Vierschanzentournee in Innsbruck Norwegisch Roulette

Wechselnde Winde bestimmten das dritte Springen der Vierschanzentournee. In Innsbruck dominierten die Norweger - und Dawid Kubacki, der beste Chancen auf den Gesamtsieg hat.
Die Plätze zwei, eins und drei: Dawid Kubacki, Marius Lindvik, Daniel-André Tande (v.l.n.r.)

Die Plätze zwei, eins und drei: Dawid Kubacki, Marius Lindvik, Daniel-André Tande (v.l.n.r.)

Foto: GRZEGORZ MOMOT/EPA-EFE/REX

Kampf gegen Wind: Oh, du schöner Freiluftsport. Mal wehte der Aufwind in Innsbruck so stark, dass die Athleten direkt nach dem Absprung kräftig nach oben gedrückt wurden. Dann wieder blieb die Unterstützung ganz aus, der Wind blies von der Seite oder sogar von hinten. Die Wettkampfleitung versuchte, den Bedingungen durch Veränderungen der Anlaufluke Herr zu werden - doch die Windgeschwindigkeiten veränderten sich so schnell, dass Glück stets eine Rolle spielte.

Launisches Norwegerwetter: Neben dem Mann der Stunde, Marius Lindvik, strahlte am Ende noch ein zweiter Norweger: Daniel-André Tande sprang im zweiten Durchgang mit einem Satz auf 131 Meter noch auf das Podest. Seine Knöchelverletzung aus dem Dezember scheint Tande, der sich vor der Saison nach schwerer Krankheit zurück in die Weltspitze gekämpft hatte, kaum noch zu belasten. Auch Landsmann Johann André Forfang landete als Siebter im Vorderfeld. Er hatte beim Norwegisch Roulette in Durchgang eins vom Aufwind profitiert.

Das Ergebnis: Pardon, es muss natürlich heißen: Die Ergebnisse. Den Tagessieg sicherte sich Lindvik, zum Wettkampfbericht geht es hier. Vor allem aber der Gesamtstand interessierte nach der Windlotterie von Innsbruck.

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Erster Durchgang: Der Bergisel schafft Tatsachen. Schon so manche Vierschanzentournee wurde in Innsbruck verloren. Nach Karl Geigers 117,5 Metern schien die deutsche Hoffnung bereits abgeschlagen. Vorne setzten Marius Lindvik, der Sieger von Garmisch, und der so konstante Pole Dawid Kubacki die Bestweite: 133 Meter, fünfzehneinhalb Meter weiter als Geiger. Im Skispringen eine kleine Welt.

Karl Geiger haderte mit seinem Sprung und den Winden

Karl Geiger haderte mit seinem Sprung und den Winden

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images

Zweiter Durchgang: Mit kürzerem Anlauf - und den entsprechenden Boni auf dem Punktekonto - gelangen Geiger im zweiten Versuch dann 126 Meter. Wie viel diese Weite wert sein sollte, zeigte sich, als Lindvik und Kubacki bei 120,5 Metern landeten: Auf einmal waren die Favoriten doch wieder eng genug zusammen, um Vorentscheidungen im Klassement zu vertagen.

Duell gewonnen - Tournee verloren? Im Klassement rutschte Geiger auf den dritten Platz ab. 13,3 Punkte fehlen auf den neuen Führenden Kubacki, das sind umgerechnet siebeneinhalb Meter. Aufholbar - aber eben doch eine ordentliche Hypothek. Dabei ging der im Vorfeld vielzitierte Zweikampf zwischen dem Deutschen und Ryoyu Kobayashi, bis dato Tournee-Spitzenreiter, sogar zu Geigers Gunsten aus: Auch der Japaner hatte mit dem Wind zu kämpfen, landete nur auf Rang 14 und fiel in der Gesamtwertung auf Platz vier zurück.

Zwei Durchgänge, Dreikönigsspringen, vier Chancen: Vor dem abschließenden Wettkampf am Montag (17.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL) auf der Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen kann sich nun noch ein Quartett Chancen auf den Gesamtsieg ausrechnen. Es ist der Wettkampf der Tournee, bei dem die größten Weiten möglich sind - und damit auch die größten Umwälzungen im Klassement. Der Schanzenrekord liegt bei 145 Metern, aufgestellt im Vorjahr von Dawid Kubacki, den es nun zu schlagen gilt.