Vancouver 2010 Razzoli holt Slalom-Gold für Italien

Der Italiener Giuliano Razzoli hat den olympischen Slalom vor Ivica Kostelic aus Kroatien gewonnen. Felix Neureuther war bereits im ersten Lauf ausgeschieden. Den Parallel-Riesenslalom der Snowboarder entschied der kanadische Top-Favorit Jasey Jay Anderson für sich.

Slalom-Fahrer Razzoli: "Es ist ein Traum"
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Slalom-Fahrer Razzoli: "Es ist ein Traum"


Hamburg - Giuliano Razzoli hat im Slalom das erste Olympiagold für einen Skirennfahrer aus Italien seit Alberto Tomba (1992 in Albertville) geholt. Der 25-Jährige gewann in Whistler vor dem Kroaten Ivica Kostelic, für den es bereits das dritte Silber bei Winterspielen war. Bronze ging an den Schweden André Myhrer.

"Es ist ein Traum, weil ich lange hinter dieser Medaille her war. Ich habe lange gearbeitet und viel dafür getan. Nun bin ich hier mit einer Goldmedaille, das ist unglaublich", sagte Razzoli. Die Österreicher Benjamin Raich und Marcel Hirscher wurden Vierter und Fünfter - damit blieb ihr Land erstmals bei Winterspielen ohne alpine Herren-Medaille.

Für Felix Neureuther war das Rennen dagegen bereits nach gut 27 Sekunden im ersten Durchgang beendet - nach guter erster Zwischenzeit schied er aus. "Ich habe eigentlich gedacht, dass ich genug Richtung für die Stelle hab. Dann hab ich mich einen Tick zu viel hinten reingesetzt und dann war's schon vorbei. Aber das Leben geht weiter", sagte der 25-Jährige, der beim Riesenslalom als Achter noch überraschend gut abgeschnitten hatte.

Kanadier Anderson siegt im Parallel-Riesenslalom

Bei seiner vierten Olympia-Teilnahme gewann Kanadas Snowboarder Jasey Jay Anderson bei Dauerregen am Cypress Mountain die Goldmedaille im Parallel-Riesenslalom. Der 34-Jährige bezwang im Finale den Österreicher Benjamin Karl mit einem Vorsprung von 35 Hundertstelsekunden. Dabei war Anderson mit einem Rückstand von 0,76 Sekunden in den zweiten Finallauf gegangen. Mathieu Bozzetto aus Frankreich holte Bronze. Der deutsche Starter Patrick Bussler war als einziger deutscher Teilnehmer nach zwei Stürzen im Achtelfinale gegen den Schweizer Simon Schoch ausgeschieden.

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"Diesen großen Rückstand wettzumachen, war bei diesen Bedingungen fast unmöglich, aber es hat geklappt", sagte Anderson, "ich liebe diese Situation, wo ich das Unmögliche möglich machen muss. Ich habe so hart gearbeitet und wurde jetzt belohnt". Nur der Olympiasieg hatte ihm in seiner Karriere noch gefehlt.

Nach vier WM-Titeln in drei Disziplinen, dazu 26 Weltcupsiegen und 59 Podestplätzen in 207 Rennen war Samstag nun Andersons größter Tag. "Ich bin total schockiert", stammelte der Sieger, der extra auf den Boardercross verzichtet hatte, um sich ganz auf den Parallel-Riesenslalom zu konzentrieren. Seine Taktik ging auf. Nach den Spielen will er seine Karriere beenden.

Bussler war unterdessen stocksauer nach seinem verpatzten Lauf. "Jeder Weltcup wäre unter diesen Bedingungen verschoben worden. Man kann nur die nächsten beiden Tore sehen, die Piste hingegen erkennt man überhaupt nicht. Da hätte ich auch gleich mit geschlossenen Augen fahren können", sagte der 25-Jährige im Zielraum. Bussler war im ersten Lauf gestürzt und musste dann mit einem Rückstand von 1,5 Sekunden in den zweiten Durchgang gegen den Olympia-Zweiten von Turin gehen. Bei widrigen äußeren Bedingungen ging Bussler auch im zweiten Lauf kurz vor dem Ziel zu Boden.

wit/dpa/sid



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