Rennen der Frauen siegte Wang Meng aus China - bereits ihr dritter Erfolg in Vancouver. Die schwedischen Curlerinnen gewannen das Finale gegen Kanada.

Hamburg - Wang Meng ist mit ihrem Olympiasieg über 1000 Meter zur erfolgreichsten Shorttrackerin der Olympiageschichte aufgestiegen. Die 15-malige Weltmeisterin aus China gewann am Schlusstag der Wettbewerbe im Pacific Coliseum vor der US-Amerikanerin Katherine Reutter und holte sich damit ihr drittes Gold in Vancouver nach den Siegen über 500 Meter und in der Staffel - insgesamt ihr vierter Olympiasieg. Bronze holte Park Heung-Si aus Südkorea. Für die deutsche Läuferin Aika Klein war das Rennen nach einem Sturz im Viertelfinale beendet. "Ich wollte mich nicht verstecken und hoffte, lange mithalten zu können. Schade, ich hätte Dritte werden können. Aber es war einfach zu eng am Kurveneingang mit der Kanadierin", sagte Klein.

Die 14.000 Fans im Coliseum feierten zudem euphorisch ihren kanadischen Helden Charles Hamelin als Doppel-Olympiasieger über 500 Meter und in der abschließenden 5000-Meter-Staffel. Zunächst setzte sich der Weltmeister vor Sung Si-Bak aus Südkorea und seinem Landsmann Francois-Louis Tremblay durch, nachdem US-Star Apolo Anton Ohno im Finale disqualifiziert wurde. Danach führten Hamelin und Tremblay das kanadische Quartett zum überraschenden Sieg vor Top-Favorit Südkorea. Ohno holte mit den USA Bronze, seine insgesamt achte Olympiamedaille.

Große Freude herrschte auch im deutschen Team, für das Tyson Heung über 500 Meter mit Platz fünf die beste Platzierung in der Geschichte Olympischer Winterspiele erkämpfte. Der Deutsch-Kanadier wurde nach einer starken Leistung Zweiter des B-Finals. In seinem Viertelfinallauf hatte er zuvor noch vom Rempler eines Konkurrenten profitiert: Er stürzte ohne eigenes Verschulden und wurde durch Kampfrichterentscheid ins Halbfinale "befördert". Nur wenige Minuten später musste Heung in der deutschen Staffel wieder ran, die im B- Finale auf der Zielgerade von den Briten noch abgefangen wurde und damit im Endklassement nicht über den siebten Platz hinauskam.

Schwedens Curlerinnen haben die Goldmedaille gewonnen. Das Team um Skip Anette Norberg besiegte vor 5600 Zuschauern im ausverkauften Olympic Center von Vancouver im Finale Gastgeber Kanada 7:6 nach Extra End. Vor den Augen des schwedischen Königspaars wiederholten Norberg und ihre Kolleginnen damit den Sieg von Turin 2006.

In einer dramatischen Partie hatten die Kanadierinnen schon wie die sicheren Siegerinnen ausgesehen, doch Skip Cheryl Bernard zeigte Nerven. Im zehnten End kamen die Schwedinnen dadurch noch zu zwei Punkten und glichen zum 6:6 aus. In der Verlängerung hatte Bernard den letzten Stein, schaffte es aber nicht, den besten schwedischen Stein aus dem Haus zu schieben. "Es war ein ganz besonderes Spiel", sagte Norberg, "ich weiß gar nicht, wie mir der Sieg zum Schluss gelungen ist".

Bronze sicherte sich Weltmeister China durch ein 12:6 gegen die Schweiz. Die Eidgenossinnen gaben die Partie nach dem neunten End auf. Skip Mirjam Ott verpasste damit ihre dritte Olympiamedaille nach jeweils Silber 2002 und 2006. Die deutsche Mannschaft von Skip Andrea Schöpp hatte das Turnier auf Platz sechs abgeschlossen.

wit/sid/dpa

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