Wintersport Abfahrt-Sieger Svindal gewinnt auch Super-G

Auf den Erfolg in der Abfahrt folgte für Aksel Lund Svindal der Weltcup-Sieg im Super-G. Rund um die Verletzung des Abfahrers Markus Dürager gibt es Ärger. Und Skilanglauf-Weltmeisterin Heidi Weng hat sich einen kuriosen Fehler geleistet.

Svindal beim Super-G-Weltcup: Erster mit 0,35 Sekunden Vorsprung
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Svindal beim Super-G-Weltcup: Erster mit 0,35 Sekunden Vorsprung


Der norwegische Ski-Star Aksel Lund Svindal hat nach seinem Sieg in der Abfahrt am Samstag auch den Super-G von Lake Louise gewonnen. Der einstige Weltcup-Gesamtchampion setzte sich vor dem österreichischen Olympiasieger Matthias Mayer (+0,35 Sekunden) und Peter Fill aus Italien (+0,45) durch.

Einen Tag nach seinem schweren Sturz bei der Weltcup-Abfahrt in Lake Louise/Kanada steht die Diagnose für den österreichischen Ski-Rennläufer Markus Dürager: Er hat sich einen Schien- und Wadenbeinbruch im linken Bein und einen Bruch des linken Handgelenks zugezogen. Der 25-Jährige, der noch am Samstag in Calgary am Bein operiert wurde, verlor im Zielschuss die Balance und wurde erst vom dritten Sicherheitszaun gestoppt.

Dürager war im Schnee liegen geblieben und hatte vor Schmerzen mehrmals laut aufgeschrien. Bis er per Helikopter und Rettungswagen ins Krankenhaus zunächst nach Banff und später Calgary gebracht werden konnte, vergingen mehrere Stunden - sehr zum Ärger des ÖSV. "Es kann nicht sein, dass der Bursche mit einem offenbar recht komplizierten Unterschenkelbruch stundenlang herumgefahren wird", schimpfte Abfahrtschef Florian Winkler.

Im Damen-Slalom von Aspen siegte erneut der amerikanische Ski-Star Mikaela Shiffrin. Die Olympiasiegerin und Weltmeisterin ließ der Konkurrenz keine Chance und feierte ihren insgesamt 17. Weltcup-Sieg. Nach zwei famosen Läufen lag sie 2,65 Sekunden vor Frida Hansdotter aus Schweden und Sarka Strachova aus Tschechien (+2,90 Sekunden). Die deutschen Starterinnen erlebten ein Debakel: Keine der sechs Rennfahrerinnen qualifizierte sich für den zweiten Durchgang. Das war den DSV-Slalom-Damen zuletzt im Dezember 2000 passiert.

Die zweimalige Skilanglauf-Weltmeisterin Heidi Weng hat sich beim Weltcup-Start in Kuusamo einen kuriosen Fehler geleistet. Die Norwegerin bog nach drei der vier Runden des Verfolgungsrennens auf die Zielgerade ab, sprintete ohne Gegnerin und warf sich erschöpft in den Schnee. Erst als ihre Konkurrentinnen das Rennen unbeeindruckt fortsetzten, bemerkte die 24-Jährige ihren Fauxpas, stand auf, kehrte in die Loipe zurück und rettete zumindest den neunten Rang. Im Ziel flossen dennoch die Tränen.

Besser lief es für die Norwegerin Therese Johaug. Sie gewann nach ihrem Triumph am Samstag über fünf Kilometer im freien Stil auch den Zehn-Kilometer-Klassik-Wettbewerb am Sonntag. Die Norwegerin verwies in 27:22,3 Minuten die Schwedin Stina Nilsson mit 22,6 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Dritte wurde Johaugs Teamkollegin Ingvild Flugstad Østberg. Beste Deutsche war Nicole Fessel auf Platz 13.

Bei den Männern bewies Martin Johnsrud Sundby, ebenfalls Norweger, seine Klasse. Der Weltcup-Gesamtsieger der vergangenen zwei Jahre setzte sich nach seinem Erfolg am Samstag auch am Sonntag über 15 Kilometer in der klassischen Technik durch. In 37:10,0 Minuten verwies er Petter Northug mit 44,7 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei. Als Dritter mit 46,5 Sekunden Rückstand komplettierte Finn Hågen Krogh den norwegischen Dreifach-Erfolg. Bester Deutscher war Jonas Dobler auf Platz 24.

Unglücklich lief es für Felix Loch: Der Rodel-Olympiasieger ist beim Weltcup-Auftakt im österreichischen Igls disqualifiziert worden. Wie der Weltverband FIL mitteilte, war der Schlitten des 26-Jährigen nach dem ersten Lauf zu schwer. Loch wäre als Führender in den zweiten Durchgang gegangen. "Sehr, sehr ärgerlich", sagte Loch: "Das ist eigentlich nicht zu erklären." Die Deutschen legten keinen Protest gegen die Disqualifikation ein. "Menschliche Fehler passieren", sagte Bundestrainer Norbert Loch. Den Sieg sicherte sich der Italiener Dominik Fischnaller.

Erfolgreich waren hingegen die deutschen Bobpiloten, die bei ihrem Dreifach-Erfolg im Viererbob-Rennen die komplette Weltelite düpierten. Francesco Friedrich holte sich nach seinem Erfolg im kleinen Schlitten am Samstag auch seinen ersten Vierer-Sieg. Auf seiner Heimbahn in Altenberg verwies er am Sonntag in 1:51,79 Minuten nach zwei Läufen Vorjahressieger Nico Walther mit neun Hundertstelsekunden Vorsprung auf Platz zwei. Viererbob-Weltmeister Maximilian Arndt wurde mit 24 Hundertstelsekunden Rückstand Dritter.

Frustrierend lief das Wochenende für die nordischen Kombinierer um Olympiasieger Eric Frenzel, die am Sonntag ohne jeden Wettkampf die Heimreise aus dem finnischen Kuusamo antreten mussten. Auch der zweite Weltcup am Sonntag war wegen zu starken Winds abgesagt worden. "Das ist unbefriedigend, aber die Sicherheit geht vor", sagte der deutsche Trainer Ronny Ackermann in der ARD. Der Saisonstart erfolgt somit am kommenden Wochenende im norwegischen Lillehammer. Schon der Wettbewerb am Samstag war ebenso wie die beiden Skisprung-Weltcups gestrichen worden.

Derweil erwägt die Fis, dem immer wieder mit Problemen kämpfenden Austragungsort Kuusamo zukünftig keine Weltcupwettbewerbe mehr zu übertragen. Probleme mit dem Wind sind auf der Rukatunturi-Schanze ein bekanntes Problem. Schon 2004, 2005, 2006, 2008 und 2013 war es witterungsbedingt zur Absage mindestens eines Wettbewerbs gekommen. Im vorläufigen Kalender für die Saison 2016/2017 fehlt Kuusamo bei den Kombinierern bisher, während die Skispringer noch davon ausgehen, hier zu starten.

bka/dpa/sid



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