Hannawald über DSV-Misere "Sind wieder am Kopf gescheitert"

Für Tournee-Sieger Sven Hannawald hat das schwache Abschneiden der deutschen Skispringer bei der Vierschanzentournee nur einen Grund: Severin Freund und dessen Teamkollegen würden regelmäßig wegen mentaler Probleme hinterherspringen.

Skispringer Freund: Enttäuschung zum Auftakt der Tournee
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Skispringer Freund: Enttäuschung zum Auftakt der Tournee


Hamburg - Der ehemalige Vierschanzentournee-Sieger Sven Hannawald hat die deutschen Skispringer nach ihrem schwachen Abschneiden beim ersten Springen in Oberstdorf kritisiert. "Es ist der Fluch der neuen Generation: Immer wenn Tournee ist, kriegen sie nichts gebacken. Sie sind wieder am Kopf gescheitert, da kann niemand etwas anderes erzählen", sagte der 40-Jährige der "Bild"-Zeitung.

Hannawald hatte vor 13 Jahren den bislang letzten deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee gefeiert und dabei als erster und nach wie vor einziger Springer alle Wettbewerbe gewonnen. Bei der aktuellen Auflage landete Freund im ersten Springen als bester DSV-Adler auf Rang 13 und konnte damit die in ihn gesetzten Erwartungen nicht annähernd erfüllen. "Oberstdorf war unser Wohnzimmer, jetzt ist es die Abstellkammer. Freund wollte es erzwingen, das ging voll in die Hose", sagte Hannawald.

Vor dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen am Donnerstag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) haben Freund und Co. nur noch theoretische Chancen auf den Gesamtsieg. Oberstdorf-Sieger Thomas Kraft aus Österreich hat vor dem zweiten Wettbewerb bereits 36,9 Punkte Vorsprung auf Freund. Die weiteren Stationen der Vierschanzentournee sind Innsbruck (3./4. Januar) und Bischofshofen (5./6. Januar).

krä/sid

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Trainspotter 31.12.2014
1. Hannawald
..hatte ein kurzes Hoch und hat dabei das Riesenglück gehabt alle 4 Springen der Vierschanzentournee zu gewinnen. Dass er davor jahrelang oft genug den 2. Durchgang verpasst hat, lässt sich da mal schnell vergessen. Oder dass er früh zurückgetreten ist, weil er mental nicht mehr so stark war. Und dann andere dafür kritisieren, dass sie ein Kopfproblem haben...
jaduk 31.12.2014
2.
Hannawald ist nun mal die Messlatte. Und wenn das nur "ein kurzes Hoch" gewesen sein soll, dann ist es umso schlimmer, wenn die Nachfolger seit Jahren nicht herankommen. Ob er sich unbedingt kritisch dazu äußern muss, ist eine andere Sache.
dissidenten 31.12.2014
3.
Das ist doch jetzt Realsatire, oder? Gerade Hannawald, der wegen mentalen Problemen bis auf wenige Ausnahmen nur Grütze zusammensprang, kritisiert andere Sportler für ihre schwache Psyche?
walter_e._kurtz 31.12.2014
4. ja, und?
Zitat von Trainspotter..hatte ein kurzes Hoch und hat dabei das Riesenglück gehabt alle 4 Springen der Vierschanzentournee zu gewinnen. Dass er davor jahrelang oft genug den 2. Durchgang verpasst hat, lässt sich da mal schnell vergessen. Oder dass er früh zurückgetreten ist, weil er mental nicht mehr so stark war. Und dann andere dafür kritisieren, dass sie ein Kopfproblem haben...
Das belegt doch nur, daß er sich durchaus mit den mentalen Problemen im Spitzensport auskennt. Einen Menschen auf Höchstleistung zu trimmen, ist kein Problem. Innerhalb eines Jahres kann man beinahe jede(n) Otto und Ottilie Normalo physisch so trainieren, daß er außergewöhnliche Leistungen erbringen kann. Die Kunst beim Vollprofi ist aber jene, die erarbeitete Physis exakt zum gg. Zeitpunkt abzurufen, was eine gewisse Konzentration aber auch Lockerheit beinhaltet. Konzentration, weil (hier der Springer) der Absprung auf Sekundenbruchteile genau getimed sein muß. Lockerheit, weil er Sprungkraft einbüßt, sobald er verkrampft. Im Spitzensport wird das Ergebnis zu 90% vom Kopf entschieden - fit wie ein Turnschuh sind die Protagonisten alle. Nicht umsonst haben viele Spitzensportler Mentaltrainer. Die meisten greifen darauf zurück, wenn sie nach anfänglichen Erfolgen merken, daß ihnen der Erwartungsdruck (aussen wie innen) über den Kopf gewachsen ist. Das muß man aber ersteinmal erkennen. Insofern kann H.s Kritik durchaus als konstruktiv bewertet werden. Dafür braucht man ihn nicht gleich persönlich herabwürdigen.
Kalle Bond 31.12.2014
5. Hannawald ...
... ist letztlich auch am Kopfproblem fast zerbrochen. Um so besser, dass er sich wieder gefangen hat. Auf diesem Wege ihm alles Gute im Neuen Jahr. Nur die 4 ST damals konnte man nicht nur mit Glück gewinnen. Er war in überragender Form und hat es gepackt. Dafür meine totale Bewunderung. Dazu kamen noch etliche Medaillen bei Olympia, Skiflug WM usw. Trainspotter - Das haben sie wohl alles vergessen?
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