Wintersport Hattrick für Hauswald, Bronze für deutsche Shorttrack-Staffel

Biathletin Simone Hauswald hat ihr drittes Rennen in Serie gewonnen. Die deutsche Männer-Staffel holte die erste deutsche Shorttrack-Medaille bei einer Weltmeisterschaft. Die deutschen Skiflieger erlebten bei Österreichs WM-Triumph in Planica ein Debakel.

Biathletin Hauswald: Dritter Sieg beim dritten Rennen in Oslo
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Biathletin Hauswald: Dritter Sieg beim dritten Rennen in Oslo


Hamburg - Simone Hauswald hat beim Biathlon-Weltcup in Oslo im dritten Rennen ihren dritten Sieg gefeiert. Nach ihren Erfolgen im Sprint und in der Verfolgung gewann die 30-Jährige am Sonntag auch den Massenstart über 12,5 Kilometer. Im Ziel hatte Hauswald, die am Donnerstag das Ende ihrer Laufbahn nach dieser Saison angekündigt hatte, 14,7 Sekunden Vorsprung auf die Ukrainerin Vita Semerenko. Platz drei belegte Magdalena Neuner (+ 22,2 Sekunden), die damit ihre Führung im Gesamtweltcup verteidigte. Vierte wurde Andrea Henkel.

Bei den Männern zeigte Andreas Birnbacher eine starke Leistung. Der 28-Jährige belegte den vierten Platz und schaffte damit sein bestes Saisonergebnis. Den Sieg sicherte sich der Russe Iwan Tscheressow vor Christoph Sumann aus Österreich und dem Norweger Emil Hegle Svendsen.

Die Männer-Staffel hat mit Bronze die erste deutsche Shorttrack-Medaille bei einer Weltmeisterschaft gewonnen. Paul Herrmann, Tyson Heung, Robert Seifert und Sebastian Praus mussten sich in Sofia im 5000-Meter-Finale nur dem Olympia-Zweiten Südkorea und Titelverteidiger USA geschlagen geben. Vierter wurde China. Damit holte das deutsche Quartett die einzige europäische WM-Medaille überhaupt. Sieben der zehn WM-Titel gingen nach Südkorea, drei nach China. Die weiteren Medaillen sicherten sich Kanada und die USA.

Österreich ist Team-Weltmeister im Skifliegen. Bei der WM im slowenischen Planica verteidigten Wolfgang Loitzl, Thomas Morgenstern, Martin Koch und Gregor Schlierenzauer den Titel. Mit 1641,4 Punkten setzten sich die Österreicher souverän vor Norwegen mit 1542,3 Zählern und Finnland mit 1474,3 Punkten durch. Schlierenzauer stand zum Abschluss mit 231 Metern den weitesten Flug der Konkurrenz. Das deutsche Team mit Michael Neumayer, Richard Freitag, Martin Schmitt und Michael Uhrmann erreichte 1332,9 Punkte und belegte einen enttäuschenden siebten Platz.

Die dreimalige Olympiasiegerin Marit Björgen setzte sich im schwedischen Falun überlegen im Weltcup-Finale der Skilangläuferinnen durch. Die Norwegerin gewann das Zehn-Kilometer-Verfolgungsrennen in der freien Technik in 31:58,0 Minuten mit 51,9 Sekunden Vorsprung vor der Gesamtweltcup-Gewinnerin Justyna Kowalczyk aus Polen und der Schwedin Charlotte Kalla, die 1:12,8 Minuten zurücklag. Evi Sachenbacher-Stehle belegte Rang 13, Katrin Zeller Platz 21.

Bei den Männern beendete Tobias Angerer das 15-Kilometer-Verfolgungsrennen auf Platz sieben. Der Sieg ging an den Gesamtweltcup-Gewinner Petter Northug. Er setzte sich nach 44:30,8 Minuten mit 3,4 Sekunden Vorsprung vor dem Franzosen Maurice Manificat durch. Dritter mit einem Rückstand von 11,0 Sekunden wurde der Schwede Marcus Hellner. Im letzten Rennen seiner Karriere belegte René Sommerfeldt Platz 39.

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms hat ihre Serie vierter Plätze auch bei der Mehrkampf-WM in Heerenveen fortgesetzt. Die 35-Jährige hatte nach dem abschließenden 5000-Meter-Rennen 8,5 Sekunden Rückstand auf Bronzemedaillengewinnerin Ireen Wüst aus den Niederlanden. Gold ging an Doppel-Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Martina Sablikova aus Tschechien, die die Kandierin Kristina Groves auf den Silberrang verwies. Nach ihren beiden vierten Rängen über die Langstrecken bei den Olympischen Spielen in Vancouver verpasste Anschütz-Thoms damit zum zehnten Mal bei Saisonhöhepunkten in ihrer 15-jährigen Karriere das Podest um einen Platz.

Bei den Männern erreichte Superstar Sven Kramer auf seiner Heimbahn eine historische Bestmarke. Der 23-jährige Niederländer wehrte den Angriff von Jonathan Kuck aus den USA ab und gewann als erster Läufer in der 120-jährigen WM-Geschichte den Mehrkampf zum vierten Mal in Folge. Mit seinem souveränen Sieg über 10.000 Meter in 12:57,97 Minuten verwies Kramer den bis dahin führenden Kuck sowie Havard Bökko aus Norwegen in der Gesamtwertung am Ende klar auf die Plätze zwei und drei. Die deutschen Teilnehmer Patrick Beckert und Marco Weber hatten das Finale der besten Zwölf deutlich verpasst.

wit/dpa/sid



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