Wintersport Kircheisen holt Gelb, Weltmeister Tscheresow gesperrt

Maria Riesch fuhr bei der Abfahrt in St. Moritz nur knapp am Sieg vorbei. Iwan Tscheresow ist wegen eines erhöhten Blutwertes mit einer Schutzsperre belegt worden. Björn Kircheisen gewann in der Nordischen Kombination.


Hamburg - Der Olympiazweite hat beim Weltcup der Kombinierer in Ramsau trotz eines gerade überstandenen fiebrigen Infekts den Massenstart-Wettbewerb gewonnen und das Gelbe Trikot für die Führung in der Gesamtwertung von Ronny Ackermann übernommen. Der 24-Jährige setzte sich nach dem 10-Kilometer-Langlauf und dem abschließenden Springen mit 3,5 Punkten Vorsprung auf den Österreicher Bernhard Gruber durch. Dritter wurde der Norweger Petter Tande. Ackermann belegte Rang sieben, Eric Frenzel wurde Elfter. Für Kircheisen war es der zweite Saisonsieg im fünften Rennen.

Kombinierer Kircheisen: Ins Gelbe Trikot geschlüpft
DPA

Kombinierer Kircheisen: Ins Gelbe Trikot geschlüpft

Die dreimalige Weltmeisterin Magdalena Neuner ist als Dritte im 10-Kilometer-Sprint im slowenischen Pokljuka erstmals in dieser Saison aufs Podest gelaufen. Trotz drei Schießfehlern lag die 20-Jährige nur 20,7 Sekunden hinter der französischen Siegerin Sandrine Bailly. Platz zwei belegte die Finnin Kaisa Mäkärinen. Martina Glagow verteidigte mit Platz fünf die Führung im Gesamtweltcup.

Der russische Biathlon-Weltmeister Iwan Tscheresow ist wegen eines deutlich überhöhten Hämoglobinwertes beim Weltcup im slowenischen Pokljuka gesperrt worden. Bei einer im Vorfeld des 10-Kilometer-Sprintrennens genommenen Blutprobe wurde ein Wert von 18,2 ermittelt. Erlaubt sind 17,5. Tscheresow wurde nach einer Mitteilung der Internationalen Biathlon-Union (Ibu) für fünf Tage gesperrt.

Ein zu hoher Hämoglobinwert kann, aber muss kein Hinweis auf Blutdoping mit Epo sein. Gewöhnlich werden nach einem Hämoglobinwert über der Grenze von 17,5 sofort Dopingkontrollen ausgeführt, womit eine mögliche Schuld des Athleten nachgewiesen werden kann. Der 27-jährige Tscheresow lag vor dem Rennen auf Platz drei im Gesamtweltcup und hatte in dieser Saison bereits einen Weltcup gewonnen. Das russische Team erklärte, dass Tscheresow bei einem eigenen Test zuvor innerhalb der erlaubten Grenzwerte gewesen sei.

Das Rennen über zehn Kilometer entschied der Norweger Ole Einar Björndalen für sich. Er feierte damit den 78. Weltcupsieg seiner Karriere. Zweiter wurde der Russe Dmitri Jaroschenko, der damit seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute. Mattias Nilsson aus Schweden kam auf Rang drei. Bester Deutscher war Daniel Graf auf Rang acht.

Teichmann verteidigt die Führung

Evi-Sachenbacher-Stehle landete beim 15-Kilometer-Weltcup der Langläuferinnen im russischen Rybinsk auf Rang vier. Das Massenstartrennen entschied die Norwegerin Astrid Jacobsen für sich und verwies die Russin Natalja Korostelewa auf Platz zwei. Dritte wurde die Finnin Riitta-Liisa Roponen. Claudia Künzel-Nystad kam auf Platz sechs ins Ziel, zwei Ränge dahinter platzierte sich Katrin Zeller.

Beim Massenstart der Herren über 30 Kilometer siegte der Norweger Tor Arne Hetland vor dem Finnen Violle Nousiainen und dem Italiener Pietro Piller-Cottrer. Fünfter wurde René Sommerfeldt, er war der einzige Deutsche am Start. Die Führung im Gesamtweltcup verteidigte Axel Teichmann, der auf den Weltcup verzichtete und stattdessen mit dem Rest des deutschen Teams trainierte.

Riesch auf Platz drei

Ski-Rennläuferin Maria Riesch ist nur knapp an ihrem ersten Saisonsieg im Weltcup vorbeigefahren. Bei der Abfahrt in St. Moritz belegte sie den dritten Rang und erreichte damit das beste deutsche Resultat in dieser Disziplin, seit sie am 1. Dezember 2006 im kanadischen Lake Louise gewonnen hatte. Schneller als Riesch (1:39,65 Minuten) waren die Schwedin Anja Pärson, die in 1:39,32 zu ihrem ersten Saisonsieg fuhr, und Lindsey Vonn aus den USA (1:39,40). Für eine Überraschung sorgte die 20 Jahre alte Gina Stechert, die mit der hohen Startnummer 39 auf Rang zwölf fuhr (1:40,84) und damit das beste Abfahrtsresultat ihrer Karriere erreichte.

Michael Walchhofer aus Österreich hat die Weltcup-Abfahrt im Grödnertal gewonnen. Der Weltmeister von 2003 siegte auf der traditionsreichen Saslong-Piste in 1:56,70 Minuten mit einem Vorsprung von 0,18 Sekunden vor Didier Cuche aus der Schweiz, der am Vortag beim Super-G an gleicher Stelle Rang eins belegt hatte. Dritter wurde etwas überraschend Scott Macartney aus den USA (0,56 Sekunden zurück). Für Walchhofer war es der zweite Saisonsieg nach seinem Erfolg bei der Abfahrt zwei Wochen zuvor in Beaver Creek in den USA. Der Deutsche Stephan Keppler kam mit 2,60 Sekunden Rückstand nicht unter die ersten 25.

bri/sid



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