Wintersport Svindal siegt, Riesch fährt aufs Podium

Emotionaler Erfolg für Aksel Lund Svindal: Der norwegische Skifahrer holte seinen zehnten Weltcup-Sieg - an dem Ort, wo er sich vor einem Jahr schwer verletzt hatte. Für eine positive Überraschung sorgte Maria Riesch. Die 24-Jährige belegte bei der Abfahrt in Lake Louise Platz drei.


Hamburg - Svindal feierte hat mit seinem zehnten Sieg im alpinen Ski-Weltcup eine triumphale Rückkehr auf seinen Unglückshang in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado. Ein Jahr nach seinem schlimmen Trainingssturz sicherte sich der 25-Jährige seinen dritten Abfahrtserfolg genau auf der Piste, auf der er sich so schwer verletzt hatte, dass er die Saison frühzeitig beenden msste.

Norweger Svindal: Triumphale Rückkehr
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Norweger Svindal: Triumphale Rückkehr

In 1:43,85 Minuten verwies der Gesamtweltcupsieger von 2007 den 37-Jährigen Liechtensteiner Marco Büchel um sechs Hundertstelsekunden auf Rang zwei. Dritter wurde Erik Guay aus Kanada. Gesamtweltcupsieger Bode Miller aus den USA schied nach einem Sturz aus, blieb aber unverletzt.

Wie Svindal hatte auch Maria Riesch Grund zum Jubeln. Die Deutsche fuhr bei der ersten Abfahrt der Saison zum zweiten Mal in diesem Winter auf das Siegertreppchen. Im kanadischen Lake Louise belegte Riesch den dritten Rang. Zur Siegerzeit von Lindsey Vonn aus den USA, die sich mit ihrem zweiten Saisonsieg an die Spitze der Gesamtwertung setzte, fehlten Riesch bei schlechten äußeren Bedingungen 0,69 Sekunden.

Nach den enttäuschenden Leistungen bei den Technik- Wettbewerben am vergangenen Wochenende machte die 21-jährige Gina Stechert ein starkes Ergebnis für den Deutschen Skiverband (DSV) perfekt. Als Vierte erreichte die Oberstdorferin ihr bisher bestes Ergebnis in einem Weltcup-Rennen.

"Ich bin Dritte, das ist super", sagte die 24-jährige Riesch und ärgerte sich nur ein wenig darüber, dass sie der Italienerin Nadia Fanchini knapp Rang zwei überlassen musste. Die acht Hundertstelsekunden seien "ein kleiner Wermutstropfen".

"Das ist mein schönster Weltcup-Sieg"

Svindal konnte sein Glück kaum fassen. "Das ist perfekt. Es hat mich aber auch viel Energie gekostet, mich hier auf das Rennen zu konzentrieren", sagte er. Vor genau 373 Tagen hatte er sich auf der berüchtigten "Raubvogelpiste" mehrere Knochenbrüche im Gesicht und eine zentimetertiefe Schnittwunde im Unterleib zugezogen. Nach wochenlangem Krankenhaus-Aufenthalt hatte sich der Doppel-Weltmeister von Are 2007 über Monate zurückgekämpft und war beim Saison-Auftakt Ende Oktober in Sölden in den Weltcup zurückgekehrt.

"Ich glaube, es wird noch eine Weile dauern, bis ich das alles realisiere. Das ist aber sicher mein schönster Weltcup-Sieg, weil es der erste nach meinem Comeback ist", sagte Svindal. Beeindruckt zeigte sich auch der Büchel: "Das ist eine schöne Story und faszinierend, wenn man die Vorgeschichte kennt."

Nachdem am vergangenen Wochenende im kanadischen Lake Louise noch überraschend ein deutsches Abfahrer-Trio in die Punkteränge gefahren war, ging die Speed-Abteilung des DSV diesmal leer aus. Bester deutscher Fahrer war Stephan Keppler als 43. Ebenso wie Keppler kamen Andreas Strodl (45.) und Peter Strodl (52.) nicht in die Punkte, Tobias Stechert schied aus.

ulz/sid/dpa



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