Vancouver 2010 Sturzserie geht weiter, deutsche Curler scheiden aus

Die Athleten in Vancouver kämpfen weiter mit den Tücken des Eiskanals: Von fünf Bob-Teams stürzten drei - dann wurde das Training abgebrochen. Die deutschen Curler haben das Halbfinale verpasst. Beim Eishockey-Spiel Kanada gegen die USA gab es einen TV-Rekord.

Lettischer Bobfahrer Minins: Kopfüber durch die Bahn
AFP

Lettischer Bobfahrer Minins: Kopfüber durch die Bahn


Hamburg - Die Sturzserie im olympischen Eiskanal hat sich fortgesetzt: Das inoffizielle Viererbob-Training musste am Montag nach fünf Startern abgebrochen werden, zuvor waren gleich drei Schlitten umgekippt. Zu den Betroffenen gehörte auch der ehemalige Vierer-Europameister Janis Minins aus Lettland. Der Weltverband FIBT kündigte daraufhin an, weitere Veränderungen an der Strecke im Whistler Sliding Centre vorzunehmen. So soll unter anderem die Kurve elf entschärft werden. Die drei deutschen Vierer-Bobs um Zweier-Olympiasieger André Lange hatten auf das Training verzichtet. Das erste offizielle Training findet am Dienstag um 10 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ) statt.

Zweier-Europameister Beat Hefti aus der Schweiz kann nach seinen Sturzverletzungen als Anschieber am olympischen Viererbob-Wettbewerb teilnehmen. Die Ärzte erteilten dem dreimaligen Olympiadritten die Starterlaubnis, nachdem er sich bei einem Sturz im Zweiertraining eine Gehirnerschütterung und Prellungen zugezogen hatte und auf das Zweierrennen verzichten musste.

Andy Kapp und sein Team haben das Curling-Halbfinale verpasst. Der zweimalige Europameister verlor seine entscheidende letzte Partie im Vancouver Centre gegen Weltmeister Großbritannien 2:8. Am Vormittag hatte sich die deutsche Mannschaft durch ein 7:6 gegen China noch die Möglichkeit auf das Halbfinale erhalten. Die ist nun mit einer Bilanz von vier Siegen und fünf Niederlagen vertan. Die endgültige Platzierung für die deutschen Herren steht noch nicht fest. Bei seinen ersten beiden Olympiastarts 1998 und 2006 hatte Kapp jeweils Platz acht belegt. Die deutschen Frauen um Andrea Schöpphaben haben noch geringe Chancen auf das Halbfinale. Dazu müssen sie am Dienstag gegen Olympiasieger Schweden (Anette Norberg) und den Olympiazweiten Schweiz (Mirjam Ott) gewinnen.

Das olympische Duell der Eishockey-Teams Kanada und USA war der größte Quoten-Hit der kanadischen TV-Geschichte. 10,6 Millionen Zuschauer sahen am Sonntagnachmittag im Durchschnitt das 3:5 der Nationalmannschaft live beim Olympia-Sender CTV. Damit hatte fast ein Drittel der Bevölkerung eingeschaltet. In der Spitze saßen sogar 13 Millionen Kanadier vor dem Fernseher. Der vorherige Rekord lag bei 10,3 Millionen während des olympischen Eishockey-Finals 2002, in dem die Kanadier die USA in Salt Lake City 5:2 besiegten.

Die Niederlage gegen die USA hat für das kanadische Team personelle Konsequenzen: Trainer Mike Babcock kündigte an, dass im Playoff-Spiel gegen Deutschland (1.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) Roberto Luongo das Tor der Kanadier hüten wird. Der Keeper von den Vancouver Canucks ersetzt Martin Brodeur, der gegen die USA keine gute Leistung gezeigt hatte.

Schon sicher im Viertelfinale steht die finnische Eishockey-Nationalmannschaft. Dort müssen die Finnen jedoch ohne Verteidiger Joni Pitkänen auskommen. Der NHL-Verteidiger wurde nach einem Vergehen in der letzten Vorrundenpartie gegen Schweden (0:3) für ein Spiel gesperrt und fehlt damit in der K.o.-Runde gegen Tschechien oder Lettland. Pitkänen hatte seinen Gegenspieler Patric Hornqvist kurz vor dem Ende des Mitteldrittels mit dem Ellbogen gegen den Kopf gecheckt. Dafür erhielt der 26-Jährige eine Fünf-Minuten-Zeit- plus Matchstrafe. Hornqvist musste in der Kabine behandelt werden, zog sich aber keine ernsthaften Verletzungen zu. Die Finnen schafften trotz der Niederlage gegen den Titelverteidiger als punktbester Zweiter die direkte Qualifikation für die Runde der letzten Acht.

