Wintersport Kompakt Florschütz holt Silber im Zweierbob

Ein Team war schneller im Eiskanal: Thomas Florschütz hat bei der Zweierbob-WM Silber gewonnen. Für die deutschen Kombinierer und Langläufer blieb der Traum von einer Medaille unerfüllt. Am Ende reichte es in beiden Konkurrenzen jeweils zu einem siebten Rang.


Hamburg - Die deutschen Nordischen Kombinierer haben bei den Weltmeisterschaften im tschechischen Liberec die angepeilte Medaille in der Einzelkonkurrenz verpasst. Beim erneuten Triumph des Amerikaners Todd Lodwick belegte Sebastian Haseney als bester Deutscher den siebten Platz. Sein Rückstand auf den Sieger betrug 1:14,9 Minuten. Hinter Massenstart-Weltmeister Lodwick belegten der Norweger Jan Schmid und Landsmann Bill Demong die weiteren Medaillenplätze. Massenstart-Vizeweltmeister Tino Edelmann aus kam mit 1:27,7 Minuten Rückstand auf Todd Lodwick als Neunter ins Ziel. 13. wurde Titelverteidiger Ronny Ackermann. Er lag 1: 52,3 Minuten zurück

Bobpilot Florschütz: Im Zweier WM-Zweiter
AP

Bobpilot Florschütz: Im Zweier WM-Zweiter

Ebenso ohne WM-Medaille blieben die DSV-Skilangläufer. Tobias Angerer lief im Jagdrennen beim Sieg des Norwegers Petter Northug nach 30 Kilometern mit 29,8 Sekunden Rückstand auf Platz sieben ins Ziel. Der Schwede Anders Södergren (3,1 Sekunden zurück) gewann vor Giorgio di Centa aus Italien (11, 9) Silber. Jens Filbrich wurde Elfter. Titelverteidiger Axel Teichmann verpasste die entscheidende Attacke fünf Kilometer vor dem Ziel und belegte den 30. Platz, dahinter folgte Rene Sommerfeldt.

Thomas Florschütz und Marc Kühne haben bei der Zweierbob-Weltmeisterschaft in Lake Placid die Silbermedaille gewonnen. Das in zuletzt drei Weltcup-Rennen siegreiche Duo musste sich am Sonntag nach vier Läufen nur um 22/100 Sekunden dem Schweizer Ivo Ruegg geschlagen geben. Er sorgte damit für das erste WM-Gold der Eidgenossen im kleinen Schlitten seit 1997. Dritter wurde Lokalmatador Steven Holcomb. Olympiasieger und Weltmeister André Lange, der erstmals seit drei Monaten wieder mit seinem Stamm-Anschieber Kevin Kuske fuhr, wurde mit 92/100 Sekunden Rückstand nur Fünfter. Karl Angerer/Gregor Bermbach kamen auf Rang neun.

Für Sandra Kiriasis endeten die Titelkämpfe dagegen mit dem bislang schlechtesten Ergebnis in ihrer Karriere. Die Olympiasiegerin kam im Zweierbob-Wettbewerb auf den siebten Rang. "In drei Läufen hatten wir schon vier Zehntelsekunden Startrückstand, damit kann man keinen Blumentopf gewinnen. Das ist natürlich bitter. Jetzt werden viele Leute sagen: Warum ist sie nicht gleich mit Patricia Polifka gefahren - das ist natürlich richtig. Doch ich wollte es mit Berit Wiacker von Anfang bis Ende durchziehen. Dies muss ich unter Lernen abhaken", sagte Kiriasis, deren Teamkollegin Cathleen Martini mit Janine Tischer immerhin Bronze holte.

Damit sind die deutschen Pilotinnen nach dem Dreifach-Erfolg im Vorjahr erstmals seit 2001 ohne WM-Titel geblieben. Gold holten sich erstmals die Britinnen Nicola Minichiello und Gillian Cooke. Zweite wurden Shauna Rohbock und Elana Meyers aus den USA.

Die Goldmedaille holte die deutsche Mannschaft im Team-Wettbewerb. In der nicht-olympischen Disziplin war das Quartett Deutschland I mit den Skeletonis Frank Rommel und Marion Trott sowie den Bob-Piloten Kiriasis und Florschütz 0,24 Sekunden schneller als die Schweiz. Bronze ging an die USA.

Ski-Rennläuferin Lindsey Vonn im italienischen Tarvisio i m Super-G triumphiert. Die US-Amerikanerin gewann überlegen vor Fabienne Suter aus der Schweiz (0,51 Sekunden zurück) und Tina Maze aus Slowenien (0,67). Mit ihrem sechsten Weltcup-Sieg in diesem Winter baute Vonn ihren Vorsprung auf Maria Riesch in der Gesamtwertung auf beinahe 300 Punkte aus. Beste Deutsche war Viktoria Rebensburg auf Rang 16, Rang 17 belegte Riesch.

Die deutschen Rodler um David Möller haben eine fast perfekte Olympia-Generalprobe für die Winterspiele in einem Jahr gefeiert. Beim Finale in Whistler (Kanada) gelang dem zweifachen Weltmeister sein erster Saisonsieg. "Das war Balsam für die Seele", sagte Möller, der vor zwei Wochen bei den Weltmeisterschaften nur den siebten Rang belegt hatte. Zuvor hatten bereits Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer André Florschütz/Torsten Wustlich mit ihren Erfolgen für Jubel im deutschen Lager gesorgt

mti/dpa/sid



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