Weltcup-Slalom Schild siegt auf der Reiteralm, DSV verordnet Sparkurs

Zwei Österreicherinnen hatten auf der Reiteralm Grund zum Feiern: Marlies Schild siegte im Slalom vor Nicole Hosp. Beste Deutsche war Maria Riesch. Der DSV hat seine Leistungssportabteilungen wegen geringerer TV-Einnahmen über Einsparungen in dieser Saison informiert.


Schladming - Maria Riesch holte mit ihrem elften Platz (1:56,80 Minuten) die ersten Punkte im Weltcup in dieser Saison. Insgesamt kamen fünf Starterinnen des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) unter die ersten 25. Kathrin Hölzl fuhr auf Platz 16 (1:57,32), Nina Perner wurde 20. (1:57,75), Monika Bergmann beendete den Wettkampf auf der Reiteralm auf dem 22. Rang (1:57,98), Fanny Chmelar (1:58,22) auf dem 24.

Slalom-Ass Schild: Schneller Ritt durch den Stangenwald
AP

Slalom-Ass Schild: Schneller Ritt durch den Stangenwald

Marlies Schild setzte dagegen die Siegesserie der österreichischen Frauen im Slalom fort. Zum sechsten Mal in Folge triumphierte eine ÖSV-Starterin. Die WM-Zweite kam in zwei Läufen auf die Gesamtzeit von 1:55,53 Minuten, ihre Teamkollegin Nicole Hosp benötigte 1:55,59 Minuten. Für die Italienerin Chiara Costazza, die nach Lauf eins in Führung gelegen hatte, wurden 1:55,83 Minuten gestoppt.

DSV-Coach Mathias Berthold war mit dem Abschneiden seiner Läuferinnen allerdings nicht restlos zufrieden. "Unter dem Strich haben sie nicht die Leistung gebracht, die in ihnen steckt. Man hat gesehen, dass die vielen Ausfälle der Vergangenheit bei einigen noch nachwirken. Ihnen fehlt die Selbstsicherheit und der Angriffswille", sagte er. Der Coach gab allerdings zu, "dass wir uns nach vorne arbeiten. Es ist schön, dass fünf gepunktet haben".

Der DSV hat derweil kurz vor der Bekanntgabe eines neuen TV-Vertrages seine Leistungssportabteilungen über die Höhe der Einsparungen informiert. Demnach müssen diese im bis zum 30. April laufenden Geschäftsjahr in ihren Etats mit jeweils acht Prozent weniger auskommen. Ein DSV-Sprecher bestätigte heute einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Gespart werden könnte das Geld durch preiswertere Unterkünfte, Beteiligung der Athleten an Kosten und kleineren Weltcup-Teams bei einzelnen Wettkämpfen.

Die Abteilungen können nun jedenfalls die Planungen für die bereits begonnene Wettkampfsaison vorantreiben. Aufgrund der neuen Vorgabe macht sich auch Nachwuchs-Cheftrainer Martin Oßwald Hoffnung, dass genug Geld zur Talentförderung bleibt. "Ich habe keine Befürchtungen, dass wir so eingeschränkt werden, dass die Nachwuchsarbeit in Frage gestellt wird", sagte Oßwald der "SZ". Zwischenzeitlich waren die Lehrgänge unterhalb der Weltcup-Teams eingestellt worden.

Die endgültige Vereinbarung mit ARD und ZDF über die TV-Übertragungsrechte aller 24 deutschen Weltcups in den nordischen und alpinen Disziplinen soll in den kommenden Tagen unterschrieben werden. Unklar ist, ob es zu einem vom DSV gewünschten Vierjahresvertrag kommt. Die Agentur Infront als ursprünglich bekanntgegebener Rechteinhaber soll wahrscheinlich nur noch für die Auslandsvermarktung zuständig sein. Die ursprünglich eingeplante Summe eines jährlich zweistelligen Millionenbetrags wird der DSV aber nicht erreichen.

mti/sid/dpa



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