WM-Vorhersage Pelé hält Ecuador für stärksten deutschen Gegner

Die Zeit nach der WM-Gruppenauslosung ist die Zeit der Expertisen. Für das Fußball-Idol Pelé kommt Deutschlands stärkster Gruppengegner aus der Höhe Südamerikas. Und gemessen am Selbstbewusstsein der Ecuadorianer sollte man dem Brasilianer nicht widersprechen.


Leipzig - "Für eine Überraschung ist diese Mannschaft immer gut", mahnte der dreifache Weltmeister, "sie haben Brasilien in der Qualifikation geschlagen, und wer Brasilien besiegt, den muss man ernst nehmen."

Klinsmann, Pelé, Charlton: "Den muss man ernst nehmen"
Herbert Stoffels

Klinsmann, Pelé, Charlton: "Den muss man ernst nehmen"

Bei einer Talkrunde des WM-Sponsors Mastercard im Leipziger Hauptbahnhof mit dem englischen Fußball-Weltmeister Sir Bobby Charlton und dem deutschen Nationaltrainer Jürgen Klinsmann sah Pelé von den WM-Favoriten vor allem den brasilianischen Erzrivalen Argentinien in der Gruppe mit Holland, Serbien und der Elfenbeinküste vor Problemen: "Die Argentinier müssen schwer aufpassen, dass sie weiter kommen."

Für noch mehr Spannung, da ist sich das prominente Trio einig, könnten die Erstrunden-Spiele zwischen Italien, Tschechien, Ghana und den USA sorgen. Klinsmanns Bilanz mit Blick auf die Gruppe E: "Das ist die Killergruppe."

Ecuador steht zum zweiten Mal hintereinander in einer WM-Endrunde. 2002 in Japan und Südkorea kam die Mannschaft allerdings nicht über die Vorrunde hinaus. In der Qualifikation für die WM in Deutschland machte das Team um den neuen Nationaltrainer Luis Suárez (Kolumbien) einen starken Eindruck. Hinter Brasilien und Argentinien wurde es Dritter. Bei den Heimspielen wurde Ecuador auch durch die Höhenluft in Quito begünstigt. Die Hauptstadt liegt etwa 2500 Meter über dem Meeresspiegel. Die bekanntesten Spieler sind Rekord-Nationalspieler und Kapitän Ivan Hurtado (Al Arabi Kairo) sowie Ulises de La Cruz (Aston Villa).

Für Trainer Suárez ist Deutschland Favorit der Gruppe A, "aber die anderen drei haben auch Chancen, sie zu besiegen. Ich habe Respekt vor der ganzen deutschen Mannschaft, aber ich respektiere vor allem Ballack". Sein Ziel ist, diesmal die Vorrunde zu überstehen. "Und dazu werden wir, wenn es sein muss, auch Deutschland hinter uns lassen."

Dieses Selbstbewusstsein von Suárez stützt sich auf dessen Glauben an die Stärke seines Teams. "Meine Mannschaft ist technisch begabt, wechselt ständig den Rhythmus. Das liegt den Europäern gar nicht. Es ist das letzte Gruppenspiel, wir haben dann schon zwei Spiele WM-Erfahrung gesammelt. Das hilft auch."



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