Verletzter Ski-Star Vonn peilt Olympia-Teilnahme ohne Trainingsrennen an

Skifahrerin Lindsey Vonn bangt nach ihren Kreuzbandrissen weiter um den Start bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Derzeit sei an Skifahren nicht zu denken, sagt ihr Trainer. Das olympische Abfahrtsrennen könnte die 29-Jährige aber auch ohne vorheriges Rennen bestreiten.

AFP

Hamburg - Die Chancen von Abfahrts-Olympiasiegerin Lindsey Vonn auf eine Teilnahme an den Winterspielen in Sotschi (7. bis 23. Februar) stehen nach wie vor schlecht. "An Skifahren ist derzeit nicht zu denken", sagte Alexander Hödlmoser, Cheftrainer der amerikanischen Ski-Frauen um Vonn, der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Vonn laboriert an den Folgen zweier Kreuzbandrisse. Ursprünglich hatte die 29-Jährige beim Weltcup Mitte Januar im italienischem Cortina d'Ampezzo ihr Comeback geben wollen, doch davon hat sie inzwischen Abstand genommen.

Laut US-Alpinchef Patrick Riml ist es jedoch vorstellbar, dass Vonn auch ohne ein weiteres Rennen bei Olympia antreten wird, zumindest in ihrer Königsdisziplin, der Abfahrt. Die olympische Strecke in Sotschi sei demnach nicht so schwierig: "Sie ist genau ihres", sagte Riml. Es hänge nun "alles davon ab, wie sich das Knie entwickelt. Geht es, dann wird sie starten. Wenn nicht, dann eben nicht", ergänzte Trainer Hödlmoser.

Im Weltcup war Vonn zuletzt bei der Abfahrt in Val d'Isère am 21. Dezember am Start, dort aber nicht ins Ziel gekommen. "Lindsey versucht derzeit, über Muskelaufbau Stabilität ins Knie zu bekommen", sagte Riml. Ohne funktionierendes Kreuzband an den Start eines Rennens zu gehen, sei durchaus möglich, aber mit Risiken verbunden. "Man muss ja auch langfristig denken. Wenn man mit einem gerissenen Kreuzband stürzt, kann das weitreichende Folgen haben", sagte Riml: "Eine junge Athletin hätten wir sofort rausgenommen."

Der zweite Kreuzbandriss war die Folge des Sturzes im November in Copper Mountain im US-Bundesstaat Colorado. Die US-Amerikanerin hatte ihren ersten Kreuzbandriss bei einem schweren Sturz im Super-G im Februar 2013 erlitten.

psk/sid

insgesamt 4 Beiträge
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Sibylle1969 05.01.2014
1. Klug ist das nicht,...
...denn es ist kaum vorstellbar, dass sie mit einem gerissenen Kreuzband und ohne Rennpraxis im Kampf um die Medaillen eingreifen kann. Besser wäre es nach meiner Ansicht, wenn sie die Saison abhakt und sich auf die nächste Saison konzentriert. Dann stehen immerhin Ski-Weltmeisterschaften in den USA an.
norman.schnalzger 05.01.2014
2. ehrgeiz
Wenn man halt davon zerfressen ist, dann....
les2005 05.01.2014
3.
Das läßt nur einen Schluß zu: es steht erstens richtig viel Antritts-Geld aus TV-Verträgen auf dem Spiel. Zweitens hat sie damit und mit ihrer bisherigen Karriere dann genug verdient, um das endgültige Aus riskieren zu können. Trotzdem für Normalsterbliche schwer verständlich warum jemand, der sicher auch jetzt schon mehr als genug verdient hat, für Null Siegchancen schwerste Verletzungen riskiert.
dequincey 05.01.2014
4. Geld idt sicher nur sekundär
Als ehemaliger Leistungssportler kann ich sie verstehen. Hätte ich mich damals für die Olympischen Spiele qualifiziert, wäre ich wohl auch zu großen Risiken bereit gewesen. Für die Sportler sind die Spiele das Höchste. Aber die Trainer und besonders die Ärzte müßten sie jetzt schon bremsen. Als Unfallchirurg&Orthopäde weiß ich, dass sie jetzt im harten Training schon zu große Belastungen und Risiken eingehen wird und letztlich kann sie den Rückstand nicht mehr aufholen. Da müßte schon ein Wunder geschehen. Die Sportler vor schweren Fehlern zu bewahren, für die Athleten an die Zukunft zu denken, ist Teil der ärztlichen Betreuung! Manchmal auch gegen den Willen der Sportler.
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