Wintersport Riesch und Stechert enttäuschen, Angerer jubelt

Enttäuschung für die deutschen Skifahrerinnen: Maria Riesch und Gina Stechert fuhren beim Super-G im kanadischen Lake Louise der Konkurrenz hinterher. Den Riesenslalom der Herren in Beaver Creek gewann Benjamin Raich, Karl Angerer holte seinen ersten Weltcup-Sieg im Viererbob.


Hamburg - Maria Riesch hat ihre Chance verpasst, im Gesamtweltcup näher an die Führende Lindsey Vonn heranzurücken. Riesch stürzte zum Abschluss der Nordamerika-Rennen beim Weltcup-Super-G im kanadischen Lake Louise nach einem schweren Fahrfehler förmlich ab und belegte beim ersten Sieg der Italienerin Nadia Fanchini in ihrer Paradedisziplin nur den 24. Platz.

Maria Riesch: Platz 24. in der Paradedisziplin
REUTERS

Maria Riesch: Platz 24. in der Paradedisziplin

"Das ist schon ein bisschen ernüchternd", sagte sie. Riesch kam schließlich mit 1,64 Sekunden Verspätung auf die Siegerin (1:20,97 Minuten) ins Ziel. Am nächsten kamen Fanchini noch Andrea Fischbacher aus Österreich und und die Schweizerin Fabienne Suter mit jeweils 0, 28 Sekunden Rückstand. Auch Vonn lag nach einer für sie mäßigen Fahrt 0,60 Sekunden zurück. Die Titelverteidigerin aus den USA behauptete mit 358 Punkten ihre Spitzenposition im Gesamtweltcup, Riesch folgt mit 202 Punkten auf Rang drei.

Nicht wunschgemäß lief es auch für die zweite deutsche Starterin Gina Stechert. Sie lag bei der ersten Zwischenzeit sogar 0,21 Sekunden vor Nadia Fanchini, schied dann aber nach einem Fahrfehler aus.

Den Riesenslalom der Herren in Beaver Creek gewann Benjamin Raich aus Österreich. Bei seinem 31. Weltcup-Sieg setzte sich der 30-Jährige am Sonntag mit der Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde vor Ted Ligety aus den USA durch. Dritter wurde der Norweger Aksel Lund Svindal, der im US- Bundesstaat Colorado Abfahrt und Super-G gewonnen hatte. Österreichs Ski-Star Hermann Maier schied an seinem 36. Geburtstag nach einem Fahrfehler aus. Der Deutsche Skiverband (DSV) hatte keine Athleten am Start.

Karl Angerer hat im Schneegestöber von Altenberg den besten Durchblick bewiesen und seinen ersten Viererbob-Weltcup gewonnen. Er profitierte davon, dass der zweite Durchgang wegen starken Schneefalls und Nebel abgebrochen und nur der erste Lauf gewertet wurde. Nach dem Sturz von Lettland II brach die Jury den Wettbewerb ab. Angerer verwies in 56,68 Sekunden Olympiasieger und Weltmeister Andre Lange sowie den Russen Alexander Subkow zeitgleich auf Rang zwei. Beide hatten 19 Hundertstelsekunden Rückstand. Matthias Höpfner vom BSC Winterberg wurde Zehnter.

"Die Entscheidung der Jury ist absolut richtig. Die Sicherheit der Sportler war nicht mehr gewährleistet, das zeigte der Sturz der Letten", sagte Bundestrainer Carsten Embach. Angerer war überwältigt: "Das ist der Hammer, ich bin wunschlos glücklich. Schade aber, dass ich nicht noch einen zweiten Lauf rausknallen konnte." Bei den Frauen kam Sandra Kiriasis mit Berit Wiacker zu ihrem ersten Saisonsieg.

ulz/sid/dpa



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