WM- und EM-Qualifikation der Zehnkämpfer Weltmeister Kaul gibt wegen Schwindelgefühlen auf

Kein guter Tag für die Zehnkampf-Prominenz in Ratingen: Weltmeister Niklas Kaul musste den Wettkampf mit Kopfschmerzen abbrechen, auch Kai Kazmirek gab auf. Beide müssen um die Heim-EM in München bangen.
Niklas Kauls Beschwerden traten nach dem 100-Meter-Lauf auf

Niklas Kauls Beschwerden traten nach dem 100-Meter-Lauf auf

Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring / IMAGO/Beautiful Sports

Weltmeister Niklas Kaul hat bei der ersten Zehnkampf-Qualifikation für die Welt- und Europameisterschaften am Samstag in Ratingen einen Rückschlag hinnehmen müssen. Wegen eines aufgetretenen Schwindelgefühls brach der 24-jährige Mainzer den Wettkampf ab. Über 400 Meter ging er zwar an den Start, hörte aber nach wenigen Metern auf. Auch der frühere WM-Dritte Kai Kazmirek stieg kurz nach dem Start der letzten Disziplin des ersten Wettkampftages aus, weil er mit seinen Leistungen nicht zufrieden war.

»Ich hatte echt Kopfschmerzen und Schwindel«, sagte Kaul enttäuscht. Die Probleme im Halsbereich waren bereits nach dem 100-Meter-Lauf, der ersten Disziplin, aufgetreten. Fortan hatte er sich eher mühsam durch die Disziplinen gekämpft.

Kauls WM-Start nicht gefährdet

Kaul hat als Titelverteidiger eine Wildcard für die WM vom 15. bis 24. Juli in Eugene/Oregon, muss aber die EM-Norm von 8100 Punkten noch übertreffen, um bei den Heim-Titelkämpfen Mitte August in München antreten zu dürfen. Ob er in drei Wochen beim Meeting im österreichischen Götzis einen neuen Anlauf nimmt oder erst bei der WM versucht, die EM-Norm zu übertreffen, ließ er offen. Der 31 Jahre alte Kazmirek will hingegen in Götzis antreten.

Seit seinem Goldtriumph von Doha 2019 hat Kaul nur einen Zehnkampf beendet, 2021 in Götzis schaffte er 8263 Punkte.

Eine überragende Leistung zeigte am ersten Tag Simon Ehammer. Der Schweizer übernahm mit 4583 Punkten die Führung und glänzte im Weitsprung: Mit 8,30 Meter stellte er eine Weltbestleistung innerhalb eines Zehnkampfes auf. Auf Platz zwei kam der Dormagener Nico Becker mit 4320 Zählern.

Die Olympia-Siebte Carolin Schäfer beendete die ersten vier Disziplinen mit 3643 Punkten zunächst als Tageszweite. Die Spitzenposition eroberte die Leverkusenerin Sophie Weißenberger mit 3696 Punkten. Um bei WM und EM starten zu können, müssen 6420 Punkte übertroffen werden, mit 6250 Zählern erhält man nur das Startrecht für die Heim-EM in München.

cev/dpa/sid
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