Die kanadischen Eishockey-Frauen treffen im Endspiel des olympischen Turniers auf den großen Rivalen USA. Die Gastgeberinnen besiegten am Montagabend (Ortszeit) im Halbfinale Finnland 5:0. Die Tore für die Kanadierinnen erzielten Cherie Piper, Meghan Agosta, Caroline Ouellette und zweimal Haley Irwin. Damit steht das Team zum vierten Mal nacheinander im olympischen Endspiel und trifft zum dritten Mal auf die USA.

jok/sid/dpa



insgesamt 381 Beiträge
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Seite 1
MadMad 11.02.2010
1. Doping
nach den Doping Gerüchten (?) der letzten Tage lässt sich laum etwas sagen. Gute Chancen haben die Deutschen, wenn sie nicht erwischt werden ... MadMad von www.diemeinungen.de
Umberto, 11.02.2010
2.
Zitat von MadMadnach den Doping Gerüchten (?) der letzten Tage lässt sich laum etwas sagen. Gute Chancen haben die Deutschen, wenn sie nicht erwischt werden ... MadMad von www.diemeinungen.de
Die Geschichte mit dem Doping wird hier auch diskutiert. (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=11998) Aber Sie haben natürlich Recht, wenn die Deutschen sich beim Dopen nicht erwischen lassen, wird der Medaillenspiegel wohl einen erfreulichen Anblick bieten.
puter70 11.02.2010
3. Doping wahrscheinlich.
Olympische Höchstleistungen/Siege sind ohne unerlaubte Mittel kaum mehr möglich, deshalb steht jeder Medaillengewinner unter Dopingverdacht. Da es auch um viel Geld und die anschließende Vermarktung der Erfolge geht, haben die Athleten auch kein schlechtes Gewissen, sondern hoffen nur, dass sie nicht erwischt werden.- Übrigens sind die Zeiten vorbei, dass sich nationale Größe über die Anzahl der gewonnenen Medaillen definiert. Deshalb ist es verständlich, dass vielen Mitmenschen das Vancouver-Spektakel mit den zu erwartenden Doping-Siegern ziemlich gleichgültig ist.
krafts 12.02.2010
4.
Zitat von puter70Olympische Höchstleistungen/Siege sind ohne unerlaubte Mittel kaum mehr möglich, deshalb steht jeder Medaillengewinner unter Dopingverdacht. Da es auch um viel Geld und die anschließende Vermarktung der Erfolge geht, haben die Athleten auch kein schlechtes Gewissen, sondern hoffen nur, dass sie nicht erwischt werden.- Übrigens sind die Zeiten vorbei, dass sich nationale Größe über die Anzahl der gewonnenen Medaillen definiert. Deshalb ist es verständlich, dass vielen Mitmenschen das Vancouver-Spektakel mit den zu erwartenden Doping-Siegern ziemlich gleichgültig ist.
Doping wurde schon in gefühlten 1000 Threads diskutiert. Ich will auch nicht drumreden. Klar ist Doping ein Problem und wird es auch immer bleiben. Aber dass man in einem Forum gar nicht mehr die Leistungen der Sportler diskutieren kann, nervt mich. Bis jetzt kein einziger Beitrag hier, in dem nicht das Wort Doping fehlt so nach dem Motto : sind ja eh alle gedopt. Diskutieren Sie doch in den dafür eigens geschaffenen Threads. Nun zum Thema: Sicher wird es für die deutschen Sportler einige Medaillen geben. Dass es so viele werden, wie in Turin glaube ich nicht. Aber meiner Meinung nach wird der Medaillenspiegel eh überbewertet und spiegelt auch nicht exakt die Leistung des ganzen Teams wieder.
MadMad 12.02.2010
5.
Zitat von kraftsDoping wurde schon in gefühlten 1000 Threads diskutiert. Ich will auch nicht drumreden. Klar ist Doping ein Problem und wird es auch immer bleiben. Aber dass man in einem Forum gar nicht mehr die Leistungen der Sportler diskutieren kann, nervt mich. Bis jetzt kein einziger Beitrag hier, in dem nicht das Wort Doping fehlt so nach dem Motto : sind ja eh alle gedopt. Diskutieren Sie doch in den dafür eigens geschaffenen Threads. Nun zum Thema: Sicher wird es für die deutschen Sportler einige Medaillen geben. Dass es so viele werden, wie in Turin glaube ich nicht. Aber meiner Meinung nach wird der Medaillenspiegel eh überbewertet und spiegelt auch nicht exakt die Leistung des ganzen Teams wieder.
Ich glaube auch nicht, dass die Deutschen so stark werden wie in Turin. Allein schon die Biathleten laufen hinter der Form von Turin hinterher und das sind doch bald 50% der Miete. Mal sehen, was die Rodler bringen. Ist eigentlich Cross-Ski oder wie das heisst jetzt offiziel im Programm ? MadMad von www.diemeinungen.de
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